13:01 26 September 2017
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    Kurdische Kämpfer in Syrien

    Trotz Mahnungen der Türkei: Russland stärkt kurdische Brückenköpfe in Nordsyrien

    © AFP 2017/ AHMED DEEB
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    Nesawissimaja Gaseta
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    Trotz Mahnungen der Türkei unterhält Russland weiterhin Kontakte zu den Kurden in Syrien, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Mittwoch.

    Einige Medien zitierten jüngst den Sprecher der Selbstverteidigungskräfte Kurdistans (YPG), Redur Xelil, im kurdischen Gebiet Afrin wäre ein russischer Stützpunkt errichtet worden.

    Allerdings dementierte das russische Verteidigungsministerium diese Behauptungen, bestätigte aber zugleich, dass in Afrin Vertreter des russischen Aussöhnungszentrums eingetroffen seien. Das wichtigste Ziel dieser Militärs sei es, „rund um die Uhr die Waffenruhe zu überwachen“, betonte ein Sprecher.

    In einigen Medien erschien zudem ein Kommentar eines gewissen Generals Andrej Wolkow, der an der Spitze der operativen Gruppe des Aussöhnungszentrums in Afrin stehen soll. Nach seinen Worten ist es wichtig, „dass die Anwesenheit der russischen Flagge (dort) sichtbar ist. In der Nähe liegt die türkische Grenze, und alle müssen verstehen, dass wir die syrische Regierung und die syrischen Streitkräfte unterstützen. Unsere Anwesenheit an der türkischen Grenze wird Frieden und Sicherheit garantieren.“

    Die kurdische Miliz YPG im Kampf gegen das Terrornetzwerk Daesh (Archiv)
    © AFP 2017/ Delil Souleiman
    Die Kurden veröffentlichen jedoch etwas andere Informationen. YPG-Sprecher Xelil behauptet beispielsweise, es sei mit Russland „im Rahmen der Terrorbekämpfung“ ein Abkommen zur Ausbildung kurdischer Kämpfer getroffen worden. Dadurch könnte ihre Zahl schon im Sommer 100.000 erreichen. Ende 2016 belief sie sich laut Reuters auf etwa 60.000.

    Die russische Militärbehörde hat das vorerst weder bestätigt noch dementiert. Also könnten diese Informationen wahr sein. Bekanntlich befassen sich auch die US-Truppen mit der Ausbildung kurdischer Kämpfer.

    Formell kann aktuell kaum etwas Moskau beim Training des kurdischen Heeres behindern. Denn die Kurden sind immerhin syrische Staatsbürger, und russische Experten bilden schon seit längerer Zeit syrische Soldaten aus.

    Allerdings könnte sich Ankara einmischen. Laut Medienberichten hatte Präsident Recep Tayyip Erdogan während seines Russland-Besuchs seinen Amtskollegen Wladimir Putin aufgefordert, die Unterstützung für die Kurden zu stoppen. Wie er zuvor wiederholt erklärt hatte, ist eines der wichtigsten Ziele der Invasion der türkischen Armee in den Norden Syriens gerade der Kampf gegen die YPG, die angeblich „enge Kontakte mit kurdischen Terroristen in der Türkei pflegen“.

    Moskau ist da geteilter Meinung, und die Unterbringung der Mitarbeiter des Aussöhnungszentrums unter russischer Flagge in den kurdischen Gebieten bei Manbidsch und Afrin hängt wohl auch damit zusammen, dass dort eine Art Pufferraum zwischen den Türken und Kurden entstehen soll.

    Vor diesem Hintergrund spannten sich jüngst die Beziehungen zwischen Moskau und Tel Aviv an, nachdem die israelische Luftwaffe am 17. März Luftschläge gegen die Stellungen der syrischen Regierungstruppen bei Palmyra versetzt hatte. Die syrische Luftabwehr eröffnete ihrerseits das Feuer auf die israelischen Kampfjets und schoss angeblich einen ab. In Tel Aviv wurden diese Behauptungen jedoch dementiert. Israels Verteidigungsminister Avigdor Lieberman warnte, die syrische Luftabwehr würde vernichtet, falls sie wieder auf israelische Kampfjets schießen sollte.

    Am Montag wurde der israelische Botschafter in Moskau, Garri Koren, ins russische Außenministerium einbestellt, wobei ihm die Besorgnis über diesen Zwischenfall übermittelt wurde.

    Assad zeigte sich überzeugt, dass Moskau neue israelische Angriffe in Syrien verhindern würde. „Der Schutz unserer Grenzen ist das souveräne Recht unseres Landes, und ich werde mich bei entsprechender Beschlussfassung nicht nach Israels Erklärungen richten“, betonte er.

    Tags:
    Kurden, Türkei, Russland, Syrien, Afrin
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