18:36 19 September 2018
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    Raketentest in Nordkorea

    Nordkoreas Raketenstart verläuft im Sand

    © AP Photo / Ahn Young-joon
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    Pjöngjang hat auf seiner jüngsten Militärparade zwar neues Kriegsgerät gezeigt, sein Raketentest ist jedoch gescheitert, schreibt die Zeitung „Rossijskaja Gaseta“ am Montag. Die von der nordkoreanischen Ostküste abgefeuerte Mittelstreckenrakete explodierte kurz nach dem Start und stürzte in der Nähe ihrer Startposition ab.

    Washington, das über Informationen über einen geplanten Start verfügte, bezeichnete den gescheiterten Start als eine gute Nachricht. „Das war ein misslungener Test. Zuvor gab es einen misslungenen Start. In diesem Zusammenhang müssen wir keine zusätzlichen Maßnahmen treffen und Ressourcen ausgeben“, sagte eine Quelle im Weißen Haus.

    Der Raketentest erfolgte trotz des Verbots des UN-Sicherheitsrats und Warnungen Chinas als Hauptverbündeten Nordkoreas am Tag nach der feierlichen Parade anlässlich des 105. Jahrestags der Geburt des nordkoreanischen Staatsgründers Kim Il Sung, bei der neue ballistische Raketen gezeigt wurden. Einige Beobachter äußerten allerdings Zweifel daran, dass alle Raketen real waren – aus Sicherheitsgründen nutzt Nordkorea bei solchen großen Veranstaltungen manchmal genaue Modelle der Waffen ohne reale Gefechtsköpfe.

    Laut Militärexperten aus Seoul zeigte Nordkorea ziemlich viele neue Waffentypen. Dazu gehörten auch Rüstungen, von denen man in Südkorea nicht wusste. „Die Führung Nordkoreas gab zu verstehen, dass es weiterhin das nukleare Raketenprogramm entwickelt, neue Entwicklungen hat und über Waffen verfügt, die auf die Überwindung der neuen Schutzsysteme gezielt sind“, sagte der südkoreanische Militärexperte Yang Uk.

    Dem Experten zufolge hat Nordkorea zum ersten Mal die auf Panzern installierten Flugabwehrkomplexe vorgeführt. Bei der Parade waren neue Mehrfachraketenwerfer mit dem Kaliber von 300 mm zu sehen. Zudem war eine neue 170-mm-Selbstfahrlafette zu besichtigen. „Mit dem Zeigen von Mehrfachraketenwerfern mit einem Kaliber von 300 mm und der 170-mm-Selbstfahrlafette, die über eine große Reichweite verfügen, gibt Nordkorea wohl zu verstehen, dass es Angriffe gegen die Hauptstadtregion Südkoreas versetzen kann“, so der Experte.

    Doch für das größte Aufsehen bei der Militärparade in Pjöngjang sorgte der „nukleare Raketenteil“. Die Südkoreaner wunderten sich über eine neue Frauen-Einheit in weißer Uniform. Das waren Einheiten der sogenannten „chemischen Truppen“. Laut Seoul handelt es sich um die Einheiten, die sich mit der Verarbeitung und Aufbewahrung von Waffenplutonium und Uran befassen. Für Spekulationen sorgten auch die ballistischen Raketen. Statt den bekannten nordkoreanischen Raketenkomplexen Scud und Nodong wurden die neuen Systeme Musudan, die Raketen Pukguksong-1 und die Pukguksong-2 sowie Scud-ER-Raketen gezeigt. Pukguksong und Scud-ER wurden erstmals der Öffentlichkeit gezeigt.

    „Das ist eine Antwort auf die bei uns aufgestellten US-amerikanischen Raketenabwehrkomplexe THAAD. Nordkorea demonstriert gerade Raketen, die zur Überwindung dieser Raketenabwehrsysteme bestimmt sind. Es gibt viele verschiedene Modifikationen, weshalb sie eine zusätzliche Bedrohung darstellen“, hieß es in Seoul. Doch die meisten Kommentare wurden mit den zwei letzten größten Raketen verbunden. „Ich sehe so etwas zum ersten Mal. Man kann vermuten, dass ihre Reichweite 5000 bis 6000 Kilometer ausmacht. Jedenfalls ist es irgendeine neue Modifikation, die Nordkorea in der nächsten Zeit testen wird“, sagte Uk.

     

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    Tags:
    Raketenstart, Atomprogramm, Explosion, Südkorea, Nordkorea, USA