02:30 06 Dezember 2020
SNA Radio
    Zeitungen
    Zum Kurzlink
    Von
    416184
    Abonnieren

    Die USA sehen den Iran als größte Destabilisierungsquelle im Großen Nahen Osten, wie die russische Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Montag schreibt. Darum zieht es offenbar auch Angriffe in Betracht.

    Das Pentagon braucht dem Bericht zufolge zur Rechtfertigung seines Vorgehens gewöhnlich immer einen Sündenbock. Während das in Europa Russland ist, ist es wohl im Großen Nahen Osten der Iran. US-General Joseph Votel, der seit einem Jahr das Zentralkommando der US-Streitkräfte mit einem Zuständigkeitsbereich von 21 Ländern Afrikas und Asiens leitet, erklärte vor einigen Tagen im Streitkräfte-Ausschuss im Repräsentantenhaus den Iran zur Hauptquelle von Stabilitätsstörungen in der Region.

    Die Sitzung wurde von dem Ausschussvorsitzenden und republikanischen Kongressmitglied aus Texas, Mac Thornberry, eröffnet. Ihm zufolge ist die Terrorbedrohung ein akutes Problem für Politiker und Militärs. Nun sei es zwar schwer zu sagen, wie die IS-Extremisten in Syrien bekämpft werden können. Auch die berüchtigte Al-Qaida verließ die Bühne nicht. Laut Thornberry passen sich die Islamisten gut an die sich ändernden Rahmenbedingungen an und destabilisieren die Lage im Großen Nahen Osten immer mehr. Allerdings sei die größte Bedrohung für die Stabilität in dieser Region der Iran, der seine Herrschaft hier aufstellen wolle.

    Medien: Zwei auf US-„Todesliste“ gesetzte Reporter verklagen Trump

    Votel zufolge haben sich Teherans Aktivitäten zur Unterstützung der Terrororganisationen in der letzten Zeit stark erweitert. Nach der Unterzeichnung des Atomdeals änderte sich die Position des Irans gegenüber den USA aber kaum. Zudem sollen die Anführer Irans die Hilfe an die Aufständischen in Syrien und im Irak verstärkt haben und die Produktion ballistischer Raketen weiter ausbauen.

    Diese Situation erfordere vom Pentagon, so der General weiter, eine völlige Übereinstimmung mit der Position des Präsidenten Donald Trumps sowie die Bereitschaft zur Anwendung härterer Maßnahmen gegen den Iran – grundsätzlich auch zu militärischen Schritten. Teheran müsse verstehen, dass, falls er das Entfachen von Bränden der Instabilität in dieser Region fortsetze, es für ihn zu unangenehmen Folgen kommen könne, so der General.

    Laut Votel kann Teheran Washington Widerstand leisten und sich aktiv in die Ereignisse im Irak, Syrien und anderen Ländern der Region einmischen. Neben der großen Wahrscheinlichkeit des Auftauchens von Atomwaffen im Iran kann dieses Land eine Quelle vieler Bedrohungen werden, beispielsweise mit ballistischen Raketen und Cyberwaffen. Die Einheiten der Revolutionsgarde, die geheime Aktionen zur Unterstützung der Terroristen, die gegen US-Verbündeten kämpfen, durchführen, stellen ebenfalls eine große Gefahr für die Region dar. „Wir müssen uns sicher sein, dass unsere Positionen in dieser Region den von uns stehenden Aufgaben entsprechen. Die USA müssen hier zuverlässige, kampffähige und effektive Kräfte haben“, sagte Votel.

    „Uns beunruhigt nach wie vor, dass der Iran Anstrengungen zur Unterstützung des syrischen Regimes im Kampf gegen die Opposition unternimmt“, sagte der General. Zudem ist das US-Militär über die Absichten Teherans besorgt, die Gebiete des Landes zu nutzen, wo Schiiten die Mehrheit bilden, um seinen Einfluss nicht nur in Syrien, sondern auch in anderen Ländern der arabischen Welt zu stärken.

    Votel hob zum Schluss hervor, dass Teheran weiterhin Konflikte im Jemen, Libanon und Gazastreifen schüren will. Seine enger werdenden Verbindungen mit Russland fördern die Entstehung von regionalen Problemen im Großen Nahen Osten. Wie die Zeitung zusammenfasst, ließen sich also genug „Anklagepunkte“ finden, um zu den Waffen und kriegerischen Mitteln zu greifen. Wie ein solcher Zwei-Fronten-Krieg – gegen den Iran und gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS, auch Daesh) – dann konkret aussehen könnte, scheine Washington demnach aber noch nicht durchdacht zu haben.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Wie wär’s mit iranischem Manöver im Golf von Mexiko? – Teheran antwortet US-Militär
    Irans Verteidigungsminister fordert USA zum Abzug aus Persischem Golf auf
    Iran erschwert Aussichten auf verbesserte Beziehungen zwischen Russland und USA
    Iran sanktioniert zahlreiche US-Firmen
    Tags:
    Islamisten, Terrorismus, Pentagon, Terrormiliz Daesh, Mac Thornberry, Donald Trump, Nahosten, Washington, Teheran, USA, Iran