13:08 20 November 2019
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    Flagge von China und USA

    China ist Handelskrieg mit Amerika entronnen

    © REUTERS / Hyungwon Kang
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    Als zweitgrößte Wirtschaftsmacht der Welt ist China es eigentlich nicht gewohnt, Zugeständnisse an die Konkurrenz zu machen. Doch während seines jüngsten Besuchs in den USA hat der chinesische Staatschef Xi Jinping offenbar versprochen, Washington entgegenzukommen, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Mittwoch.

    Die Kontroversen beschränken sich aber nicht auf den Handels- bzw. Wirtschaftsbereich. Einer der wichtigsten Punkte der Verhandlungen in Florida war die Situation um das Atomprogramm Nordkoreas. Unmittelbar nach dem Treffen wurde mitgeteilt, dass US-Präsident Donald Trump seinen Amtskollegen aufgerufen hätte, Pjöngjang, das in letzter Zeit getönt hatte, seine Raketen würden die USA erreichen, unter Druck zu setzen.

    Fünf Tage später wurde bekannt, dass China gegen Nordkorea tatsächlich eine wirtschaftliche Strafmaßnahme ergriffen hat. Laut Reuters verlangte man in Peking von chinesischen Unternehmen, die zuvor in Nordkorea georderte Kohle zurückzugeben. Und jetzt befindet sich eine ganze „Flottille“ von mit Kohle beladenen nordkoreanischen Frachtschiffen auf dem Rückweg in den Hafen Namp’o.

    Nachdem die Nordkoreaner trotz mehrerer UN-Resolutionen ihre Raketentests durchgeführt hatten, hat China den gesamten Kohleimport aus diesem Land verboten. Um Kohlemangel zu verhindern, bestellte Peking zusätzlichen Rohstoff in den USA.

    Aber dem US-Präsidenten geht es nicht nur um Nordkorea. Wie er noch während des Wahlkampfes mehrmals erklärt hatte, sollten vor allem neue Arbeitsplätze in Amerika geschaffen werden. Darüber hinaus will Trump das riesige Handelsdefizit mit dem Reich der Mitte verringern, das sich auf mehr als 347 Milliarden Dollar beläuft.

    Laut der „Financial Times“ zeigte sich Xi Jinping bereit, die Besorgnisse der Amerikaner möglichst zu berücksichtigen. Unter anderem könnte für sie der Zugang zum chinesischen Finanzmarkt erleichtert werden. Auch könnte Peking das aktuelle Verbot für den Rindfleischimport aus den USA abschaffen, mehr amerikanisches Getreide bzw. andere Agrarprodukte in der Neuen Welt kaufen sowie die Importzölle für Zulieferteile für US-Fahrzeuge, die aktuell bei 25 Prozent liegen, senken.

    Dafür hofft Peking, dass seine Investitionen in den USA, die sich im vorigen Jahr verdreifachten, einen besseren Status haben werden. Zudem erwarten die Chinesen eine Lockerung der Beschränkungen für den Verkauf einiger High-Tech-Produkte.

    Der Vizeleiter des russischen Instituts für Fernost-Studien, Andrej Ostrowski, meint, dass es übertrieben wäre, von „großen Zugeständnissen“ seitens der Volksrepublik zu sprechen. Die Seiten haben nach seinen Worten lediglich ihre Bereitschaft zum Entgegenkommen gezeigt. Es bleiben aber prinzipielle Fragen bestehen, die noch 50 Jahre ungeregelt bleiben werden, so der Experte. Dazu zählte er die Situation um Taiwan und das Südchinesische Meer.

    „Was Nordkorea angeht, so glaube ich nicht, dass China es aufgegeben hat. Es hat nur der Weltgemeinschaft gezeigt, dass es einen Teil der UN-Resolutionen erfüllt, aber gleichzeitig zu verstehen gegeben, dass es nicht alles auf einmal erfüllen kann“, ergänzte Ostrowski.

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    Tags:
    Handel, Wirtschaft, Finanzmarkt, Kohlemangel, Atomprogramm, Donald Trump, Nordkorea, USA, China