22:44 24 Februar 2020
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    Der Einsatz der von den USA angeführten Koalition im irakischen Mossul hat seit dem Beginn im Oktober 2016 etwa 16.000 friedlichen Stadtbewohnern das Leben gekostet, schreibt die Zeitung "Iswestija" am Dienstag unter Berufung auf regierungsnahe Quellen in Bagdad.

    Die offiziellen Behörden in Bagdad behaupten jedoch, diese Zahlen seien erhöht worden, wobei für die meisten Opfer ausgerechnet die Kämpfer des sogenannten „Islamischen Staates“ (IS, auch Daesh) verantwortlich seien.

    Habib at-Tarfi vom Menschenrechtsausschuss im irakischen Parlament sagte: „Die Streitkräfte gehen in Mossul erfolgreich voran. Vor dem Hintergrund dieser Erfolge erscheinen Angaben über die angeblich riesige Zahl von zivilen Opfern. Es ist kein Geheimnis, dass der IS über große Möglichkeiten im Medienbereich verfügt, und die Terroristen versuchen, das wahre Bild zu entstellen.“

    Der Parlamentarier nannte keine alternativen Zahlen und sagte lediglich, die endgültigen Informationen zur Opferzahl würden erst nach Abschluss des Einsatzes in Mossul veröffentlicht werden.

    Der humanitäre Aspekt dieser Offensive wurde aber mehrmals zum Gegenstand der Besorgnisse von internationalen Organisationen. „Wir könnten es mit einer humanitären Katastrophe zu tun haben, die vielleicht zur schlimmsten seit dem Ausbruch des Konflikts werden könnte“, sagte die UN-Koordinatorin von humanitären Programmen im Irak, Lise Grande.

    Auch die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, warf dieses Thema Ende März auf. Sie führte an, dass in Mossul weiterhin etwa 400.000 Einwohner verharren, wobei es in der Stadt an Lebensmitteln und Medikamenten mangele.

    Ende März teilte auch der Chef der operativen Hauptverwaltung im russischen Generalstab, Generaloberst Sergej Rudskoi, mit, dass Kampfjets der von den USA angeführten Koalition praktisch jeden Tag Wohnviertel in Mossul angreifen würden, wo sich Zehntausende friedliche Einwohner befänden.

    Oleg Glasunow, Experte des russischen Verbandes von Militärpolitologen, findet die von den "Iswestija"-Quellen angeführten Angaben zur Opferzahl glaubwürdig. „Opfer unter Zivilisten kümmerten die Amerikaner nie. Erwähnenswert ist der Afghanistan-Einsatz, wo Krankenhäuser des Roten Kreuzes und Hochzeitsfeier gebombt wurden. Auch in Mossul geht man nicht besonders zimperlich vor. Denn die Iraker sind immerhin keine US-Bürger, und Washington macht sich keine Gedanken über diese Opfer“, so der Experte.

    Glasunow vermutete zugleich, dass die Bombenangriffe auf Mossul fortgesetzt werden.

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    Tags:
    Zivilopfer, Bombenangriff, US-Koalition, Terrormiliz Daesh, USA, Mossul, Irak