Widgets Magazine
14:21 21 Oktober 2019
SNA Radio
    Flaggen Chinas und der USA vor dem US-Kongress in Washington

    USA fürchten Verlust von Lufthoheit über China

    © REUTERS / Hyungwon Kang
    Zeitungen
    Zum Kurzlink
    Von
    172095
    Abonnieren

    Dem US-Kongress ist ein Bericht vorgelegt worden, in dem Besorgnisse über die enger werdenden Militärverbindungen zwischen China und Russland geäußert wurden, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Donnerstag.

    China bekommt bereits Kampfjets Su-35. Im kommenden Jahr sollen Flugabwehrkomplexe S-400 geliefert werden, heißt es in dem Dokument. Diese Waffen sind moderner als jene, die China selbst herstellen kann. Die Kooperation sowie gemeinsame Übungen mit Russland erhöhen die Kampfmöglichkeiten der chinesischen Streitkräfte im Falle eines Konfliktes mit Taiwan.

    Die Studie wurde von einer Kommission zu den Beziehungen zwischen den USA und China im Wirtschafts- und Sicherheitsbereich erstellt. Darin wird festgestellt, dass sich China und Russland unter dem Einfluss geopolitischer Faktoren annähern.

    Sie vereinigt der Widerstand gegen die Führungsrolle der USA in Asien und im Pazifischen Ozean. Deswegen werden die Militärverbindungen beider Länder in der nächsten Zeit noch enger werden.

    Wie die Zeitung „Financial Times“ betont, versuchen die USA Chinas Expansion im Südchinesischen Meer aufzuhalten, und drohen mit Nuklearkräften, indem sie das Raketenabwehrsystem THAAD in Südkorea stationieren. Russland hat de facto dieselben Besorgnisse. Doch das Hauptproblem für Moskau ist die Erweiterung der Militärpräsenz der Nato in Europa. Bei einer faktischen Isolierung im Westen muss Moskau sich zunehmend auf China stützen.

    Moskau habe im vergangenen Jahr die Lieferung von vorrangigen Militärtechnologien an China wiederaufgenommen, heißt es in dem Bericht. China und Russland hätten die Militärkooperation auf den höchsten Stand seit der Normalisierung der Beziehungen im Jahr 1989 gebracht.

    2015 bestätigte Russland den Verkauf von sechs Bataillonen von S-300-Raketen zum Jahr 2018 für drei Milliarden US-Dollar. Die ersten drei der 24 Kampfjets Su-35 wurden bereits im Dezember geliefert.

    Laut westlichen Beobachtern sind neben der Intensivierung der Militärkooperation auch immer häufiger stattfindende gemeinsame Manöver im Südchinesischen Meer zu erkennen. Sie fanden statt, obwohl das Schiedsgericht in Den Haag kurz zuvor die Ansprüche Chinas auf 90 Prozent des Wassergebiets dieses Meeres zurückgewiesen hatte.

    Darüber hinaus sind die US-Strategen über das gemeinsame russisch-chinesische Raketenabwehr-Manöver besorgt, das im Mai 2016 in Moskau stattfand. „Peking und Moskau wollen die Effizienz des amerikanischen Raketenabwehrsystems verringern“, heißt es in dem Bericht. Bei den Manövern wurde der Schutz vor zufälligen und absichtlichen Angriffen mit ballistischen Raketen und Marschflugkörpern geübt. Dabei sprachen russische und chinesische Experten von der möglichen Schaffung eines vereinigten Raketenabwehrsystems.

    Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu und Außenminister Sergej Lawrow in Japan
    © Sputnik / Alexey Sherbak/Foto Itar-Tass/ POOL
    Die Verfasser des Berichts stellen sich die Frage: Wird dies mit der Gründung einer Allianz wie der Nato enden, wenn sich die Seiten verpflichten, einander im Falle eines Kriegs zu helfen? Das werde kaum geschehen, so der Bericht. Ein solches Bündnis sei schwierig zu schaffen, weil zwischen den Seiten weiterhin politische Auseinandersetzungen zu erkennen sind.

    Wie Ian Storey, Redakteur der Zeitschrift „Contemprorary Southeast Asia“ allerdings sagte, werden ähnliche Positionen zu Weltproblemen, der Widerstand gegen die Hegemonie der USA und gute persönliche Beziehungen zwischen Wladimir Putin und Xi Jinping das russisch-chinesische Zusammenwirken weiterhin stärken.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Wie Russland, China und USA Laserwaffen entwickeln
    Chinas Antwort auf US-Raketenabwehr: Wenn nicht verhindern, so doch „neutralisieren“
    „China und Russland strategisch einkreisen“: Echo auf THAAD-Aufstellung in Südkorea
    Trump kann sich nicht entscheiden – sitzt der „Feind“ in Peking oder in Moskau?
    Tags:
    Waffen, Lieferungen, Militär, S-400, Su-35, Südchinesisches Meer, Asien, Washington, Russland, USA, China