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    Westen bekommt Empfehlung: Lasst Ukraine nicht mit Russland allein

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    Von Nesawissimaja Gaseta
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    Die Nato warnt vor einer drohenden Eskalation im Donezkbecken. Das teilte nach Angaben der ukrainischen Nachrichtenagentur UNIAN die stellvertretende Vorsitzende der Parlamentarischen Versammlung der Nato und ehemalige Verteidigungsministerin Litauens, Rasa Juknevičiene, mit.

    Juknevičiene zufolge riskiert die westliche Welt den Verlust der Ukraine, falls sie im 1:1-„Duell“ mit Russland allein gelassen wird, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Mittwoch.

    Kiew sei der einzige Partner, der seinen Beitrag zu allen Operationen der Nato und zu den Einsatzkräften der Nato leiste, so Juknevičiene. Zudem erinnerte sie daran, dass der Westen in einem vor kurzem in beiden Kammern des litauischen Parlaments verabschiedeten Plan zur Ukraine dazu aufgerufen wird, Kiew politisch, finanziell, wirtschaftlich und mit anderen Methoden zu helfen. Dabei besteht die Hauptidee des Plans darin, dass eine unabhängige und freie Ukraine der Schlüssel zur europäischen Sicherheit sei, berichtet UNIAN weiter.

    Derweil sprach die stellvertretende Vorsitzende der ukrainischen Obersten Rada (Parlament), Irina Geraschtschenko, bei der Eröffnung des interparlamentarischen Ukraine-Nato-Rats von der notwendigen Erörterung des „Widerstandes gegen den Informationskrieg“ und der „Konzentration der Anstrengungen im Kampf gegen die russische Propaganda“, schreibt die ukrainische Nachrichtenagentur UNN.

    Der stellvertretende ukrainische Verteidigungsminister Iwan Russanka sagte bei der Sitzung des Ukraine-Nato-Rats, dass das Ministerium „ein Szenario nicht ausschließt, in dem Russland großangelegte Kampfhandlungen mit dem Einsatz aller vorhandenen militärischen Komponenten – Heer, Fliegerkräfte, Marine und sogar nukleare Elements – beschließt“, berichtet UNN weiter.

    Inzwischen berichteten die Aufständischen des Donezbeckens von 55 Verstößen gegen den Waffenstillstand durch die ukrainischen Streitkräfte am vergangenen Tag. Nach Angaben eines Vertreters des Donezker Kommandos beschossen ukrainische Einheiten 19 Ortschaften. Das Feuer wurde von Panzern, Minenwerfern, Schützenpanzern, Fla-Anlagen, Granatwerfern und Schusswaffen geführt, meldete die Donezker Nachrichtenagentur. Laut Berichten des Kommandos wurden bei Jassinowataja Offiziere des Gemeinsamen Kontroll- und Koordinierungszentrums und Vertreter der OSZE-Mission von ukrainischen Einheiten beschossen.

    Graffiti-Bild des russischen Außenministers Sergej Lawrow in Moskau
    © Sputnik / Mikhail Voskresenskiy
    Wie der Chef der Volksrepublik Donezk, Alexander Sachartschenko, mitteilte, könnte das ukrainische Militär zu Ostern mit dem Beschuss der Volksrepublik beginnen.

    „Alle Feiertage verliefen in der Republik immer unter der Gefahr eines Beschusses durch die ukrainische Armee. Ostern wird vielleicht keine Ausnahme“, so Sachartschenko.

    Zuvor hatte er im Interview für „El Pais“ gesagt, dass die Alternative zu den Verhandlungen in Minsk ein Krieg sei, bei dem die Aufständischen den restlichen Teil der Ukraine erobern und eine Flüchtlingswelle nach Westeuropa provozieren würden. „Hätte es Verhandlungen gegeben, so hätten wir gesagt, dass wir nicht in der Ukraine, sondern mit der Ukraine wie gute Nachbarn leben wollen“, so Sachartschenko. „Die Minsker Abkommen wurden geschaffen, um die Kampfhandlungen zu beenden. Danach hätten Lokalwahlen und ein Referendum wie auf der Krim stattfinden sollen“, so Sachartschenko.

    Schiffe der russischen Schwarzmeerflotte
    © Foto : Russlands Verteidigungsministerium
    „Wie denken Sie, wer wird hier bei Lokalwahlen gewählt? Menschen wie wir. Menschen wie wir werden dann ein Referendum ankündigen, und wir werden Russland legitim beitreten. Die Anerkennung hängt von der politischen Situation ab. Die Russische Föderation hat direkte Interessen auf diesem Territorium. Jetzt gibt es keine Bedingungen, doch wenn Europa zerfällt, werden wir anerkannt. Nach den Wahlen in Frankreich und Deutschland wird sich die Situation ändern“, sagte Sachartschenko der Zeitung „El Pais“. Ihm zufolge wären Tausende bewaffnete Ukrainer in Europa eingedrungen, hätte es keine Minsker Abkommen gegeben.

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    Tags:
    Eskalation, NATO, Alexander Sachartschenko, Litauen, Donbass, Russland, Ukraine