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    Kampfjet F-15E der US Air Force auf dem Militärflugplatz Incirlik, Türkei (Archivbild)

    Was zeigte uns der US-Luftschlag in Süd-Syrien?

    © AFP 2019 / US Air Force/Erin Tower
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    Washingtons Haltung zum politischen Schicksal des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad bleibt konstant – trotz der Behauptungen Donald Trumps, als er noch Präsidentschaftskandidat war, mit Baschar Assad im Kampf gegen den „Islamischen Staat” (IS) kooperieren zu wollen. Dies schreibt die russische Zeitung „Iswestija" am Mittwoch.

    Laut diplomatischen Quellen schlug die russische Seite den Amerikanern schon öfter die Durchführung einer neuen Präsidentschaftswahl in Syrien vor, doch Washington blockierte diese Initiativen. Im Westen versteht man sehr gut, dass eine legitime und demokratische Abstimmung zeigen würde, dass die Syrer keinen Machtwechsel wollen.

    Ein Insider verriet laut dem Blatt außerdem, dass der Westen und vor allem die USA den weiteren Verbleib Assads an der Machtspitze nicht dulden würden. Eben dies gaben die Amerikaner mit ihren jüngsten Luftschlägen gegen die Stellungen der syrischen Regierungskräfte in At-Tanf, nahe der Grenze zu Jordanien, zu verstehen.

    Am 18. Mai hatten Kampfjets der von den USA angeführten Anti-IS-Koalition eine Kolonne der syrischen Armee mit 27 Technikeinheiten beschossen.

    Diesem Angriff folgte eine scharfe Reaktion des russischen Außenministers Sergej Lawrow:

    „Egal aus welchen Gründen das US-Kommando diesen Beschluss gefasst hat, er war illegitim. Das ist eine weitere Verletzung der Souveränität Syriens.“

    In Damaskus hatte man ohnehin nie Illusionen bezüglich der neuen US-Administration gehabt. Der Politologe Taleb Saifa erklärt, dass Washington eine Spaltung Syriens beabsichtige. „Die USA bilden einen ‚Gürtel‘, der sich von der Provinz al-Hasaka im Nordosten des Landes bis zur Provinz Daraa im Süden hinzieht. Formell wird dieses Territorium die so genannte Opposition kontrollieren, aber es ist offensichtlich, dass dahinter das Ziel steht, die territoriale Einheit Syriens zu verletzen. Und die Schläge der von den USA angeführten Koalition bei At-Tanf  zeugen ganz deutlich davon, dass Washington kein Interesse an einer politischen Regelung hat“, so der Experte.

    Der russische Orientalist Wjatscheslaw Matusow stellte fest, dass sich Trumps Einstellung zu Syrien wesentlich geändert habe.

    „Früher hatte es die Forderung des Rücktritts Baschar al-Assads als Bedingung für die Syrien-Regelung nicht gegeben. Jetzt aber wird man sie immer öfter zum Ausdruck bringen, besonders nach dem Besuch des US-Präsidenten in Saudi-Arabien. Aber diese Vorgehensweise entspricht nicht der Realität. Die USA werden auch unsere Position berücksichtigen müssen. Allerdings werden sie versuchen, Russland zu Akzeptanz des Rücktritts des syrischen Präsidenten zu überreden.“

    Eines ist offensichtlich: Die Konfliktregelung in Syrien ist in absehbarer Zeit weiter unmöglich, denn Moskaus und Washingtons Einstellungen sind absolut unterschiedlich. Und solange sie sich nicht einigen können, wird das Blutvergießen in Syrien weitergehen.

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    Tags:
    Regierungsarmee, Luftschlag, US Air Force USAF, Sergej Lawrow, Russland, Syrien, USA