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    Last-Minute-Wahlkampf: Macron auf der Überholspur – dank US-Imageberatern

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    Präsidentschaftswahlkampf in Frankreich 2017 (131)
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    Der französische Präsidentschaftskandidat Emmanuel Macron hat laut aktuellen Umfragen die Vorsitzende des „Front National“, Marine Le Pen, überholt, schreibt die Zeitung "Nesawissimaja Gaseta" am Montag.

    Laut dem Wochenmagazin „Le Point“, das die aktuellen Umfrageergebnisse von insgesamt elf Forschungsinstituten zusammenfasste, sind 23 Prozent der Franzosen bereit, für Macron zu stimmen. Le Pen dürfte derzeit mit 22,3 Prozent der Stimmen rechnen.

    Ihnen folgen der Republikaner Francois Fillon (19,8 Prozent) und der linke Politiker Jean-Luc Melenchon (18,8 Prozent).

    In einem Interview für die Zeitschrift „Jeune“ plädierte Marcon „für eine tiefe Modernisierung des französischen politischen Lebens und für ein Projekt, das die Franzosen um klare Ziele vereinigen würde“. Dabei geht es nach seinen Worten um sechs Aspekte: das Bildungswesen samt der Kultur, die Modernisierung der Wirtschaft, um Sicherheit, eine effizientere Arbeit von diversen Institutionen und um „eine unabhängige humanistische Politik in Europa und in der internationalen Arena im Allgemeinen“.

    Der Führer der Bewegung „En Marche!“ erwähnte während des Interviews auch den russischen Präsidenten Wladimir Putin. „Anders als die anderen, kann ich ihn zwingen, mich zu respektieren, denn ich habe keine Schulden bei Russland während dieser Wahlkampagne“, betonte er in Anspielung auf Le Pen, der viele Medien und Experten vorwerfen, finanzielle Hilfe von Moskau zu bekommen.

    VIDEO: Rauchbomben bei vermummten Protesten gegen Le Pen in Paris

    „Macrons Stärke ist, dass er im Wahlkampf digitale Massenmedien und Internet-Technologien einsetzt“, so die Leiterin des Zentrums für euroatlantische Studien und internationale Sicherheit bei der Diplomatischen Akademie des Außenministeriums Russlands, Tatjana Swerewa. „Meines Erachtens stützt er sich auf diese Ressourcen stärker als die anderen Kandidaten. Die Organisation ‚En Marche!‘ ist im Grunde ein Netzwerk und weniger eine traditionelle politische Partei.“ Das bestätigen quasi auch die Angaben von „Le Point“: Marcons Name wird auf Twitter am meisten unter allen Präsidentschaftskandidaten erwähnt.

    Zu Macrons Vorteilen zählte Swerewa auch den Umstand, dass er in der Außenpolitik für Nachhaltigkeit und positive Beziehungen mit den USA eintrete. „Er hat erfahrene Polittechnologen. Neben Franzosen hat er auch eingeladene Polittechnologen aus den USA in seinem Team. Das war eine erfolgreiche Erfahrung, die jetzt auch in Frankreich eingesetzt wird“, so die Expertin. Positiv für Macron sei auch, dass er trotz seiner früheren Arbeit als Wirtschaftsminister und der Mitgliedschaft in der Sozialistischen Partei ein Image habe, als würde er dem Machtsystem nicht angehören. „Die Franzosen sind gewissermaßen müde von den zwei großen Parteien, die einander an der Macht ablösten. Jetzt sind sie von diesen starken Kräften enttäuscht, und deshalb sind Le Pen und Macron die beiden Spitzenreiter im Wahlrennen, die dem System nicht angehören.“

    Und schließlich plädiere Macron „für keine harten Maßnahmen im sozialen Bereich, die die Rechte der Bevölkerung beeinträchtigen würden“, fügte Swerewa hinzu. „Er hat ein sozial orientiertes Programm, obwohl es vor allem (…) auf die Voranbringung der Interessen der französischen Geschäftskreise ausgerichtet ist. Wie das alles einander angepasst werden könnte, ist aber ein Problem, das vor jedem französischen Führungspolitiker steht“, räumte die Expertin ein.

    Die französische Polizei macht sich mittlerweile auf die erste Wahlrunde gefasst. Innenminister Matthias Fekl führte jüngst in einem Interview für „Journal du dimanche“ an, dass insgesamt 67.000 Beamte für den Schutz von Wahllokalen eingesetzt werden. Die Terrorgefahr ist nach Auffassung des Ministers „konstant groß“, was die jüngsten Anschläge in London, Stockholm und anderen europäischen Großstädten beweisen.

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