22:17 10 Dezember 2019
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    Italiens Präsident in Moskau: Auf Vermittlungsmission bei Putin

    © AFP 2019 / Vincenzo Pinto
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    Italiens Präsident Sergio Mattarella beginnt am Montag seinen viertägigen Besuch in Moskau, schreibt die Zeitung „Kommersant“.

    Während seines Russlands-Besuchs trifft sich Mattarella mit Präsident Wladimir Putin, Regierungschef Dmitri Medwedew und Patriarch Kirill. Der Besuch ist zwar vorwiegend zeremoniell, doch vor dem Hintergrund der zugespitzten internationalen Situation wird dem Besuch in Italien besondere Aufmerksamkeit zuteil. Italiens Staatschef wird mit der russischen Führung wenige Tage nach dem C-Waffen-Angriff auf Idlib und dem US-Raketenangriffen auf einen Stützpunkt in Homs sprechen.

    Dem italienischen Politologen Tiberio Graziani zufolge wird dieses Thema nach dem US-Raketenbeschuss des syrischen Stützpunktes natürlich von besonderer Bedeutung bei den Verhandlungen sein. Laut dem Experten betonte Italien stets, dass die Nahostkrise nicht ohne Russland gelöst werden kann. Mattarella werde wohl mit Putin über eine diplomatische Konfliktlösung und die Verhinderung einer weiteren Eskalation sprechen.

    Von dem notwendigen Heranziehen Moskaus zu den Verhandlungen sprach bereits der italienische Premier Paolo Gentiloni. Ihm zufolge muss die weitere Lösung der Syrien-Krise konstruktiv sein und unter Teilnahme Moskaus erfolgen. Gentiloni wird ebenfalls in den nächsten Wochen Moskau besuchen.

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    Darüber hinaus wird Mattarella in Moskau die russisch-italienischen Beziehungen besprechen, die sich „auf dem höchsten Niveau“ befinden, wie der vor kurzem in Moskau weilende Außenminister Angelino Alfano betonte. Dasselbe kann man leider nicht über die Beziehungen zwischen Russland und Europa im Ganzen sagen.  Laut Graziani wird der italienische Präsident versuchen, die Treffen in Moskau zum Abbau der Spannungen zwischen Moskau und Brüssel zu nutzen.

    Laut mehreren italienischen Experten könnte die Einladung Russlands zur Teilnahme am G7-Treffen auf Sizilien ein eleganter Schritt sein. Laut „Kommersant“-Quellen hatte Gentiloni versucht, die Rückkehr Russlands in den G7-Klub zu erreichen. Doch andere Länder, vor allem Deutschland, stemmten sich gegen dieses Vorhaben.

    In der letzten Zeit versucht Italien mit mehr oder weniger Erfolg eine Vermittlerrolle zwischen dem Westen und Russland zu spielen. Einige Tage nach dem Moskau-Besuch Mattarellas reist der italienische Premier Gentiloni in die USA zu einem Treffen mit Donald Trump.

    Neben der Zusammenkunft mit Präsident Putin soll sich der italienische Präsident mit dem russischen Premier Dmitri Medwedew treffen, wobei die handelswirtschaftliche, Investitions- und Kultur-Kooperation besprochen werden soll. Besondere Hoffnungen werden auf die Wirtschaftsverbindungen gelegt. Nach Angaben des Italienischen Instituts für Außenhandel (ICE) stieg der italienische Export nach Russland im Januar 2017 um 31 Prozent gegenüber demselben Vorjahreszeitraum.

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    Moskau-Besuch, Präsident, Wladimir Putin, Sergio Mattarella, Russland, Italien