20:38 10 Dezember 2019
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    San-Francisco: Proteste gegen US-Raktenangriff auf Syrien

    Tomahawk-Raketen spalten Amerika – Trump riskiert Verlust von „Kernwählern“

    © AFP 2019 / Monica Davey
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    Zwar ist das Establishment in Washington begeistert vom Raketenschlag gegen den syrischen Fliegerstützpunkt in der Provinz Homs, aber die meisten Amerikaner zweifeln an den Perspektiven eines solchen Kurses, schreibt die Zeitung „Iswestija“ am Dienstag.

    Laut einer Umfrage des Forschungszentrums Pew Research befürworten 58 Prozent der US-Bürger den Raketenschlag. Unter den Anhängern der Demokratischen Partei liegt diese Zahl bei 45 Prozent. 36 Prozent der Befragten sind jedoch dagegen und meinen, dass der Angriff keine positiven Ergebnisse zeitigen wird.

    Die absolut meisten Umfrageteilnehmer (61 Prozent) zeigten sich indes überzeugt, dass Washington keinen klaren Handlungsplan bezüglich Syriens hat. Nur elf Prozent der befragten Demokraten vermuten, dass Präsident Donald Trump versteht, was er weiter zu tun hat.

    Die Raketenschläge am 7. April haben Amerika auch deshalb gespalten, weil Trumps „Kernwähler“ (die von Anfang an ihn unterstützen) vehement gegen eine Einmischung Washingtons in die inneren Angelegenheiten dritter Länder sind.

    Wladimir Wassiljew vom russischen Institut für USA- und Kanada-Forschungen stellt fest, dass die amerikanische Gesellschaft dadurch polarisiert wurde.

    „In den USA gibt es keine einheitliche Meinung bezüglich der weiteren Syrien-Politik. Viele sind müde von den Kriegen im Irak und in Afghanistan und wollen keine neuen Militärkampagnen. Aber die meisten Vertreter des Establishments haben die Raketenschläge befürwortet. Besonders wichtig ist jedoch, dass Trumps ‚Kernwähler‘, die seinen Wahlsieg im Grunde ermöglichten, kategorisch gegen Interventionen und Regimewechsel in dritten Ländern sind. Deshalb kann man nicht behaupten, dass die Amerikaner die Raketenschläge gegen die syrische Armee befürwortet oder abgelehnt hätten“, so der Experte.

    „Angesichts der großen Informationskampagne, die wegen der vermutlichen Anwendung von Chemiewaffen in Syrien ausgelöst wurde, ist der Anteil der Amerikaner, die diese Aktion unterstützen, nicht besonders groß“, meint seinerseits der Präsident der American University in Moskau, Edward Losansky.

    „Nur ein geringer Teil der Bevölkerung würde eine direkte Invasion der USA in Syrien befürworten. Viele wollen überhaupt keine Einmischung in die Angelegenheiten dieses Landes. Nach dem Irak-Krieg und seinen katastrophalen Folgen sind die meisten Amerikaner gegen neue Konflikte, besonders wenn das Heer dabei zum Einsatz kommen sollte.“

    Nach der Machtübernahme durch Präsident Trump hat sich die Spaltung in der amerikanischen Gesellschaft nur noch vertieft. Jetzt ist der Herr des Oval Office in eine äußerst schwierige Lage geraten. Denn wenn er die Unterstützung seiner „Kernwähler“ verliert, wäre er mit seinen politischen Gegnern im Alleingang konfrontiert.

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    Tags:
    Raketenangriff, Unterstützung, Rating, Donald Trump, Syrien, USA