11:40 12 Dezember 2019
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    Polizei vor dem Londoner Parlament

    Veteran der russischen Anti-Terror-Einheit „Alfa“: Deshalb ist es unruhig in London

    © AP Photo / Stefan Rousseau
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    Der Vizepräsident des Internationalen Veteranenverbandes der russischen Anti-Terror-Einheit „Alfa“, Alexej Filatow, hat am Donnerstag in einem Beitrag für die Zeitung „Iswestija“ die Gründe für die gestrigen Anschläge in London analysiert.

    Was die Ursachen der gestrigen Anschläge angeht, so sieht Experte Filatow gleich mehrere: Erstens sei Großbritannien aktiver Teilnehmer verschiedener Anti-Terror-Einsätze der Nato im Nahen Osten, und diese Aktivitäten hätten zum großen Teil die Flüchtlingskrise in der Alten Welt ausgelöst.

    Nach Angaben der UN-Verwaltung für Flüchtlinge hat die Zahl der Zuwanderer nämlich die höchste Marke seit dem Zweiten Weltkrieg erreicht. Schon Ende 2015 war jeder 113. Einwohner der Erde Flüchtling.

    London (Symbolbild)
    © AFP 2019 / Justin Tallis
    Zweitens habe sich das Vereinigte Königreich für den Austritt aus der Europäischen Union entschieden, und zwar nicht zuletzt deshalb, um keine Mittel mehr an die EU zu überweisen, die unter anderem für die Unterhaltung der Flüchtlinge bestimmt waren. Auch wollten bzw. wollen die Briten den Zufluss der Zwangsumsiedler auf die Insel beschränken. Diese Position Londons ließen sich viele Einwanderer, von denen manche radikal eingestellt sind, natürlich nicht gefallen. Denn jegliche Beschränkungen lösen immer Proteste der sozialen Schichten aus, gegen die sie gerichtet sind.

    Drittens seien die britischen Behörden einfach nicht bereit zu einem dermaßen intensiven Anwachsen der Terrorgefahr gewesen. Sie erwarteten nicht, dass der „Bumerang“ ihrer militärischen Aktivitäten im Nahen Osten so schnell zurück nach London „fliegen“ würde, betont Filatow.

    Hinzu komme, dass die Entwicklung des Systems der Terrorbekämpfung ein schwieriger Prozess ist, der nicht Wochen oder Monate, sondern Jahre dauert. Umso schwieriger werde diese Aufgabe, wenn man mit einem riesigen Flüchtlingsansturm konfrontiert ist. Und schließlich könne man gegen den Terrorismus auf globaler Ebene nur gemeinsam effizient kämpfen.

    In der britischen Hauptstadt hatte ein Auto auf der Westminster Bridge mehrere Menschen überfahren. Dann fuhr es bis zum Parlamentsgebäude und wurde dort von einem Polizisten gestoppt. Einer der Insassen griff den Gesetzeshüter an und verletzte ihn mit einem Messer. Danach wurde der Angreifer von einem anderen Polizeibeamten getötet.

    Allerdings befanden sich in dem Fahrzeug möglicherweise mehrere Personen, die vom Tatort fliehen konnten.

    Bei dem Doppelanschlag kamen mindestens vier Menschen ums Leben, Dutzende wurden verletzt. Mehr als das: Laut dem Mitglied des House of Commons, David Lidington, gibt es Informationen über mögliche „weitere grausame Zwischenfälle“.

    Es ist schwer zu sagen, welchen Plan die Terroristen in Wirklichkeit hatten, aber ihr Ziel haben sie teilweise schon erreicht: Das britische Parlament musste seine Arbeit unterbrechen, Ministerpräsidentin Theresa May musste in Sicherheit gebracht werden, und die Einwohner und Gäste der britischen Hauptstadt gerieten in Panik.

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