14:18 04 August 2020
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    Alle Anrainerstaaten der Arktis führen regelmäßig Militärmanöver durch, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Freitag.

    Ende Mai und Anfang Juni wird laut Mitteilung des norwegischen Verteidigungsministeriums eine weitere Nato-Übung stattfinden, an der sich zwölf Mitglieder der Allianz sowie Finnland, Schweden und die Schweiz als Teilnehmer des Programms „Partnerschaft für den Frieden“ beteiligen werden.

    Unter anderem kommen dabei Luftstreitkräfte zum Einsatz, die auf den Stützpunkten Bodø (Norwegen), Luleå (Schweden) und Rovaniemi (Finnland, nur 146 Kilometer von der russischen Grenze entfernt) stationiert werden. Darüber hinaus werden sich mehrere Schiffe der norwegischen Marine an der Übung beteiligen.

    Auffallend ist, dass die Vorwürfe der „Militarisierung der Arktis“ vor allem gegen Russland gerichtet werden, obwohl die USA in diesem Bereich genauso aktiv sind. Im Februar veröffentlichte das US-Verteidigungsministerium eine erneuerte Arktis-Strategie, die bereits unter dem früheren Präsidenten Barack Obama konzipiert worden war. In dem Dokument werden die Kontroversen zwischen den USA, Kanada und Russland wegen der Schifffahrtsregelung in der Arktis hervorgehoben.

    Ottawa findet es durchaus logisch, dass alle Gewässer in der Nähe der kanadischen Arktisinseln, darunter die Nordwestpassage, zu seinem Hoheitsgebiet gehören, so dass ausländische Schiffe eine Genehmigung der kanadischen Behörden benötigen, um dort zu fahren. Russland steht auf derselben Position bezüglich seines Arktisgebiets und kontrolliert die Nordostpassage. Aber die USA halten die beiden Passagen für internationale Gewässer und verhalten sich ziemlich arrogant.

    VIDEO: Arktis-Besuch: Putin unterwegs im Dienste der Wissenschaft

    Kanada als nächster Nachbar der USA drückt ein Auge zu, bringt aber gleichzeitig seine Besorgnisse über Russlands Militärpräsenz im Hohen Norden zum Ausdruck. „Wir sind darüber sehr beunruhigt und versuchen, die Souveränität Kanadas in der Arktis zu verteidigen. Das ist von strategischer Priorität für uns“, zitierte die dänische Zeitung „Berlingske“ den kanadischen Außenminister John Baird im August 2014. „Einer militärischen Lösung ziehen wir den Weg zur Deeskalation des Konflikts vor, aber notfalls werden wir unsere Souveränität mit Gewalt verteidigen.“

    Für Kopenhagen sind das keine bloßen Worte, denn es hat seinerseits einen Gebietsstreit mit Russland, und zwar wegen eines Abschnitts des Arktisschelfs nahe des Lomonossow-Rückens, wo die Vorräte an fossilen Brennstoffen auf 4,9 Milliarden Tonnen geschätzt werden.

    Über diese Streitigkeiten und Ansprüche ist man in Island und Finnland besorgt. Der finnische Präsident Sauli Niinisto forderte in der vorigen Woche auf dem 4. Internationalen Arktis-Forum im russischen Archangelsk alle beteiligten Seiten dazu auf, Ruhe zu bewahren.

    „Alle Nato-Mitglieder betonen die Notwendigkeit des Dialogs mit Russland, aber da stellt sich eine Frage: Es geht um die Beziehungen zwischen den USA und Russland. Wir wissen aktuell nicht, zu welchen Ereignissen es kommen könnte, und das ist natürlich der Gegenstand der bilateralen Beziehungen Russlands und der USA. Aber ihre Beziehungen sind auch für Finnland von großer Bedeutung“, so Präsident Niinisto.

    Sein isländischer Amtskollege Gudni Johannesson forderte die Teilnehmer des Arktis-Forums auf, alle Kontroversen im Sinne des UN-Seerechtsübereinkommens zu regeln. „Es gehört zu unseren eigenen Interessen, dass die Großmächte friedlich miteinander umgehen“, betonte er. „Man sollte Probleme lösen, ohne sich gegenseitig zu provozieren, dabei die Meinung der Gegenseite respektieren und wissenschaftlichen Beweisen und Bestätigungen glauben.“

    Der russische Staatschef Wladimir Putin stimmte seinen Amtskollegen zu: „Wenn wir hier Instrumente zur Problemlösung finden, dann würde uns das darauf einstimmen, auch in anderen Regionen auf diese Weise Probleme zu lösen.“

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    Tags:
    Militarisierung, Konflikt, Partnerschaft, NATO, Wladimir Putin, Skandinavien, Schweden, Finnland, Norwegen, Russland, Arktis