02:19 26 Juni 2017
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    Der mobile Raketenkomplex „Jars“

    Kreml erklärt strategische Atomkräfte zu Priorität

    © Sputnik/ Ekaterina Stukina
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    Nesawissimaja Gaseta
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    Am Mittwoch haben sich im Kreml hochrangige Militärs mit Präsident Wladimir Putin getroffen, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“. Bei dem Treffen wurde vor allem über Waffen gesprochen – für den Export und für das russische Militär.

    Schon zum Auftakt seiner Rede machte Putin klar, dass die strategischen nuklearen Abschreckungskräfte weiterhin das Fundament des Verteidigungspotentials des Landes bilden, und deshalb würden sie vorrangig ausgerüstet. Laut Putin soll der Anteil der Militärtechnik der neuen Generation und moderner Waffen in den strategischen Raketentruppen, in der Marine und in strategischen Fliegerkräften zum Jahr 2020 auf mehr als 60 Prozent steigen, in einzelnen Bereichen sogar auf 90 Prozent.

    Es handelt sich dabei vor allem um die ballistische Interkontinentalrakete RS-28 Sarmat, die laut Vizepremier Dmitri Rogosin einen zehn Tonnen schweren trennbaren Gefechtskopf an jeden Ort der Welt bringen kann. Darüber hinaus werden neben Sarmat weitere Raketen entwickelt, womit das russische Atompotential in der Zukunft vollständig erneuert werden kann.

    Russische Marine feuert Kalibr-Marschflugkörper auf al-Nusra-Front-Terroristen in Syrien ab
    © Foto: Verteidignugsministerium Russlands
    Auch das Kampfpotential der Hochpräzisionswaffen, die laut Putin eine wichtige Rolle in Syrien spielten, soll zum Jahr 2021 hin mindestens um das Vierfache erhöht werden. Die Kampfmöglichkeiten der Fliegerkräfte sollen in den kommenden Jahren um das 1,5-Fache steigen – dank Flugzeugen der neuen Generation. Moderne Schiffe und U-Boote, die mit Hochpräzisions-Marschflugkörpern ausgerüstet sind, sollen bei den Seestreitkräften in Dienst gestellt werden. Die Bodenstreitkräfte sollen moderne Panzer der Typen Armata und Kurganez sowie Selbstfahrlafetten Koalizija SW bekommen.

    Putin: Schlagkraft russischer Präzisionswaffen vervierfachen

    Dabei haben die Kampfhandlungen in Syrien gezeigt, dass die russische Rüstungsindustrie fast vollständig ihr Wissenschafts- und Industriepotential wiederhergestellt hat, wovon die wachsende Nachfrage nach russischen Waffen im Ausland zeugt. Wie Putin am Mittwoch bei der Sitzung der Kommission für militärtechnische Kooperation mit ausländischen Staaten sagte, wurden im vergangenen Jahr 52 Länder mit russischen Militärerzeugnissen beliefert. Heute stehen bereits mehr als 100 Länder Schlange nach russischen Waffen.

    Deswegen kann man der russischen Rüstungsindustrie kaum die Tatsache werfen, dass sie im vergangenen Jahr nach Exportumfang erstmals hinter der Landwirtschaft blieb. In diesem Jahr kann die Rüstungsbranche die Landwirtschaft wieder überholen. Der Westen ist aber kaum begeistert davon.

    Laut Richard Connolly von der britischen Denkfabrik Chatham House und der norwegischen Expertin Cecilie Sandstad sichert die dicke Auftragsmappe des Waffenexporteurs Rosoboronexport die russischen Positionen auf den neuen Märkten und den Status als zuverlässiger Waffenlieferant für Länder, die „keine herzlichen Beziehungen zu den USA“ haben.

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    Dabei geht es vor allem um China. Experten zufolge könnten die Lieferungen der russischen Flugabwehrkomplexe S-400 sowie von Kampfjets Su-35 nach China bedeutende Folgen für die USA haben. Nicht ausgeschlossen ist auch, dass S-400-Raketen an die Türkei geliefert werden. Die Tatsache, dass ein Land, das sich nach Nato-Standards richtet, Interesse an russischen Waffen zeigt, zeigt vor allem die stabile Lage der russischen Rüstungsindustrie auf dem Weltmarkt.

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    Tags:
    Rüstungsindustrie, Su-35, S-400, Interkontinentalrakete RS-28 Sarmat, Dmitri Rogosin, Wladimir Putin, China, Russland