18:11 29 Januar 2020
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    US-Präsident Donald Trump übt wieder Kritik an „liberalen amerikanischen Medien“, schreibt die Zeitung "Iswestija" am Donnerstag.

    Diesmal legte sich Trump mit CNN an, nachdem sich der Sender geweigert hatte, einen Werbespot zu den ersten 100 Tagen von Trumps Präsidentschaft zu veröffentlichen. In der US-Administration hält man das für einen Versuch, Trumps Erfolge zu verschweigen, weil CNN mit seinen politischen Ansichten nicht einverstanden ist.

    Donald Trump
    © AFP 2019 / JIM WATSON
    Der Sender wolle die Öffentlichkeit nicht darüber informieren, „wie Trump Amerika wieder groß macht“, heißt in der entsprechenden Erklärung des Pressedienstes. Dabei sieht das Team des republikanischen Präsidenten zwei wichtige Aufgaben: dem amerikanischen Volk über die Erfolge des Präsidenten zu berichten und „weiterhin gegen Fake-Medien zu kämpfen“.

    „Es ist ja peinlich, zu sehen, wie die Medien die positiven Signale blockieren, die Präsident Trump seinem Land sendet. Es ist offensichtlich, dass CNN uns zwingen will, den Mund zu halten“, sagte Trumps PR-Chef Michael Glassner.

    Gerade CNN hat nach Auffassung der Anhänger Trumps die Führungsrolle unter allen „Fake-News-Fabriken“ übernommen und verbreitet über ihn „diverse Märchen“.

    „Das ist Zensur pur. Indem CNN die Veröffentlichung unseres Videospots verweigerte, bewies der Sender seine Voreingenommenheit und Angst vor anderen Meinungen. Trumps treue Anhänger kennen die Wahrheit: Die Mainstream-Medien versuchen, die Öffentlichkeit anzulügen, zu desinformieren und abzulenken“, so Glassner weiter.

    Der russische politische Berater Jewgeni Mintschenko zeigte sich allerdings überzeugt, dass diese Konfrontation mit den Medien günstig für Trump sei. „Das wird weitergehen, solange Trump an der Macht bleibt. Denn diese Medien orientieren sich an anderen Eliten. Er versucht nicht einmal, sich mit ihnen zu verständigen, denn er versteht: Es wird keinen Kompromiss geben. Deshalb muss Trump Energie aus diesem Konflikt schöpfen. Im Grunde haben diese liberalen Medien Trump zum Präsidenten gewählt, als sie seine Signale mit ihrer Kampagne gegen ihn noch stärker machten.“

    Der Leiter der Stiftung für USA-Studien „Franklin Roosevelt“ an der Moskauer Staatlichen Universität, Juri Rogulew, erwartet ebenfalls keine Verbesserung der Beziehungen zwischen den Mainstreammedien und Präsident Trump. „Viel zu unterschiedlich sind nun einmal ihre Positionen. Eigentlich ist es nicht das erste Mal, dass in den USA eine solche Geschichte entstanden ist: Es gab schon Politiker und Präsidenten, die sich mit Medien stritten. Einer von ihnen war Richard Nixon. Es ist allerdings allgemein bekannt, wie seine Geschichte als Präsident endete. Ob dies Trump besser gelingt, ist schwer zu sagen“, so der Politologe.

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    Tags:
    Medienattacke, Präsident, Informationskrieg, Medien, CNN, Donald Trump, USA