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    Nato-Soldat auf einem Kamel

    Nato-Militärführung will im Nahen Osten eingreifen Moskau besorgt

    © AFP 2017/ Shah Marai
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    Nesawissimaja Gaseta
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    Die militärische Nato-Führung erwägt die Beteiligung der Allianz an der von den USA angeführten internationalen Koalition in Syrien und im Irak, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Freitag.

    Diese Position brachte der Vorsitzende des Nato-Militärausschusses, Petr Pavel, nach einer Sitzung dieses Gremiums auf der Ebene der Generalstabschefs in Brüssel zum Ausdruck.

    Der General kündigte an, dass dieses Thema auf der Tagesordnung des für den 25. Mai angesetzten Nato-Gipfeltreffens stehen werde.

    Es ist vorerst unklar, ob auch die politische Führung der Nato-Länder ihren Militärs zustimmen wird. Es ist auch kaum vorhersagbar, in welcher Form die Beteiligung der Allianz am Kampf gegen den IS im Irak, in Syrien und anderen Ländern möglich wäre. „Alle Allianzmitglieder sind auch an der internationalen Anti-IS-Koalition beteiligt“, so General Pavel.

    „Wir bilden auch die dortigen Kräfte aus, damit sie die mit dem Terrorismus verbundenen Probleme besser in den Griff bekommen.“ Bekanntlich beschäftigen sich Nato-Experten mit dem Training der irakischen Militärs, während Nato-Flugzeuge mit AWACS-Systemen die Situation am syrischen Himmel kontrollieren. Zudem wurde im Januar in Kuwait-Stadt ein regionales Nato-Zentrum eröffnet.

    De facto besteht die internationale Koalition in Syrien und im Irak aus Amerikanern sowie aus dem kurdischen und arabischen Volksheer. Laut dem „Forbes“-Magazin halten sich insgesamt mehr als 58.000 US-Soldaten im Nahen Osten auf. Dabei will Washington seine Rüstungsausgaben weiter aufstocken. Der Beitrag der europäischen Nato-Mitglieder zur IS-Bekämpfung ist wesentlich geringer.

    Auffallend ist jedoch, dass Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg erst vor kurzem beteuert hatte, die Allianz würde sich unter keinen Umständen an der internationalen Koalition in Syrien bzw. im Irak beteiligen. Diese Auffassung zeigte mehrmals auch die deutsche Kanzlerin Angela Merkel.

    Die beiden erklärten wiederholt, die größten Gefahren für die Nato gingen nicht vom Nahen Osten, sondern von Osteuropa aus. Ausgerechnet aus diesem Grund baue das Bündnis seine Kräfte in dieser Region aus. Nach ihrem Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin am 2. Mai in Sotschi unterstrich Merkel beispielsweise, die Nato bräuchte eine Doppelstrategie gegenüber Russland. Einerseits sollte man den Dialog mit Moskau aufrechterhalten, andererseits aber die eigene Bereitschaft zur Verteidigung des gesamten Territoriums der Allianz zeigen.

    Bei dem Treffen in Sotschi gab die russische Seite Merkel zu verstehen, dass Moskau von der Nato eine intensivere Beteiligung am Kampf gegen den IS und andere terroristische Gruppierungen erwartet. Doch Merkel erklärte wenige Tage später, „die Annexion der Krim und der Konflikt in der Ostukraine“ hätten große Besorgnisse bei den baltischen Ländern und Polen hervorgerufen, während die Situation in Moldawien einige Fragen in Rumänien und Bulgarien hervorrufe. Um diese Länder zu beruhigen, habe die Nato ihre Kräfte in die Ostsee-Region verlegt.

    Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, erklärte ihrerseits, diese Pläne seien ein Fehler. Die Nato behaupte, ihr Ziel sei die Förderung der euroatlantischen Sicherheit, sie befasse sich aber nicht mit dieser Sicherheit, betonte sie. „Anstatt die Kräfte zu bündeln und dem IS und dem internationalen Terrorismus zu widerstehen, versucht man, uns zu spalten, indem diverse unwahre Geschichten über die Russen ausgedacht werden“, so Sacharowa.

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    Tags:
    Besorgnis, Expansion, NATO, Russland, Nahost
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