05:07 02 Juni 2020
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    Die Situation auf der koreanischen Halbinsel spitzt sich weiter zu. Es besteht unter anderem die Gefahr, dass Nordkorea einen weiteren Atomwaffentest durchführen könnte, zumal am kommenden Samstag der 105. Geburtstag Kim Il-sungs den entsprechenden Anlass bietet, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Donnerstag.

    Zwecks Abschreckung Pjöngjangs haben die USA einen Schiffsverband mit dem Flugzeugträger „Carl Vinson“ zur Halbinsel geschickt. An Bord der „Carl Vinson“ befinden sich knapp 70 Flugzeuge und Hubschrauber. „Wir schicken eine sehr starke Armada los“, sagte US-Präsident Donald Trump gegenüber „Fox Business“. Zudem haben die USA „sehr starke U-Boote“, ergänzte er.

    Das Nordkorea-Problem ist eine der größten außenpolitischen Herausforderungen für die US-Administration, die Gewaltanwendung gegen Pjöngjang nicht ausschließt. Allerdings hat das nach Angaben des „Wall Street Journal“ (WSJ) keine Priorität. Trump bevorzuge zunächst wirtschaftlichen und politischen Druck auf das Kim-Regime.

    China
    © AFP 2020 / WANG Zhao / POOL / AFP

    Laut einer WSJ-Quelle hat er die Situation bei den jüngsten Verhandlungen mit dem chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping besprochen und ihn aufgerufen, als Verbündeter und Handelspartner Nordkoreas die Machthaber in Pjöngjang dazu zu bewegen, ihr Atomprogramm zu beenden. Sollte Peking das aber nicht tun, könnte Washington Sanktionen gegen die Volksrepublik verhängen, so die Zeitung.

    Laut der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo ist man in Tokio über die möglichen Gegenschläge Pjöngjangs gegen Südkorea und Japan beunruhigt. 
    „Nordkorea warnte offen, dass es im Falle eines Militärkonflikts auf der Halbinsel Schläge gegen US-Militärstützpunkte in Japan versetzen könnte“, sagte der Leiter des Zentrums für Japan-Studien am russischen Fernost-Institut, Valeri Kistanow. „Da die Präzision der nordkoreanischen Raketen fraglich ist, könnte es zu Opfern unter den friedlichen Einwohnern kommen.“

    Darüber hinaus würden im Falle eines Konflikts auf der Halbinsel Hunderttausende nordkoreanische Flüchtlinge nicht nur in den Süden der Halbinsel, sondern auch nach China, Russland und Japan fliehen, ergänzte der Experte. Dann könnte dem Land der aufgehenden Sonne etwas Ähnliches wie Italien nach den Ereignissen in Nordafrika passieren.

    Die entstandene Situation wird auf der Tagesordnung eines Treffens der Sonderbeauftragten Japans, der USA und Südkoreas stehen, das in der zweiten April-Hälfte in Tokio abgehalten wird.

    Das nordkoreanische Außenministerium erklärte inzwischen, dass die Entsendung von US-Kriegsschiffen zur Halbinsel die aggressiven Absichten Washingtons beweise, auf die Pjöngjang reagieren würde.

    Nach diesen Drohungen erklärte der Chefsekretär des japanischen Ministerkabinetts, Yoshihide Suga, dass Tokio Maßnahmen jeder Art erwäge, darunter die Evakuierung der Landsleute von der Korea-Halbinsel.

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    Tags:
    Herausforderung, Verhandlungen, Zuspitzung, Konflikt, Gewalt, Evakuierung, Koreanische Halbinsel, Japan