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    Gasspeicher in Europa ziemlich leer: Gazprom stockt Export weiter auf

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    Der russische Energieriese Gazprom hat laut eigenen Angaben im April den Gasexport in das sogenannte „ferne Ausland“ im Vergleich zum Vorjahr um 15 Prozent auf 15,1 Milliarden Kubikmeter aufgestockt, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Mittwoch.

    Seit Anfang des Jahres haben die Gaslieferungen nach Europa 66,2 Milliarden Kubikmeter (Wachstum um 14,9 Prozent) erreicht. 2016 hatte der Konzern einen historischen Rekord nach den Lieferungen außerhalb der GUS aufgestellt: 179,3 Milliarden Kubikmeter. Der Durchschnittspreis betrug dabei 167 Dollar pro 1000 Kubikmeter Gas.

    Die Gaslieferungen in die Alte Welt waren vor allem im Januar und Februar größer als üblich – diese Monate waren in Europa besonders kalt. Aber auch im April legte der Export zu – vermutlich weil die Europäer ihre Untergrundbehälter wieder füllen wollten, obwohl in absehbarer Zeit kein Preisanstieg für das Erdgas prognostiziert wird.

    Allerdings könnte der Preis Ende des Jahres tatsächlich steigen, und zwar weil die Ausbeutung des größten europäischen Gasfeldes Groningen in dieser Saison um zehn Prozent auf 21,6 Milliarden Kubikmeter reduziert wird. Und das größte britische Depot Rough wird in dieser Saison kaum noch funktionieren.

    Vor dem Hintergrund der wachsenden Nachfrage legt auch Gazproms Förderung zu. Mit Stand vom 30. April wurden beispielsweise 162,6 Milliarden Kubikmeter Gas (Zuwachs um 13 Prozent) gewonnen. Allein im April machte diese Zahl 35,7 Milliarden Kubikmeter aus. Für dieses Jahr plant der Konzern eine gesamte Förderung von 430,4 Milliarden Kubikmeter Gas.

    Daniil Kirikow von der Beratungsfirma Kirikov Group vermutete, dass Gazprom seinen Gasexport in absehbarer Zeit weiter vergrößern werde. „Das entspricht durchaus der vom Konzern bestimmten Richtung zum Ausbau der Lieferungen nach Nordwest- und Mitteleuropa sowie der Lieferungen im Allgemeinen“, so der Branchenkenner. Die große Nachfrage führte er auf den angemessenen Gaspreis sowie auf den Mangel an realen Alternativen zu dem russischen Brennstoff zurück.

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    Tags:
    Aufstockung, Gaslieferungen, Export, EU, Gazprom, Europa, Russland