Widgets Magazine
22:12 13 Oktober 2019
SNA Radio
    US-Präsident Donald Trump trifft sich mit dem stellvertretenden Thronfolger Saudi-Arabiens Mohammed bin Salman

    Donald Trump formiert Bündnis gegen Russlands Verbündete

    © AFP 2019 / NICHOLAS KAMM
    Zeitungen
    Zum Kurzlink
    Von
    3013173
    Abonnieren

    Saudi-Arabien strebt die Aufhebung des vom US-Kongress angenommenen JASTA-Gesetzes an, das den Angehörigen der Opfer der Terroranschläge vom 11. September 2001 es ermöglicht, Riad wegen Terrorunterstützung zur Verantwortung zu ziehen, schreibt die Zeitung „Kommersant“. Zugleich nehme Washington Kurs auf Wiederherstellung der Beziehungen zu Riad.

    Tausende US-Flaggen zum Gedächtnis an Opfer der Terroranschläge am 11. September 2001
    © AP Photo / Jeff Roberson
    Dieses Vorhaben verkündete das saudische Königshaus nach dem Treffen des US-Präsidenten Donald Trump mit dem stellvertretenden Thronfolger Mohammed bin Salman, das zum Wendepunkt in den Beziehungen der Verbündeten wurden. Die USA und Saudi-Arabien wollen ihre Anstrengungen zur Abschreckung und dem Verdrängen des Iran von den wichtigen Energiemärkten, darunter vom chinesischen Markt, bündeln. Die Offensive gegen Teheran, das enge Beziehungen zu Moskau hat, bringt Russland vor dem heute beginnenden Moskau-Besuch des iranischen Präsidenten Hassan Rohani in eine schwierige Lage.

    „Wir hoffen, dass der neue Kongress und die neue Administration der USA notwendige Maßnahmen treffen, um die Situation um JASTA zu ändern“, sagte der saudische Energieminister Halid al-Falih der Zeitung „Wall Street Journal“.

    Der Skandal um die Beziehungen zu Riad entflammte nach dem Einreichen einer Gemeinschaftsklage der Angehörigen der Opfer der Terroranschläge des 11. Septembers in der vergangenen Woche. In der Klage wird den Behörden Saudi-Arabiens und der im Land tätigen Organisationen die Unterstützung des Terrornetzwerks Al-Qaida vorgeworfen, dessen Mitglieder die größten Terroranschläge in der Geschichte der USA organisierten.

    Allerdings kommt die Initiative der US-Bürger vielleicht zu spät. Trump nahm Kurs auf die Wiederherstellung der Beziehungen zu Riad, die sich unter seinem Vorgänger deutlich verschlechtert hatten. Ein Schulterschluss mit den USA erhöht die Chancen Saudi-Arabiens auf die Festigung der regionalen Führungsrolle beim Widerstand gegen den größten geopolitischen Opponenten, den Iran.

    Donald Trump betrachtet nicht Saudi-Arabien, sondern den Iran als Hauptsponsor des Terrorismus. Die kardinale Umdeutung der Rolle Teherans begann bereits im Januar nach der Verkündigung der Prioritäten des neuen Präsidenten.

    Zur Überwindung der gegenseitigen Entfremdung der letzten Jahre zwischen den USA und Saudi-Arabien bewegt die Übereinstimmung ihres außenpolitischen Hauptziels. Es geht um die Abschreckung des wachsenden militärpolitischen und wirtschaftlichen Einflusses des Iran im Nahen Osten sowie in benachbarten Regionen. Der Machtwechsel im Weißen Haus gibt Riad die neue Chance, mit Hilfe der USA damit zu beginnen, den Iran aus Syrien, dem Jemen, Libanon, dem Irak sowie aus der muslimischen Welt im Ganzen zu verdrängen.

    Laut dem Politologen Grigori Kossatsch bekommt Riad die Möglichkeit, Washington aktiver in Konflikte in Syrien und Jemen einzubeziehen, wobei das US-amerikanische Militärpotential zu eigenen Zwecken genutzt wird. Eine weitere Aufgabe Riads ist, gemeinsam mit den USA den iranischen Einfluss im Irak einzuschränken.

    Der Versuch, die Rolle des Irans einzuschränken, hat auch ein eindeutiges wirtschaftliches Element wegen des Strebens des von Sanktionen befreiten Teherans, auf den Weltmarkt als eines der führenden Akteure zurückzukehren.

    „Die Asien-Tour des Königs Salman im März, wobei Malaysia, Indonesien, Japan und China besucht wurden, zeigte das Streben Riads, seine Lage als größten Ölexporteurs in die führenden asiatischen Wirtschaften zu festigen“, sagte Kossatsch.

    Die aktiveren Handlungen Saudi-Arabiens, das zusammen mit den USA in der neuen anti-iranischen Koalition den Ton angibt, bringt Russland in eine schwierige Lage, besonders vor dem Hintergrund des heutigen Moskau-Besuchs des iranischen Präsidenten und des Treffens mit Staatschef Wladimir Putin.

    Neben den USA und Saudi-Arabien könnten der neuen Koalition auch Israel und die Türkei beitreten, die die frühere Idee wiederbeleben, dass der Iran der größte Destabilisierungsfaktor im Nahen Osten sei.

    „Angesichts der Hauptrolle Teherans in Syrien, seiner situativen Allianz mit Moskau, gibt Russland zu verstehen, dass der verstärkte Druck gegen den Iran größere negative Folgen nach sich ziehen kann, als sich die Saudis und ihre Partner jetzt vorstellen“, sagte der Orientalist Wladimir Sotnikow.

    Dabei bleibe Moskau jetzt abseits des großen geopolitischen Feilschens um den Iran. Einer der Gründe seien die stockenden Gespräche mit der neuen US-Administration. Das erste Treffen zwischen Putin und Trump findet frühestens im Mai statt. Angesichts einer erzwungenen Pause im Dialog mit der neuen US-Administration erhöht die russische Führung ihre Bedeutung in den Augen Washingtons, indem es besondere Beziehungen zu Teheran demonstriere, so Sotnikow.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Donald Trump, Mohammed bin Salman al-Saud, Riad, Russland, USA