06:16 24 Oktober 2020
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    Um die Korea-Krise beizulegen, bündeln selbst die Rivalen Japan und China ihre Anstrengungen. Maßnahmen, die die Raketen- und Atomprogramme Nordkoreas stoppen sollen, stehen im Mittelpunkt des am Freitag zu Ende gehenden Tokio-Besuchs von Chinas Sonderbeauftragtem für die Korea-Halbinsel, Wu Dawei, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Donnerstag.

    Dem viertägigen Tokio-Besuch des chinesischen Gesandten waren Beratungen hochrangiger Diplomaten aus den USA, Japan und Südkorea in Tokio vorausgegangen, bei denen zusätzliche Maßnahmen gegen Pjöngjang für den Fall der Fortsetzung der Raketen- und Atomtests, die gegen die Resolutionen des UN-Sicherheitsrats verstoßen, besprochen wurden. Zu welchen Schritten die USA und ihre Asien-Verbündeten bereit sind, wird nicht bekanntgegeben, doch der Ton der Diskussionsteilnehmer war hart. „Nordkorea ist nicht bereit zu einem Dialog“, sagte der Sonderbeauftragte des US-Außenministers für Nordkorea, Joseph Yun. Sein japanischer Kollege erinnerte an das weiterhin bestehende Risiko neuer Provokationen seitens Pjöngjangs.

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    Die Teilnehmer des Treffens waren sich darin einig, dass China die Hauptrolle beim Einfluss auf Pjöngjang spielen kann. Vor dem Besuch Wu Daweis in Tokio hatte es ein Telefongespräch zwischen US-Präsident Donald Trump und dem chinesischen Staatschef Xi Jinping gegeben. Peking rief zur Zurückhaltung auf und trat gegen Maßnahmen ein, die den Resolutionen des UN-Sicherheitsrats widersprechen.

    „Obwohl Peking offiziell gegen Strafmaßnahmen gegen Pjöngjang ist, sollen diese Äußerungen nicht als Bereitschaft Chinas wahrgenommen werden, Nordkorea unabhängig von dessen Vorgehen zu schützen. Der chinesische Aufruf zur Zurückhaltung ist an alle Seiten gerichtet, nicht nur an die USA und ihre Verbündeten. Deswegen sind in der chinesischen Expertengemeinschaft und in den führenden Medien schon heute Warnungen zu hören, dass sich weitere einseitige Handlungen Pjöngjangs gegen Nordkorea selbst richten könnten“, sagte der unabhängige Experte Brian Yen aus Hongkong.

    „Das Maus-Katz-Spiel zwischen Washington und Pjöngjang hat einen kritischen Punkt erreicht. Falls Nordkorea seinen sechsten Atomtest durchführt, wird die Wahrscheinlichkeit der Überschreitung des ‚point of no return‘ sehr hoch sein. Und dies wird alle treffen, vor allem aber Nordkorea“, schreibt die chinesische Zeitung „The Global Times“.

    Ende der vergangenen Woche drohte Nordkorea Australien mit einem Atomschlag, falls das Land der US-Politik in Bezug auf die Isolierung und Unterdrückung Nordkoreas folgen sollte. Pjöngjang versprach auch, den in der Region eingetroffenen US-Flugzeugträger “Carl Vinson” zu versenken.

    Das Thema Nordkorea stand auch am Mittwoch im Mittelpunkt eines im Weißen Haus hinter verschlossenen Türen stattgefundenen Treffens Trumps mit Senatoren. Es wurden alle 100 Kongressmitglieder eingeladen. Darüber hinaus nahmen US-Außenminister Rex Tillerson, Verteidigungsminister James Mattis,  der Director of National Intelligence, Dan Coats, und der Vorsitzende der Joint Chiefs of Staff, Joseph Dunford, an dem Treffen teil. Vor diesem Treffen hatte Trump am Montag mit den Botschaftern der Mitgliedsstaaten des UN-Sicherheitsrats gesprochen und daran erinnert, dass Nordkorea ein großes globales Problem sei, bei dem seit vielen Jahrzehnten ein Auge zugedrückt worden sei. „Der Status quo in Nordkorea ist unannehmbar. Der Sicherheitsrat sollte bereit sein, zusätzliche härtere Sanktionen zu verhängen“, so Trump.

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    Kurz vor der für Freitag anberaumten Sitzung des UN-Sicherheitsrats zu Nordkorea wurde die russische Position vom Vize-Außenminister Gennadi Gatilow ausführlich dargelegt. Ihm zufolge wurde die Eskalation der Situation durch die Handlungen aller Seiten losgetreten. „Die militärpolitische Lage in der Region verschlechtert sich wegen der Militärmanöver, die die USA zusammen mit ihren Partnern abhalten“, sagte Gatilow. Eine solche Politik wecke bei Pjöngjang Misstrauen und Unsicherheit. „Obwohl Moskau zusammen mit der Weltgemeinschaft den provokativen Kurs Nordkoreas in Bezug auf sein Raketen- und Atomprogramm verurteilt, kann das Problem nicht allein durch Sanktionen aus der Welt geschafft werden. Wir sind für eine politisch-diplomatische Lösung“, so der Diplomat.

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    Tags:
    Carl Vinson, Rex Tillerson, Donald Trump, USA, China, Nordkorea