18:37 25 Februar 2018
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    Der iranische Präsident Hassan Rohani verhandelt in Moskau mit der Führung des Landes

    Iran erschwert Aussichten auf verbesserte Beziehungen zwischen Russland und USA

    © Sputnik/ Алексей Никольский
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    Nesawissimaja Gaseta
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    In Syrien treten Russland und der Iran fast als Verbündete auf, was die Hoffnungen des Kremls auf die Regelung der Auseinandersetzungen mit den USA zerstört, schreibt die russische Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Dienstag vor dem Hintergrund des laufenden Moskau-Besuchs des iranischen Präsidenten.

    Der iranische Präsident Hassan Rohani verhandelt derzeit in Moskau mit der Führung des Landes. Beim Treffen mit Premier Dmitri Medwedew wurde die Wirtschaftskooperation besprochen. Sie nimmt zwar zu, doch der Handelsumsatz ist nur etwas höher als eine Milliarde Dollar. Beim Treffen mit Präsident Wladimir Putin soll es um geopolitische Probleme gehen.

    US-Präsident Donald Trump bezeichnete den Iran als Terrorstaat Nummer eins. Diese Position wird von Israel unterstützt. Obwohl Wladimir Putin sehr gute Beziehungen zum israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu hat und Moskau weiterhin damit rechnet, zu Trump gute Beziehungen aufzubauen, bedeutet dies nicht, dass es bereit ist, enge Beziehungen zu solch einem einflussreichen Akteur im Nahen Osten wie dem Iran zu opfern. Wie die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, sagte, baut Russland die Beziehungen zum Iran ausgehend von seinen nationalen Interessen aus.

    Diese Interessen bestehen laut Putin darin, den Einfluss Russlands in der Region zurückzugewinnen, der nach dem Zerfall der Sowjetunion verloren ging. Der Iran spielt die Schlüsselrolle bei diesen Plänen. Russland und der Iran unterstützen nicht nur zusammen das Regime von Baschar al-Assad in Syrien, sondern koordinieren dort auch Kampfeinsätze.

    „Seit die Russen immer aktiver in die Angelegenheiten Syriens einbezogen werden, traten die Beziehungen zwischen Teheran und Moskau in eine neue Phase ein. In Syrien befand sich der einzige russische Militärstützpunkt im Nahen Osten. Für den Iran erwies sich Syrien als ein stabiler Korridor auf dem Boden, über den man Waffen und Geld in den Libanon für die Hisbollah schicken kann“, sagte Ellie Geranmayeh vom European Council on Foreign Relations.

    Wie die Zeitung „Tehran Times“ berichtet, nutzten russische Kampfflugzeuge Tu-22M3 und Su-34 im August einen Stützpunkt nahe der Stadt Hamadan im Nordosten Irans für Luftangriffe gegen Extremisten in Syrien. Zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg wurde der Stützpunkt im Iran von einem anderen Land genutzt.

    Laut der Orientalistin Jelena Dunajewa hat jedes Land eigene Ziele und Aufgaben. In dieser Etappe haben Russland und der Iran ein gemeinsames Ziel – die Terroristen zurückzudrängen und ihre Ausdehnung auf den Nahen und Mittleren Osten bis an die russischen Grenzen zu verhindern. Ein weiteres Ziel sei die Aufrechterhaltung des einheitlichen syrischen Staates und die Verhinderung einer Anarchie. Hier seien Russland und der Iran Verbündete. Natürlich kämpfe jeder Staat für die Erhöhung seines Einflusses. Falls die terroristischen Kräfte in Syrien bekämpft werden, könnte es in der Zukunft zu Unterschieden bei der Lösung der Aufgaben kommen.

    „Was Israel betrifft, muss Russland seine Interessen berücksichtigen. Es kann das Vorgehen der Hisbollah nicht einschränken, das liegt außerhalb seiner Möglichkeiten. Man muss das Gleichgewicht zwischen den Interessen Israels und Irans anstreben, damit die Stabilität in der Region gefördert wird. Israel sagt natürlich, dass der Iran die zerstörerischen Aktivitäten im Nahen Osten unterstützt. Allerdings ist die Situation so kompliziert, dass man sich zu Vereinbarungen auf regionaler Ebene hinbewegen soll“.

    In Moskau findet heute bereits das neunte Treffen zwischen Rohani und Putin statt. Die Beziehungen gingen in eine neue Etappe über.

    Beim gestrigen Treffen mit Medwedew wurden der Zustand und die Aussichten der Entwicklung der bilateralen Kooperation im Handel, Wirtschaft, Investitionen, Energie, Industrie und Landwirtschaft sowie der Verlauf von großen gemeinsamen Projekten besprochen. 2015 lag der bilaterale Handelsumsatz bei 1,3 Milliarden Dollar, was dem Niveau der politischen Beziehungen zwischen beiden Ländern wohl nicht entspricht. Wie allerdings der russische Energieminister Alexander Nowak betonte, werden Industrieprojekte im Wert von zehn Milliarden Dollar besprochen. Es werden bereits Bahnwaggons geliefert. Darüber hinaus geht es um Lieferungen des Regionalflugzeugs Sukhoi Superjet und andere Kooperationsprojekte. Russische Öl- und Gasunternehmen verhandeln über die Erschließung von elf Vorkommen im Iran.

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    Tags:
    Beziehungen, Wirtschaft, Politik, Zusammenarbeit, Donald Trump, Benjamin Netanjahu, Hassan Rohani, Dmitri Medwedew, Wladimir Putin, Israel, Iran, Syrien, USA, Russland
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