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02:42 21 September 2019
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    Teilnehmer der Moskauer Sicherheitskonferenz

    Moskauer Sicherheitskonferenz: Nato verpasst Chance auf mehr Nähe

    © Sputnik / Ilja Pitaljow
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    In Moskau ist am Mittwoch die 6. Konferenz für internationale Sicherheit eröffnet worden. Daran beteiligen sich mehr als 750 Vertreter von 86 Ländern, darunter 20 Verteidigungsminister. Die Nato aber hat keine offiziellen Repräsentanten nach Russland geschickt, stellt die russische Zeitung „Nesawissimaja Gaseta" am Donnerstag fest.

    Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu hob zu Beginn der Diskussion das Problem des Syrien-Kriegs hervor und stellte mit Bedauern fest, dass die Ansichten Moskaus und Washingtons zur Strategie der globalen Terrorbekämpfung, darunter des Kampfes gegen den so genannten „Islamischen Staat" (IS, auch Daesh), unterschiedlich seien.

    Anti-NATO-Aktion vor der deutschen Botschaft in Moskau (Archivbild)
    © Sputnik / Ewgenij Odinokow
    Davon zeugt nach seinen Worten auch der jüngste US-Raketenschlag gegen den syrischen Luftwaffenstützpunkt Schairat, wobei Washington gegen die Völkerrechtsnormen verstieß. Zudem sei dadurch die Sicherheit der russischen Militärs gefährdet worden, die dort „tatsächlich gegen den kriegerischen islamischen Radikalismus“ kämpften. Dennoch bestätigte Schoigu Moskaus Bereitschaft, die Aktivitäten der USA zu unterstützen, falls es sich dabei wirklich um eine Friedensförderung im Nahen Osten und die Vernichtung des so genannten islamischen „Kalifats“ handeln werde.

    Nicht zu übersehen ist allerdings, dass doch immerhin Vertreter von 23 der insgesamt 28 Nato-Länder nach Moskau gekommen sind, darunter aus Großbritannien, Deutschland und Belgien. Auch US-Militärs waren bei der Sitzung zu sehen. Großes Interesse für die Konferenz zeigten auch Experten aus den baltischen Ländern, Polen und Rumänien.

    Selbst Vertreter solch unversöhnlicher Gegner wie Indien und Pakistan, die in Jammu und Kaschmir verbissen gegeneinander kämpfen, saßen in Moskau an einem Tisch. Dasselbe gilt auch für Vertreter Israels, des Irans und Syriens. Das ist wohl ein deutlicher Beweis für die Bedeutung und das Verhandlungspotenzial der Moskauer Konferenz.

    Nur Kiews Vertreter haben von Russland keine Einladung bekommen, weil die Leitung der Militärbehörde befand, dass die Ukraine unter den aktuellen politischen Umständen nicht zu einem konstruktiven Dialog bereit sei.

    Der Mitarbeiter des Washingtoner Büros der Denkfabrik Atlantic Council, Harlan Ullman, der nach Moskau quasi auf eigene Initiative gereist war, sagte, dass die Amerikaner eine größere Delegation zur Konferenz hätten schicken müssen, um trotz der zahlreichen Kontroversen den gegenseitigen Dialog aufrechtzuerhalten. Zugleich betonte er jedoch: „Falls Moskau seine aktuelle Politik weiter ausübt, vor allem gegenüber der Ukraine, kommt eine Annäherung zwischen Russland und der Nato nicht infrage.“

    Nato-Übungen in Lettland
    © REUTERS / Ints Kalnins
    Diejenigen Experten, die doch nach Moskau gekommen sind, befassten sich derweil mit akuten Problemen. Der Israeli Jakov Kedmi zeigte sich beispielsweise überzeugt: „Es gibt gewisse Wege zur Lösung des Problems (der globalen Terrorbekämpfung – Anm. d. Red.). Ob sich aber die darin alle beteiligten Seiten einig sind? Vor allem gilt das für die USA und ihre Verbündeten. Sind sie bereit, sich wirklich mit der Lösung dieses Problems zu befassen – oder interessieren sie sich vor allem für propagandistische Handlungen, die mit Syrien nichts zu tun haben, sondern nur die inneren Probleme der USA widerspiegeln?“

    Kedmi führte die Weigerung der Nato, ihre Vertreter zum Moskauer Forum zu schicken, darauf zurück, dass die Allianz „noch nicht reif genug für eine solche Annäherung ist“. Im Westen verstehe man zwar, dass man mit Moskau verhandeln müsse, doch die Allianz führe ihr altes Spiel weiter, stellte der Experte fest.

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    Tags:
    Boykott, Zusammenarbeit, Moskauer Sicherheitskonferenz, Terrormiliz Daesh, NATO, Moskau, Russland