05:53 19 November 2019
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    Auf der Grenze zwischen Süd- und Nordkorea

    Washington und Seoul feilen an schlagender Antwort für Pjöngjang

    © AFP 2019 / Ahn Young-Joon
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    Die USA planen eine globale Koalition im Kampf gegen Nordkorea, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Freitag.

    US-Präsident Donald Trump hat bei einem Telefonat mit dem japanischen Premier Shinzo Abe am Donnerstag Unterstützung versprochen, nachdem Pjöngjang eine weitere ballistische Rakete getestet hatte.

    „Der Präsident unterstrich, dass die Vereinigten Staaten ihre Verbündeten Japan und Südkorea angesichts der großen Gefahr, die nach wie vor von Nordkorea ausgeht, unterstützen“, heißt in einer Erklärung des Weißen Hauses.

    Im US-Außenministerium teilte man ebenfalls mit, dass die USA „ihre Verbündeten und ihre Interessen in der Region verteidigen“ und alles Mögliche für die Förderung der Sicherheit in der Region tun würden.

    Wie die für Ostasien und den Pazifikraum zuständige amtierende Assistentin des US-Außenministers, Susan Thornton, erklärte, will Washington eine internationale Koalition bilden, um Nordkorea gemeinsam entgegenzustehen. Nach ihren Worten hatte Außenminister Rex Tillerson klar zu verstehen gegeben, „dass die Geduld der USA am Ende ist“. „Wir wollen mit anderen Partnern und Verbündeten als richtige globale Koalition zusammenwirken, um das Problem so schnell wie möglich zu lösen“, so Thornton.

    „Die aktuelle republikanische Administration kehrt zur Taktik ihrer Vorgänger zurück“, stellte der Leiter des Zentrums für Korea-Studien beim russischen Institut für Orientalistik, Alexander Schebin, fest. „Erinnernswert ist dabei die Koalition unter George Bush Jr., die er vor dem Irak-Krieg bildete. Eine ähnliche Koalition wollte die US-Administration auch bilden, um Nordkorea dazu zu zwingen, seine Atom- und Raketenprogramme aufzugeben, doch diese Bemühungen blieben erfolglos“, so der Experte.

    Zugleich vermutete er, dass die Situation ungeregelt bleiben würde, „solange die Amerikaner kein Paket konkreter politischer und wirtschaftlicher Anreize bieten, die unter anderem die Sicherheitsinteressen Nordkoreas berücksichtigen würden“.

    Sollte es aber tatsächlich zu einem neuen Krieg auf der Halbinsel Korea kommen, dann wäre das katastrophal für Südkorea und möglicherweise auch für Japan, warnte Schebin weiter.

    „Nicht umsonst hatte sich der damalige Präsident Südkoreas 1994 dagegen geäußert, als die Amerikaner einen Schlag gegen Nordkorea versetzen wollten. Auch die Amerikaner sahen ein, dass gleich in den ersten Tagen des Krieges fast eine Million Menschen ums Leben kommen könnten, und gaben diese Idee auf. Aber damals hatte Pjöngjang noch keine Atomwaffen. Jetzt ist die Situation anders. Falls die USA Südkorea, ihren wichtigsten Verbündeten in der Region, verwüsten und auch Japan dem möglichen Gegenschlag der Nordkoreaner aussetzen wollen, dann dürfen sie Nordkorea angreifen. Aber das würde niemandem gut tun, was selbst Trump in einem Interview für die ‚Financial Times‘ einräumte“, so der Experte.

    Im Weißen Haus kündigte man an, dass das Thema Nordkorea eines der wichtigsten beim Washington-Besuch des chinesischen Staatschefs Xi Jinping sein wird. Über ihre Absichten bezüglich Pjöngjang haben die Amerikaner offenbar auch Russland informiert, als der für Nordkorea zuständige Sonderbeauftragte Joseph Yun nach Moskau reiste.

    Dort traf er sich mit Vizeaußenminister Igor Morgulow. Laut einer Mitteilung des Auswärtigen Amtes hatte die russische Seite dabei „die Wichtigkeit der Suche nach neuen inklusiven und komplexen Vorgehensweisen zur Förderung der Sicherheit zwecks allgemeiner militärpolitischer Entspannung und zwecks Abbau der Konfrontationsarchitektur in Nordostasien hervorgehoben“.

    Die Amerikaner wollen Pjöngjang unter anderem durch die Aufstellung von THAAD-Raketenabwehrkomplexen in Südkorea eindämmen. Das ruft jedoch große Besorgnisse bei China und auch Russland hervor.

    „Man sagt uns, die US-Raketen würden ausschließlich gegen nordkoreanische Raketen gerichtet. Aber wenn es um Waffen geht, (…) müssen nicht die Absichten, sondern das Potenzial berücksichtigt werden“, sagte Russlands Außenminister Sergej Lawrow dazu.

    „Das Potenzial des amerikanischen Raketenabwehrsystems, das unter anderem THAAD-Komplexe umfasst, betrifft zweifelsohne unsere strategischen Kräfte und ist nicht nur für die Sicherheit Russlands, sondern auch für die von China und anderen Ländern negativ. Deshalb treten wir gemeinsam mit unseren chinesischen Partnern konsequent gegen die gefährlichen Ideen des Pentagons auf“, so der russische Chefdiplomat.

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    Verschärfung, Luftabwehrsystem THAAD, US-Armee, Donald Trump, USA, Nordkorea, Südkorea