04:25 18 Dezember 2017
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    Auf der Flucht

    IS-Kommandeure lassen ihre Kämpfer aus Mossul fliehen

    © AFP 2017/ Ahmad Gharabli
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    Feldkommandeure der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS, auch Daesh), die die Verteidigung von Mossul leiten, haben eine Anordnung veröffentlicht, die ihren Kämpfern die Flucht aus der Stadt erlaubt, schreibt die Zeitung „Iswestija“ am Dienstag.

    Das Vorrücken der irakischen Truppen in Mossul, das aus der Luft von der US-geführten internationalen Koalition unterstützt wird, zwang mehrere IS-Anführer dazu, eine Anordnung zu verabschieden, der zufolge ihre Kämpfer das Schlachtfeld verlassen können. Laut Quellen in der Stadt griffen die Terroristen zu dieser Maßnahme, weil sie die Unvermeidlichkeit der Niederlage in der Schlacht begriffen haben.

    Laut dem irakischen Sicherheitsexperten Muatas Muhi Abdel Hamid wird die Flucht aus Mossul keine einfache Aufgabe für die Terroristen sein.

    „Die Stadt ist von allen Seiten eingekesselt. Im Osten ist der Weg der Terroristen nach Tigris versperrt, hinter dem irakische Truppen stehen. Im Westen ist alles von den Volkswehreinheiten ‚Al-Haschd asch-Schaabi‘ blockiert. Es bleiben unterirdische Tunnel, die in Richtung Wüste führen, die von IS-Extremisten anscheinend im Voraus angelegt wurden. Anscheinend wird die Flucht durch diese Tunnel erfolgen. Jedenfalls ist es nur eine Frage der Zeit, bis Mossul wieder unter Kontrolle steht“, sagte der Experte.

    Dem Experten zufolge werden sich die Terroristen zunächst in Richtung der syrischen Stadt Deir ez-Zor begeben. Anschließend können sie sich in andere Länder und Regionen mit instabiler Lage begeben – nach Libyen, Jemen und auf die Sinai-Halbinsel.

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    Die Operation zur Rückeroberung Mossuls wird von irakischen Behörden in zwei Etappen durchgeführt. In der ersten Etappe, die im Oktober 2016 begann und etwas mehr als drei Monate dauerte, befreiten die Streitkräfte die Gebiete, die östlich des Tigris liegen. Das Ziel der zweiten Etappe, die seit Februar andauert, ist die Befreiung des westlichen Teils Mossuls. Jetzt säubern irakische Truppen die Altstadt. Die Militärtechnik kann nicht durch die engen Straßen gebracht werden, was das Vorgehen der Armee erschwert. Allerdings rechnet Bagdad mit der völligen Befreiung Mossuls in wenigen Wochen.

    Wie Dmitri Schurawljow, Leiter des Instituts für Erforschung regionaler Probleme mitteilte, war die Anordnung der IS-Kommandeure in der jetzigen Situation zu erwarten gewesen. „Damit wurde zugegeben, dass die Verteidigung nicht nur unwirksam, sondern destruktiv für den IS wurde. Falls die Extremisten bleiben, wird es demnächst keinen mehr geben, den die Kommandeure führen können“, so der Experte.

    „Die US-Militärs setzen auf einen willkürlichen Beschuss und kümmern sich nicht darum, dass diese Geschosse neben einem einzelnen Terroristen auch Dutzende friedliche Einwohner töten können. In dieser Situation würden Terroristen sich dorthin begeben, wo sie sich verschanzen können, am besten eignet sich anscheinend Syrien. Dort können sie sich hinter dem Rücken der friedlichen Einwohner verstecken“, sagte Schurawlkow ferner.

    Im Unterschied zu den Amerikanern streben russische und syrische Truppen bei der Planung der Operationen danach, möglichst zivile Opfer zu vermeiden. Vielleicht sei für die USA der Extremistenstrom aus dem Irak nach Syrien vorteilhaft und sie könnten ihn sogar fördern, um Moskau und Damaskus das Vorgehen zu erschweren, so Schurawljow.

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    Tags:
    Extremisten, Experte, Terrorismus, Terrormiliz Daesh, Syrien, Russland, USA, Mossul, Irak
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