16:25 31 März 2020
SNA Radio
    Zeitungen
    Zum Kurzlink
    Von
    1222
    Abonnieren

    Das Telefonat der Präsidenten Russlands und der USA, Wladimir Putin und Donald Trump, kann eine neue Diskussionsrund darüber auslösen, was die Politik des extravaganten Milliardärs eigentlich ausmacht, der wider dem Washingtoner Establishment im Oval Office sitzt. Dies schreibt die russische Zeitung "Kommersant" am Donnerstag.

    Die Frage „Who is Mr. Putin?“, die im Jahr 2000 eine Reporterin der Zeitschrift „Philadelphia Enquirer“ stellte, kann jetzt also umformuliert werden: „Who is Mr. Trump?“ Zumal der Amtsantritt in Washington durch den Milliardär für die Welt genauso überraschend war, wie damals der Putins.

    „Bei Donald Trump, der überhaupt keine Erfahrungen als Beamter hat, verläuft die ‚Akklimatisierung‘ in der Welt der Bürokratie besonders langsam und schmerzhaft“, findet der Professor der Geschichte der American University in Washington, Anton Fedjaschin. „Trump muss sich immer noch vom Präsidentschaftswahlkampf, als er alles sagen und versprechen konnte, auf die Arbeit als Präsident umstellen. Dabei wird er durch seit vielen Jahrzehnten bestehende bürokratische und ideologische Hindernisse eingeschränkt.“

    In dieser neuen Rolle bleibt dem 45. US-Präsidenten nichts anderes übrig, als gewisse Experimente im Amt einzugehen. Eben darauf lassen sich offenbar die jüngsten Improvisationen und Zickzacks in der Politik des neuen Staatschefs zurückführen, die vielmehr kontrovers denn logisch erscheinen.

    Es ist also kein Wunder, dass Trump nur bedingt mit Ronald Reagan, George Bush Jr. oder auch Barack Obama verglichen werden kann. Seine Politik enthält einzelne Aspekte der Politik aller seiner Vorgänger. Vor allem aber kann man daraus schließen, dass sie wohl auch weiter so bleiben wird, dass Trump nie seinen völlig eigenen Stil haben wird. 

    Im außenpolitischen Bereich entsteht überhaupt eine einmalige Situation. Kein einziger Experte oder Insider kann wohl mit Sicherheit sagen, wer die internationale Tagesordnung des Weißen Hauses bestimmt. Das könnte immerhin Trump selbst, sein engstes Umfeld, verschiedene „graue Eminenzen“, der Nationale Sicherheitsrat, der Kongress, das Außenministerium, das Pentagon oder auch sein Vize Mike Pence sein, die aktuell um den Einfluss in Washington kämpfen.

    Während die Frage „Who is Mr. Putin?“ vor 17 Jahren ziemlich schnell beantwortet wurde, wird man, so das russische Blatt, auf eine Antwort auf die Frage „Who is Mr. Trump?“ vergeblich warten.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Putin und Trump wollen sich doch noch arrangieren – NYT
    Albright warnt Trump vor Kim
    Clinton unterrichtet Trump in „Tweetlomatie“
    US-Senat will Trumps Handy einkassieren
    Tags:
    Prognose, Präsident, Telefonat, Wladimir Putin, Donald Trump, Russland, USA