15:47 13 Dezember 2017
SNA Radio
    Kroatische Kollaborateure im zweiten Weltkrieg

    Österreich: Gedenkfeier für Hitlers Kollaborateure

    CC0
    Zeitungen
    Zum Kurzlink
    Iswestija
    283266

    Rund 15.000 Menschen haben am Samstag im österreichischen Bleiburg an einer Gedenkfeier für kroatische Kollaborateure des Nazi-Regimes teilgenommen. Zu der Veranstaltung reiste eine offizielle kroatische Delegation mit zwei Ministern an der Spitze an, schreibt die Zeitung „Iswestija“ am Montag.

    Nazi-Propaganda ist in den meisten Ländern zwar offiziell verboten, Veranstaltungen, bei denen ehemaliger Kollaborateure gedacht wird, sind aber in der EU weiterhin populär, was die Fackelmärsche in den baltischen Ländern bestätigen.

    Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Unabhängige Staat Kroatien mit der faschistischen Partei Ustascha an der Spitze, die Diktator Ante Pavelić 1929 ins Leben gerufen hatte und die Nazi-Deutschland offen unterstützte, gegründet. 1941 richtete die Partei das Vernichtungslager Jasenovac ein, wo während des Zweiten Weltkriegs hunderttausende Serben, Juden und Roma umgebracht wurden.

    Am Ende des Krieges versuchten die Kollaborateure zusammen mit ihren Familien zu fliehen — aus Angst vor der Vergeltung seitens der jugoslawischen Partisanen. Nahe der österreichischen Stadt Bleiburg kam es zu einem Massaker, als Partisanen einige Tausend Kollaborateure Hitlers hinrichteten. 1995 erklärte das kroatische Parlament den 15. Mai zum Gedenktag an die Opfer von Bleiburg.

    Mehrere Forderungen von österreichischen Menschenrechtsorganisationen (in diesem Jahr gab es Appelle von 21 Organisationen), die Veranstaltung zu verbieten, die Nazismus propagiert und de facto die ehemaligen Kriegsverbrecher zu Helden macht, sind gescheitert.

    Für besondere Beunruhigung sorgt die Unterstützung dieser Veranstaltung durch Vertreter Kroatiens – eines EU- und Nato-Mitgliedsstaates. Der Pressedienst des kroatischen Parlamentsvorsitzenden Gordan Jandrokovic bestätigte seine Teilnahme sowie die Teilnahme des Ministers für Staatseigentum Goran Maric, des Ministers für Veteranen Tomo Medved sowie von drei Abgeordneten.

    Der österreichische Politiker Hans-Jörg Jenewein (FPÖ), sagte gegenüber „Iswestija“, dass solche Veranstaltungen weltweit verboten werden sollten. Die Periode des Nazismus sei vorbei und man solle dafür dankbar sein. Solche Veranstaltungen haben keinen Platz in der heutigen Gesellschaft. Das Rühmen der Nazi-Zeit sei in Österreich verboten, so Jenewein.

    Laut dem Experten Pjotr Iskenderow sind nationalistische Stimmungen in der ganzen EU im Aufschwung — nicht nur in Balkan-Ländern und Osteuropa, sondern auch in westeuropäischen Ländern. „Das ist vor allem eine Reaktion auf die übereilte politisierte Erweiterung des gesamteuropäischen Raums, die von vielen Völkern und Ländern als Bedrohung für ihre nationale Identität und Souveränität betrachtet wird“, so der Experte.

    Der Aufschwung des Nationalismus ist ein ernsthaftes Problem für die EU. Es handelt sich nicht nur um Kroatien bzw. die Baltikum-Länder, sondern auch um die heutige Ukraine, die von europäischen Politikern unterstützt wird. Die Ideen des ultrarechten Nationalismus widersprechen völlig den erklärten Grundprinzipien der EU. Durch das Ignorieren dieses Problem fördert Brüssel den Radikalismus nur.

    Zum Thema:

    Mysteriöser Zufall? Neue Nato-Zentrale offenbart SS-Symbolik
    „Es tut mir aufrichtig leid“: Ex-SS-Wachmann bricht vor Gericht sein Schweigen
    „Hexen-Bibliothek“ von SS-Reichsführer Himmler in Prag entdeckt
    „Abschaum stoppen“: Ukrainische Nationalisten wollen Sieges-Gedenkfeier verhindern
    Tags:
    Kriegsverbrechen, Kollaboration, Gedenkfeier, Adolf Hitler, Kroatien, Österreich
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren