17:49 08 April 2020
SNA Radio
    Zeitungen
    Zum Kurzlink
    Von
    5221268
    Abonnieren

    In der letzten Zeit hält die Nato ununterbrochen Manöver an der russischen Grenze ab. Nach dem Abschluss der Übungen in Lettland hat das Manöver „Kevadtorm 2017“ in Estland begonnen. Nach Angaben des estnischen Militärs werden an den Übungen 9000 Soldaten aus 13 Nato-Ländern teilnehmen, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Dienstag.

    Eine repräsentative Einheit hat Großbritannien aufgestellt – mehr als 800 Soldaten und Offiziere, die im internationalen Nato-Bataillon in Estland dienen. Deutschland schickte 400 und Frankreich 300 Soldaten zu den Übungen. Hinzu kommen Georgien, Lettland, Litauen, die Ukraine, Finnland, Polen, die Niederlande, Kanada, die USA und Spanien. Die Panzer und Militärtechnik sind vor allem US-amerikanischer, französischer und britischer Produktion.

    Nato-Übungen in Lettland
    © REUTERS / Ints Kalnins
    Die baltischen Zwergarmeen, die von Big Brother Oldtimer-Technik bekamen, sind in punkto militärische Stärke unbedeutend. Laut Brüssel gehört ihnen die Rolle von Provokateuren, die ausschließlich zur Aufrechterhaltung des Mythos von der russischen Bedrohung gewidmet sind. Darüber hinaus überwachen sie die Aufmarschgebiete, aus denen sie bei Bedarf einen Angriff gegen Russland starten können. Es handelt sich eben um einen Angriff, auch wenn um einen Präventivschlag, nicht um Verteidigung. Andernfalls hätte es an der Grenze zu Russland eine ganz andere Infrastruktur statt den Behelfsflugplätzen gegeben.

    Die jetzigen Veränderungen an den russischen Grenzen sind ein Bestandteil der so genannten  Strategie „Prompt Global Strike“ (PGS), die unter Barack Obama ins Leben gerufen wurde. Laut russischen Experten hätte es bei einem Wahlsieg Hillary Clintons  bereits zu diesem PGS kommen können. Doch da auch unter Donald Trump das gegenseitige Verständnis zwischen dem Kreml und dem Weißen Haus nicht perfekt ist, sollte man lieber keine Prognosen machen. Das Szenario des möglichen Vorgehens ist bereits konzipiert – zunächst PGS, dann Eingreiftruppen… Und es werden keine tapferen baltischen Jungs, sondern ernstzunehmende europäische und amerikanische Verbände und Einheiten wie die 3. Panzerbrigade der 4. Infanteriedivision aus Colorado sein, die bereits auf Rotationsbasis am mutmaßlichen Kriegsschauplatz gewesen war.

    Die Nato will in diesem Jahr an der Grenze zu Russland insgesamt 28 Übungen abhalten, an denen mehr als 60.000 Soldaten teilnehmen. US-Verteidigungsminister James Mattis schaute bereits kurz im Gebiet der Übungen „Kevadtorm 2017“ vorbei und sprach mit der litauischen Präsidentin Dalia Grybauskaite, die sagte, dass der Besuch des Pentagon-Chefs ein klares Signal sende, dass die USA der Sicherheit Litauens, Lettlands und Estlands besondere Aufmerksamkeit widmen würden. Ihr zufolge zeigen die engen und intensiven Verbindungen, die von Anfang an mit der Administration Trumps geknüpft wurden, dass die USA die äußeren Bedrohungen und Herausforderungen ebenso wie die baltischen Länder sehr gut verstehen.

    OVKS-Truppen auf Übungen
    © Sputnik / Mikhail Woskressenskij
    Als Bedrohung bzw. Herausforderung betrachtet der Westen anscheinend die für September geplanten russisch-weißrussischen Übungen „West 2017“, die nach ihrem Ausmaß mit den  Nato-Manövern nicht zu vergleichen sind (nur 6000 Teilnehmer). Allerdings verheimlicht Moskau nicht, dass diese Übungen auch unter Berücksichtigung der Bedrohung durch den Westen durchgeführt werden. Aus diesem Grund muss Russland auch die Truppengruppierung an den westlichen Grenzen verstärken, was jedoch Mattis verwundert. „Um welche Festigung der militärischen Stärke Russlands in der Region kann es gehen, wenn wir alle wissen, dass unsere Tätigkeit in Litauen und anderen demokratischen Ländern keine Bedrohungen auslöst – eine solche Verstärkung ist destabilisierend“.

    Die Nato-Manöver und ihre Panzer an unseren Grenzen destabilisieren die Lage nicht? Laut Mattis muss man sich weder vor „Kevadstorm 2017“ noch vor anderen Nato-Übungen fürchten. „Wir kennzeichnen einfach unsere Präsenz“, so Mattis. Doch er glaubt wohl selbst nicht daran, was er sagt. Moskau glaubt das ebenfalls nicht. Wie der Chef des Auswärtigen Ausschusses des Föderationsrates, Konstantin Kossatschow, sagte, erhöht der quantitative Ausbau der Technik und Manöver an der Trennlinie rein statistisch die Risiken für die Region.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Höchstens vier Minuten mit Trump sprechen: Neue Regelung für Nato-Gipfel
    Nato erwartet von Australien stärkere Militärpräsenz in Afghanistan – Medien
    Wie es um möglichen Nato-Beitritt Moldawiens steht – Präsident Dodon
    Lawrow: OVKS erklärt keine Länder zu Gegnern – im Unterschied zur „arroganten Nato“
    Tags:
    Vorbereitung, Krieg, Grenzen, Übungen, Ost-Erweiterung, Militärbedrohung, James Mattis, Russland, USA, Großbritannien, Estland