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05:30 18 Oktober 2019
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    Panzer der türkischen Streitkräfte im Norden Syriens

    USA und Russland stehen im Weg – Türkei beendet Syrien-Einsatz

    © Sputnik / Hikmet Durgun
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    Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat gestern mit US-Außenminister Rex Tillerson die Perspektiven einer möglichen gemeinsamen Bekämpfung des IS besprochen, schreibt die Zeitung „Wedomosti“ am Freitag.

    Am Mittwochabend hatte der türkische Sicherheitsrat den Abschluss der Operation „Euphrat-Schild“ verkündet, die im August 2016 gestartet worden war und offiziell das Ziel verfolgte, eine Pufferzone an der syrischen Grenze zu schaffen, wo zuvor der IS und die kurdischen YPG-Kräfte das Sagen hatten.

    „Wir haben 2015 Quadratkilometer von den Terroristen befreit. Dort befindet sich jetzt die Freie Syrische Armee; dorthin sind Flüchtlinge zurückgekehrt“, erläuterte Premier Binali Yildirim. „Der Einsatz ‚Euphrat-Schild‘ ist beendet. Falls uns aber künftig jemand bedrohen würde, könnte eine neue Operation beginnen.“

    Ein Sprecher der syrischen Partei der Demokratischen Union, deren Kampfflügel YPG ist, fand den Abschluss des türkischen Einsatzes überraschend. Aber selbst wenn „Euphrat-Schild“ als erfolgreich gelte, dann sei das nur ein provisorischer Erfolg gewesen, betonte er. „Sie nennen das einen Erfolg, aber wir halten das für ein Scheitern. Denn sie hatten syrisches Territorium okkupiert und sind auf unseren Widerstand gestoßen.“

    Mehr zum Thema >>>> Russland, USA und Türkei teilen den Norden von Syrien

    Zudem verwies der YPG-Sprecher darauf, dass die syrischen Kurden die entscheidende Rolle bei Rakka gespielt haben: „Wir haben vor Ort gezeigt, dass wir tatsächlich gegen den Terrorismus kämpfen, und schon viele Städte befreit, während die Türken unter dem Vorwand der Bekämpfung des IS Kurden beseitigen.“

    Ursprünglich hatte Ankara die Eroberung der Stadt Manbidsch, die die syrischen Kurden damals kontrollierten, als Ziel des „Euphrat-Schild“-Einsatzes bezeichnet, erinnerte eine dem russischen Verteidigungsministerium nahestehende Quelle. Dann galt Rakka als Ziel. Aber Ende 2016 mussten sich die Türken bei El-Bab sehr lange mit dem IS auseinandersetzen, und nach dessen Eroberung sahen sie bei Manbidsch plötzlich russische und amerikanische Patrouillen, und die antikurdischen Ziele der Offensive seien damit nicht vollständig erreicht worden, so der Militär.

    Kämpfer der kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) in Al-Hasaka
    © AFP 2019 / Delil Souleiman
    „Euphrat-Schild“ sei durchaus erfolgreich gewesen, erklärt dagegen Professor Seckin Kostem von der Universität Bilkent in Ankara. Das bedeute allerdings nicht, dass die Türken Syrien verlassen werden: Es könnte auch ein neuer Einsatz beginnen, um den IS zu vertreiben und die Kurden an der Vereinigung zu hindern: „Jetzt wartet die Regierung ab und versucht zu verstehen, was ihre Kooperation mit Moskau und Washington bringen könnte, vor allem bei Rakka. Die Türken könnten den Amerikanern etwas bieten: Eine gemeinsame Militäroperation wäre in diesem Fall viel besser vorbereitet.“

    Das Thema eines gemeinsamen Einsatzes habe auf der Tagesordnung der Verhandlungen nicht nur mit Tillerson, sondern auch mit CIA-Direktor Mike Pompeo gestanden, dessen erste Auslandsreise Anfang Februar ausgerechnet in die Türkei führte, ergänzte der Experte.

     

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    Einsatz, Kurden, Schutzschild Euphrat, USA, Russland, Türkei, Syrien