22:27 28 Oktober 2020
SNA Radio
    Zeitungen
    Zum Kurzlink
    Von
    31213
    Abonnieren

    Die Reise des britischen Außenministers Boris Johnson nach Moskau wird zeigen, ob London wirklich dazu bereit ist, den auf Eis gelegten Dialog mit Moskau wiederzubeleben, schreibt die Zeitung „Iswestija“ am Freitag.

    Der Moskau-Besuch des britischen Außenministers wird demnächst stattfinden. Ein konkretes Datum wird in den kommenden Tagen genannt, hieß es im russischen Außenministerium. Diese Informationen wurden auch vom britischen Außenamt bestätigt. Die Vorbereitung der Russland-Reise Johnsons erfolgt einen Monat nach der Debatte im britischen Parlament über einen Bericht, in dem die Wiederherstellung der Kooperation mit  Moskau gefordert wird. Experten zufolge ist diese Entwicklung damit verbunden, dass Großbritannien angesichts des bevorstehenden EU-Austritts nach einem neuen geopolitischen Vektor sucht.

    Johnsons Russland-Reise wird ein Testballon bei der Wiederbelebung der Beziehungen mit Moskau sein. Abhängig vom Ausgang des Treffens des britischen Außenministers mit seinem russischen Amtskollegen wird es darum gehen, welche Schritte zur Wiederaufnahme des Dialogs unternommen werden.

    Laut einer Quelle aus britischen diplomatischen Kreisen wurde der Dialog zwischen London und Moskau trotz Auseinandersetzungen bereits intensiviert. „Es finden Besuche statt, die mit Fragen verbunden sind, bei denen unsere Interessen übereinstimmen. Das betrifft vor allem die Sicherheit und den Antiterrorkampf“, so die Quelle.

    Die britische Zeitung „The Independent“ schrieb gar, dass die britischen Behörden auf die Konfrontationspolitik gegenüber Russland verzichten wollen. Wie aber eine Quelle aus britischen diplomatischen Kreisen sagte, entspricht der „Independent“-Artikel nicht ganz der Wahrheit. „Dieser Artikel ist eine Überraschung. Es ist seltsam, auf wen man sich da beruft. Es wird ein nicht genannter hochrangiger europäischer Diplomat in London zitiert“, so die Quelle.

    Von ernsthaften Fortschritten in den russisch-britischen Beziehungen kann man kaum sprechen. Johnsons Moskau-Besuch ist natürlich ein positiver Schritt angesichts der Tatsache, dass in den vergangenen fünf Jahren kein britischer Außenminister nach Russland gereist ist. Allerdings hat sich bislang nur der Ton geändert, zu realen Taten ist es noch nicht gekommen.

    „Ich denke nicht, dass irgendwelche Trends zu erkennen sind, die auf die Verbesserung der Beziehungen hinweisen. Andererseits stellt der EU-Austritt Großbritannien vor eine wichtige Aufgabe – seinen neuen Platz in der Welt zu begreifen, nicht nur in der Wirtschaft, sondern auch in der Politik. Bislang wurde die Position Londons in Bezug auf Moskau in vielerlei Hinsicht durch die Teilnahme an der EU bestimmt“, sagte der Politologe Timofej Bordatschow. Nach dem Brexit müsse London seine Außenpolitik neu einschätzen, die Revision der Beziehungen zu Russland wird dazu gehören.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Engagement statt Dämonisierung: Johnson plädiert für neues Verhältnis zu Russland
    Großbritannien verweigert Russland das Zusammenwirken im Anti-IS-Kampf in Syrien
    Großbritannien trainiert für möglichen Konflikt zwischen NATO und Russland – Medien
    MdB Hansjörg Müller (AfD) zum Fall Nawalny: Die deutsche Seite will nicht kooperieren
    Tags:
    Besuch, Dialog, Foreign Office, Boris Johnson, Großbritannien, Moskau, Russland