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    SDF-Kämpferinnen spielen mit Kindern nach der Befreiung von Stadt Tabqa in der unmittelbaren Nähe von Raqqa

    Damaskus‘ Hoffnung: Werden die Kurden Rakka den Syrern überlassen?

    © REUTERS/ Rodi Said
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    Die Behörden in Damaskus rechneт damit, dass die Kurden die inoffizielle IS-Hauptstadt Rakka nach deren Befreiung ihnen überlassen werden, schreibt die Zeitung „Iswestija“ am Freitag.

    Diese Auffassung brachte der syrische Abgeordnete der Baath-Partei, Sadschi Taama, zum Ausdruck. „Früher ist es schon öfter passiert, dass die Syrischen demokratischen Kräfte diese oder jene Gebiete befreiten und sie Damaskus‘ Kontrolle überließen. Und wenn sie Rakka befreien, werden sie die Stadt höchstwahrscheinlich auch den Behörden und den Streitkräften übergeben“, betonte der Parlamentarier.

    Gleichzeitig zeigte er sich davon überzeugt, dass sich unter allen Oppositionsvereinigungen in Syrien gerade die Syrischen demokratischen Kräfte maximal konstruktiv verhalten.

    Die Syrischen demokratischen Kräfte hatten im November 2016 ihren Einsatz bei Rakka unter dem Namen „Wut des Euphrats“ ausgerufen. In den vergangenen Monaten konnten die Kurden die informelle IS-Hauptstadt von der restlichen Welt abschneiden.

    Die Frage der Zugehörigkeit der Stadt steht vom Beginn dieser Operation an auf der Tagesordnung. Die Kurden selbst schlossen nicht aus, dass Rakka Teil ihrer föderalen Region werden könnte, deren Bildung sie im März 2016 verkündet hatten. Später wurde gesagt, über diese Frage sollten die Einwohner der Stadt entscheiden. Laut jüngsten Angaben könnten die Syrischen demokratischen Kräfte diese Frage dem Stadtrat überlassen, der sich tatsächlich loyal gegenüber Damaskus zeigen könnte.

    Auffallend ist, dass die Behörden in Damaskus ursprünglich den Kurden nach der Bildung ihrer föderalen Region vorgeworfen hatten, das Land zu spalten. Jetzt aber äußern sie sich durchaus freundlich. Außenminister Walid al-Muallim begrüßte beispielsweise jüngst das Vorgehen der Kurden in Rakka und unterstrich, dass sie sich um die Aufrechterhaltung der territorialen Integrität Syriens bemühen.

    Rakka
    © AFP 2017/ Medienzentrum von Rakka
    Dabei ist bekannt, dass US-Präsident Donald Trump sich für die Waffenversorgung der Syrischen Demokratischen Kräfte ausgesprochen hatte – ausgerechnet um die Befreiung der „IS-Hauptstadt“ voranzubringen. Zwar behauptet man in Washington stets, Syrien dürfe nicht gespalten werden, aber seine materielle und politische Unterstützung für die Kurden, die an ihrer eigenen föderalen Region interessiert sind, zeugt quasi vom Gegenteil. Dabei lassen sich die Amerikaner auch nicht von den jüngsten Spannungen mit der Türkei, ihrem wichtigsten Verbündeten im Nahen Osten, stören, für die jegliche Selbstständigkeit der Kurden – egal ob in Syrien, im Irak oder auf türkischem Territorium – das schlimmste Szenario bedeuten würde.

    Die USA verwandeln die Kurden allmählich in eine Kraft, auf die alle Nahost-Länder, darunter auch Syrien, Rücksicht nehmen müssten, meint der russische Militärpolitologe Oleg Glasunow. „Für Washington ist das ein Instrument für die Ausübung seiner Politik im Nahen Osten. In Syrien werden die Amerikaner de facto einen Teil des Territoriums unter ihre Kontrolle nehmen. Und Damaskus hat seine Rhetorik gemildert und bemüht sich um Kontakte mit den Kurden“, so der Experte.

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    Tags:
    Befreiung, Kurden, Demokratische Kräfte Syriens (SDF), Terrormiliz Daesh, Baschar al-Assad, Rakka, Syrien
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