02:12 07 Dezember 2019
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    Militärmanöver im Norden (Archivbild)

    Skandinavien fordert Russland in Skandinavien heraus

    CC BY 2.0 / The U.S. Army / U.S. Air Force/Justin Connaher
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    Der Nordwesten Europas, die Ostsee und die Küstengebiete der skandinavischen Arktis werden zum Gebiet umfassender Manöver der Nato-Länder sowie der Staaten des Nato-Programms „Partnerschaft für den Frieden". Dies schreibt die russische Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Mittwoch.

    Vor wenigen Tagen starteten im Baltikum das Nato-Seemanöver Baltops, an dem mehr als 40 Kampfschiffe aus 14 Nato-Ländern teilnehmen. In Estland findet nur wenige Dutzend Kilometer von der russischen Metropole Sankt Petersburg das Großmanöver Kevadorm statt, bei dem fast 9000 Nato-Soldaten eingesetzt werden. In der Bucht Hara fand am Dienstag die aktive Phase der Marineübungen Baltic Fortress der baltischen Länder und Belgiens statt, bei denen die Aufnahme von Nato-Truppen via das Meer einstudiert wird. Zahlreiche Truppen, die jetzt im Baltikum konzentriert werden, werden auch am Nato-Manöver Steadfast Cobalt im litauischen Kaunas teilnehmen, an dem die Einheiten aus 25 Nato-Staaten teilnehmen, die zu den Schnellen Eingreiftruppen des Militärbündnisses gehören.

    Nato-Übungen in Lettland
    © REUTERS / Ints Kalnins
    Diese Manöver lösten natürlich eine Reaktion Moskaus und seiner nächsten Verbündeten aus. Im Baltikum fanden Übungen der Marine und Fliegerkräfte statt, die mit der Abwehr einer möglichen Aggression seitens Polens und/oder anderer Nato-Länder verbunden sind. In Weißrussland finden derzeit gemeinsame Übungen der Einheiten der funkelektronischen Kampfführung statt. Ziel dieser Übungen ist es, das Zusammenwirken zwischen den Einheiten beider Länder zu verbessern sowie die Möglichkeiten zur Unterdrückung und Sperrung von Kommunikationskanälen und Steuerzentralen eines wahrscheinlichen Aggressors zu analysieren.

    In der Nordflotte werden wichtige Übungs- und Kampfaufgaben bearbeitet, die mit der Schaffung einer hocheffektiven Luftabwehr der Kampfschiffe verbunden sind. Diese Aufgaben sind nicht abstrakt und anscheinend mit den in dieser Woche beginnenden Luftwaffenübungen Arctic Challenge Exercise (ACE 2017) verbunden, an denen mehr als 100 Militärflugzeuge aus Finnland, Norwegen, Schweden, Niederlanden, Belgien, Großbritannien, Kanada, Frankreich, Deutschland, der Schweiz und den USA teilnehmen. Wie das schwedische Verteidigungsministerium mitteilte, werden sie Aufgaben zum Zusammenwirken, Überwindung von Luftabwehrzonen üben, Luftaufklärung  sowie andere Trainingsaufgaben erfüllen, die mit dem Vorgehen in einer so genannten Konfliktzone verbunden sind.

    Nach offiziellen Angaben finden diese Übungen nicht unter der Schirmherrschaft der Nato statt, sondern sind eine rein skandinavische Initiative. Sie finden bereits zum dritten Mal statt. Wie es jedoch auf der offiziellen Webseite der schwedischen Streitkräfte heißt, ist der Hauptstützpunkt bei den Übungen der norwegische Luftstützpunkt Bodø. Norwegen gehört zur Nato. Die Nato-Fliegerkräfte werden die größte Gruppierung bei ACE 2017 bilden. Neben norwegischen leichten Mehrzweck-Kampfjets F-16 Fighting Falcon nehmen ebenfalls ähnliche Flugzeuge aus Belgien, Allwetter-Kampfjets F-15 aus den USA, modernisierte Bomber Tornado GR4 aus Großbritannien, Mehrzweck-Kampfjets Mirage 2000 und Dassault Rafale aus Frankreich an diesen Übungen teil. Besorgnisse löst die Tatsache aus, dass ebenfalls der schwere US-Langstreckenbomber Boeing B-52 Stratofortress sowie AWACS-Flugzeuge eingesetzt werden sollen.

    Laut dem russischen Militärexperten Juri Netkatschew wird bei den Übungen eindeutig eine Kampfoperation und keine Friedensoperation trainiert. Die Trainings trügen einen provokativen Charakter gegenüber Russland. Nicht zufällig hatte wohl Wladimir Putin nach Beginn der ersten Arctic Challenge Exercise im Mai 2015 eine plötzliche Überprüfung der Einheiten der Flieger- und Luftabwehrkräfte angeordnet, die an die nordwestlichen Grenzen Russlands verlegt wurden. Seitdem hat Russland seine Verteidigung im Nordwesten und in der Arktis verstärkt.

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    Tags:
    Expansion, Übungen, NATO, Skandinavien, Russland