05:03 04 August 2020
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    Nordkorea hat einen neuen Raketentest durchgeführt, der im Unterschied zu den vorherigen vier als erfolgreich bezeichnet werden kann, schreibt die Zeitung "Kommersant" am Montag.

    Die Rakete wurde um 05.27 Uhr Ortszeit gestartet, hat eine Höhe von 2000 Metern erreicht, ist etwa 700 Kilometer geflogen und ins Japanische Meer zwischen den Territorien Russlands und Japans abgestürzt. Das US-Kommando am Stillen Ozean erklärte, der Raketentyp sei vorerst nicht identifiziert worden, aber das sei definitiv keine Interkontinentalrakete und deshalb ungefährlich für Amerika gewesen.

    Das war bereits der fünfte Raketenstart Nordkoreas seit zwei Monaten und der erste erfolgreiche: Zuvor waren alle Raketen entweder unmittelbar auf dem Startplatz oder wenige Minuten nach dem Start explodiert.  Den neuen Raketentest haben bereits die Außenministerien der USA, Japans, Südkoreas, Frankreichs, Italiens, der EU und Chinas verurteilt.

    Reuters berichtete unter Berufung auf Vertreter des Weißen Hauses, dass man in Washington glaube, dass Moskau über diesen nordkoreanischen Raketentest sehr beunruhigt sein könne. Denn die Rakete sei immerhin näher zum russischen als zum japanischen Territorium abgestürzt. „Der US-Präsident vermutet, dass Russland darüber erbost ist“, so die Nachrichtenagentur.

    Ein Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums teilte allerdings mit, dass dieser Raketenstart ungefährlich für Russland gewesen sei: Die Frühwarnsysteme haben die Rakete rechtzeitig geortet. Laut Quellen im Generalstab ist die Rakete etwa 600 Kilometer geflogen, so dass der Start vermutlich erfolgreich gewesen ist. Möglicherweise hatten die Nordkoreaner das Ziel verfolgt, die Triebwerke der ersten und zweiten Raketenstufe zu testen.

    Der am 9. Mai gewählte neue Präsident Südkoreas, Moon Jae-in, versprach eine mildere Politik gegenüber dem nördlichen Nachbarn, doch diese Hoffnungen sind offenbar noch verfrüht.

    „Südkorea hat vorerst keine konkreten Maßnahmen zur Verbesserung der Beziehungen mit dem Norden initiiert“, äußerte der Chefredakteur des russischen Internetportals “Northeast Asian Military Studies”, Wladimir Chrustaljow. „Für Pjöngjang spielt der Präsidentenwechsel im Süden keine entscheidende Rolle, denn das allgemeine Format der gegenseitigen Beziehungen bleibt unverändert. De jure betrachten sich die beiden Länder gegenseitig als illegale Gebilde, die zeitweilig das Territorium voneinander okkupieren.“ 

    Die Situation auf der Halbinsel Korea verglich der Experte teilweise mit der nuklearen Expansion Chinas in den 1960er-Jahren. „Damals hatten die sowjetische und die amerikanische Propaganda Mao Zedong als wahnsinnigen Militaristen bezeichnet. Moskau und Washington (jeder aus eigenen Gründen) erwogen Möglichkeiten für einen Erstangriff gegen China.“ Am Ende habe die Volksrepublik jedoch eigene Atomwaffen sowie Raketen entwickelt, die Sibirien, Mittelasien und den Fernen Osten der Sowjetunion sowie die US-Stützpunkte in Südkorea, Japan und auf Guam erreichen können. „Pjöngjang bemüht sich um den baldmöglichsten Ausbau seines Potenzials, um in der Lage zu sein, mit den USA gleichberechtigt zu verhandeln“, so Chrustaljow.

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    Tags:
    Erfolg, Raketentest, Nordkorea