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    Ursula von der Leyen mit Besuch in Afganistan (Archivbild)

    Cyber-Armee: Wie Ursula von der Leyen dem FBI ein Schnippchen schlägt

    © AFP 2019 / Gregor Fischer
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    Nesawissimaja Gaseta
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    Deutsche Cyber-Einheiten werden die Bundestagswahl vor äußerer Einmischung schützen, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Mittwoch.

    Die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen gibt am Mittwoch den Startschuss für das Kommando Cyber- und Informationsraum (KdoCIR). Ab nun ist die deutsche Cyber-Armee eine eigene Einheit und steht auf einer Ebene mit Heer, Marine und Luftwaffe.

    Bislang lag die Verantwortung für die Cyber-Verteidigung vor allem bei dem Innenministerium. Doch jetzt wird eine eigene Gattung der deutschen Streitkräfte geschaffen. Der Befehlshaber der Cyber-Armee, Ludwig Leinhos, wird denselben Status wie die Generalinspekteure des Heeres haben. Das Personal besteht aus 260 Personen. Zum 1. Juli 2017 soll es 13.500 Militärs der Cyber-Armee geben.

    Das Datum wurde anscheinend nicht zufällig gewählt – dann soll ja die entscheidende Phase des Wahlkampfes beginnen. Zu dieser Zeit bringt von der Leyen ihre Divisionen zum Einsatz.

    Bekannt ist, dass die angebliche russische Einmischung in ausländische Wahlen ein Trendthema ist. Es scheint, dass ohne eine geringste russische Spur es überhaupt keine echten Wahlen gibt. In Deutschland haben viele Medien keine Zweifel daran, dass Moskau versuchen wird, einzelne Politiker zu unterstützen bzw. einige Wählergruppen mit Desinformationskampagnen zu beeinflussen. Solche Vermutungen werden von Parlamentariern und manchmal auch von offiziellen Beamten geäußert. In diesem Zusammenhang ist die Initiative von der Leyens wohl zu begrüßen, wenn sie eine Cyber-Mauer der Bundeswehr errichtet und damit die Befürchtungen um den russischen Einfluss beseitigt.

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    Zugleich kann dies aber auch eine Antwort für die Amerikaner sein. Zu beharrlich wurde bei der jüngsten Sitzung des Aufklärungsausschusses des US-Senats vor der drohenden russischen Einmischung in deutsche Wahl gesprochen. Inzwischen plant das FBI erst die Gründung einer Sonderabteilung im Hauptquartier in Washington zur Koordinierung der Untersuchung aller angeblicher Versuche Moskaus, die US-Präsidentschaftswahl zu beeinflussen. Doch Ursula von der Leyen schläft nicht.

    Allerdings wird das KdoCIR natürlich nicht nur für solch ein beschränktes Ziel ins Leben gerufen. Wie es aus dem Pressedienst des Verteidigungsministeriums hieß, wird die neue Einheit die größte Verantwortung für Cyber- und Informationsraum übernehmen. Die Bundeswehr stellt dem KdoCIR die Aufgabe, zu jedem Zeitpunkt komplexe und professionelle Cyberangriffe abzuwehren. Zum 1. Juli soll dem Kommando die Bundeswehreinheiten für strategische Aufklärung, operative Kommunikationen, Geoinformationen u.a. unterordnet werden. In Bezug auf die Cybersicherheit wird das KdoCIR auf Augenhöhe mit anderen Behörden und Wirtschaftsorganisationen sowie Verbündeten zusammenwirken.

    Bonn wird also zum Zentrum einer neuen starken Bundeswehr-Einheit, die sich nicht nur auf den Schutz der Regierungs-, militärischen und wirtschaftlichen Kommunikationsnetzwerke spezialisieren wird. Natürlich wird man sich auch mit Spionage und Propaganda befassen. Vielleicht wird es auch dazu dienen, im Informationskrieg Viren und Fakes in fremde Netze zu werfen.

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    Tags:
    Cyber-Krieg, Cyber-Armee, FBI, Ursula von der Leyen, USA, Deutschland