00:23 20 September 2017
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    Chinesische Soldaten bei Übungen (Archivbild)

    Ausbau chinesischer Armee zur stärksten der Welt berücksichtigt russische Erfahrung

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    Nesawissimaja Gaseta
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    Chinas Staatspräsident Xi Jinping hat eine Umstrukturierung der nationalen Streitkräfte angekündigt. Diese werden demnächst in 84 Korps-Einheiten aufgeteilt, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Donnerstag.

    Die Reformierung der Volksbefreiungsarmee begann 2015. Chinesischen Militärexperten zufolge wird gerade die zweite Reformphase umgesetzt.

    Im vorigen Jahr wurden laut Reuters sieben Militärbezirke in fünf umgewandelt, während die vier Führungsgremien, nämlich der Stab, die politische Verwaltung, die Hinterland- und die Rüstungsverwaltung – abgeschafft und durch insgesamt 15 neue Verwaltungen ersetzt wurden. Die neugegründeten Korps werden ihnen untergeordnet. Bis 2020 soll auf ihrer Basis eine vereinigte Kommandostruktur entstehen.

    Xi Jinping erklärte unlängst in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Zentralen Militärrats, dass die wichtigste Aufgabe der Umstrukturierung der Streitkräfte sei, eine Weltklasse-Militärmaschinerie zu schaffen. Zudem müsse die Armee „absolut loyal“ zur Regierungspartei sein, ergänzte der Staatschef.

    Wassili Kaschin vom russischen Institut für Fernost-Studien ist der Ansicht, dass Peking die Reform der russischen Armee von 2008 bzw. 2009 nachahmen wolle. Russlands Streitkräfte haben sich binnen von wenigen Jahren in eine große Kraft verwandelt, die imstande ist, am Syrien-Einsatz teilzunehmen, so der Experte.

    Eine wichtige Besonderheit der chinesischen Armee besteht darin, dass sie wesentlich älter als die Volksrepublik selbst ist: Sie entstand als Streitkraft der Kommunistischen Partei während des Bürgerkriegs. Einige Divisionen bestehen seit den 1920er Jahren und den Zeiten des Korea-Kriegs; sie haben ihre eigene Kultur, und die jüngsten Reformen gefallen ihnen nicht.

    Jetzt wird offenbar ein Versuch der Vereinheitlichung unternommen, denn die Reform der Organisationsstruktur verlief in verschiedenen Waffengattungen mit unterschiedlicher Intensität.

    China
    © AFP 2017/ WANG Zhao / POOL / AFP
    Die Bildung von 84 Korps sei von großer Bedeutung, meint Experte Kaschin. Dadurch sollen die Karrieremöglichkeiten für chinesische Militärs ausgeglichen werden. Denn in der Volksrepublik habe der Militärrang – anders als in Russland und vielen anderen Ländern – nicht die entscheidende Bedeutung für den Status des jeweiligen Militärs. Seine Position in der Hierarchie hänge vielmehr von seinem Aufgabenbereich und einigen anderen Aspekten ab. „Das ist ein sehr verworrenes System. Gleichrangige Militärs können auf ganz verschiedenen Stufen von Dienstgraden stehen.“

    Das Jahr 2020 gilt als Zeitpunkt, zu dem die chinesische Armee sich ausländische Erfahrungen aneignen, sich in eine mobile Kraft mit modernem Verwaltungssystem verwandeln und in der Lage sein sollte, die Handlungen verschiedener Truppengattungen effizient zu koordinieren. Angesichts dessen könne man sagen, dass Xi Jinping der chinesischen Armee„ein neues Gesicht“  verschaffen wolle, so Experte Kaschin.

     

     

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    Tags:
    Reformierung, Soldaten, Armee, Russland, China
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