03:36 20 November 2019
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    Trumps Russland-Beraterin steht für harten Kurs

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    US-Präsident Donald Trump hat die Politologin Fiona Hill zur Direktorin für Russland und Europa im Rat für nationale Sicherheit ernannt, schreibt die Zeitung "Iswestija" am Montag.

    Gleichzeitig wurde der Status dieses Postens erhöht: Für die Russland-Politik ist ab sofort das Weiße Haus zuständig, und zwar Vizepräsident Mike Pence.

    Fiona Hill ist im Westen als eine der besten Russland-Expertinnen bekannt. Seit 2000 und bis zuletzt arbeitete sie in der Brookings Institution. Zuvor war Hill Mitarbeiterin der Kennedy-Schule bei der Harvard University und von 2006 bis 2009 Beraterin im Nationalen Aufklärungsrat gewesen. Sie besuchte mehrmals Russland und machte sogar 1987 und 1988 ein Praktikum an der Moskauer Linguistischen Universität, wo sie Russisch studierte. Hill ist Autorin von mehreren Werken, die dem russischen Präsidenten Wladimir Putin gewidmet sind.

    Nach ihren Worten zweifelt Fiona Hill an einer wirklichen Verbesserung der russisch-amerikanischen Beziehungen unter Donald Trump. Auch eine Freundschaft zwischen ihm und Putin sei unwahrscheinlich. 

    US-Medien halten Hills Ernennung für einen Beweis für Washingtons harten Kurs gegenüber Moskau. Sie hoben sofort ihre kritischen Äußerungen in Bezug auf die russischen Behörden hervor, erwähnten aber zugleich auch einige positive Kommentare der Expertin. Es wäre wohl richtiger, ihre Ernennung als Versuch Trumps zu betrachten, seinen Opponenten in Washington, die ihn manchmal als „Agenten des Kremls“ bezeichnen, zu zeigen, dass er gegenüber Russland pragmatisch eingestellt ist.

    „Fiona Hill beschäftigt sich schon seit langem mit Russland-Studien, spricht hervorragend Russisch und besuchte Russland mehrmals“, sagte der Direktor des Moskauer Carnegie-Centers, Dmitri Trenin, der Hill persönlich kennt. Sie wird sich nach seinen Worten nicht von politischen und ideologischen Momenten beeinflussen lassen. Dass es in der US-Administration eine solch hochqualifizierte Russland-Expertin gebe, könnte hilfreich bei der Beilegung von Differenzen sein, so Trenin. 

    Hills Ernennung sei in der heutigen Situation nicht die schlechteste Variante, zeigte sich auch Edward Lozansky, der Präsident der American University in Moskau, überzeugt.

    „Angesichts der aktuellen Atmosphäre in Washington, wo jede Person, die auf einen außenpolitischen Staatsposten ernannt wird, sofort aus der Sicht ihrer möglichen Kontakte mit Moskau überprüft wird, ist die Ernennung Fiona Hills wohl optimal. Sie gehört zweifellos zu den führenden amerikanischen Experten für Russland bzw. die Sowjetunion, und wenn man ihre Bücher, Werke und Reden analysiert, kann man feststellen, dass Hill neben der eher ‚rituellen‘ Kritik an Wladimir Putin auch hervorhebt, in welcher Situation er an die Macht gekommen ist und welche Erfolge er hatte“, so der Experte. 

    Zugleich erinnerte Lozansky, dass Hill den russischen Staatschef einst mit dem einstigen US-Präsidenten Franklin Roosevelt und dem französischen Staatschef Charles De Gaulle verglichen hatte, die ebenfalls in schweren Zeiten die Macht übernommen und ihre Länder aus Krisen geführt hatten.

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    Wladimir Putin, Donald Trump, Fiona Hill, USA, Russland