16:24 04 Dezember 2020
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    Russlands Präsident Wladimir Putin hat bereits einen psychologischen Sieg über das westliche Militär errungen und braucht keine Demonstration der militärischen Überlegenheit mehr, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Dienstag.

    Seit 2013 hält Putin regelmäßig Sitzungen mit der militärischen Führung und Leitern der Rüstungsindustrie des Landes ab. In der vergangenen Woche fand in Sotschi eine weitere Sitzung in diesem Format statt. Während die Treffen in den vergangenen Jahren öffentlich waren, fand es diesmal hinter verschlossenen Türen statt. Es wurden nur allgemeine Informationen bekanntgegeben. Womit hängt das zusammen? Entweder gibt es nichts, was präsentiert werden könnte, oder man will nicht alle Geheimnisse offenlegen. Letzteres scheint wohl wahrscheinlicher zu sein.

    Während des Treffens zeigten sich Putin und Verteidigungsminister Sergej Schoigu vor den Kameras optimistisch gestimmt. Dafür gab es wohl Gründe.

    Einer davon könnte beispielsweise die Tatsache sein, dass US-Militärexperten einräumen müssen, dass die USA Russland in fast allen Richtungen der Rüstungsentwicklung hinterherhinken. Nach der Militärparade am 9. Mai auf dem Roten Platz in Moskau waren solche Einschätzungen des ehemaligen Professors des U.S. Army War College, Stephen Blank, und von Michael Kofman von CNA Corporation bei Radio Free Europe zu hören.

    „Westliche Militärs haben gesunden Respekt gegenüber der russischen Armee. Es bestehen keine Zweifel, dass sie heute in einem besseren Zustand als vor zehn Jahren und deutlich besser ausgestattet ist und über modernere Waffen verfügt, die eine Gefahr für die Nachbarn und sogar den Westen darstellen. Sie verfügt über starke Luftabwehrsysteme, Artillerie, mehrere Raketentypen, beispielsweise Iskander, U-Boote, ein Atomarsenal“, sagte Blank.

    „S-400 ist natürlich ein tolles System“, sagte Kofman. Der Experte lobte zudem die Armata-Panzer. Auf die Frage, ob die russischen Armata-Panzer gegenüber amerikanischen Pendants Nachholbedarf hätten, sagte er: „Nein, das sind unsere Modelle, die stark zurückbleiben (…)“.

    Der wahrscheinliche Gegner wird psychologisch unter Druck gesetzt. Deswegen sollte man nicht offenlegen, wie man den Abstand in der Zukunft noch mehr erhöhen könnte. Die Informationen werden geheim gehalten. Allerdings wurden doch einige Information bekannt.

    FOTOstrecke: Russlands stärksten und modernen Waffen

    Putin zufolge wurde der staatliche Rüstungsauftrags 2016 zu 97 Prozent erfüllt. Damit wurde der Anteil moderner Technik auf 58,3 Prozent erhöht, im nächsten Jahr soll er auf 62 Prozent wachsen.

    Im Rüstungsprogramm 2018-2025 wird die Erfahrung der Operation in Syrien sowie der Verteidigungsbedarf in der Arktis, im Westen und im Südwesten berücksichtigt. In diesem Jahr wird der Schwerpunkt auf die Entwicklung der strategischen Raketentruppen gelegt. Der Anteil der modernen Modelle wird in diesem Bereich zum Jahresende um zehn Prozent auf 72 Prozent steigen.

    Der letzte Tag der Sitzung war den Fortschrittstechnologien gewidmet. Es wurde der Verlauf der wichtigsten Forschungs- und Konstruktionsarbeiten besprochen. Das war der geheimste Teil des Treffens.

    Nur Vizepremier Dmitri Rogosin sagte nach der Sitzung einige Worte. Er berichtete in einer TV-Sendung am Samstag über die Konturen des neuen Rüstungsprogramms-2025, an dem 1350 Rüstungsunternehmen beteiligt sein werden.

    „Wir verzichten schrittweise auf die Modernisierung der alten Waffenmodelle“, sagte Rogosin. Es soll keine endlose Modernisierung geben, sonst würde dies die Schaffung eines neuen Waffenprogramms stoppen.“ Deswegen werde man von der Modernisierung zur Schaffung von prinzipiell neuen smarten Waffen übergehen. Die russische Industrie beginne die Arbeit an der Schaffung des Langstreckenbombers PAK DA parallel zur Entwicklung des modernisierten strategischen Bombers Tu-160M2. Darüber hinaus werde die Entwicklung neuer Drohnen und eines automatischen Kommunikations- und Aufklärungssystems abgeschlossen; auch die Weltraumgruppierung werde erneuert.

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    Tags:
    Geheimnisse, Rüstungsprogramm, Verteidigungsministerium Russlands, Wladimir Putin, Russland