10:39 02 Juni 2020
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    Die Nato wird nach dem Vorbild der USA seine Militärtruppen in Afghanistan erhöhen, wie die russische Zeitung „Iswestija“ unter Berufung auf Quellen aus dem Umfeld der Allianzführung berichtet.

    Der vorläufige Beschluss über die Teilnahme der Allianz an der Entsendung zusätzlicher Truppen nach Afghanistan wurde beim Nato-Gipfel in Brüssel getroffen. Damit will das Militärbündnis die Initiative Washingtons unterstützen, zusätzliche Truppen zu entsenden. „Die Nato wird die Pläne der USA unterstützen, die Militärpräsenz in diesem Land auszubauen. Prinzipiell wichtig ist, dass Generalsekretär Jens Stoltenberg das befürwortet. Die Soldaten sollen sich dann auch mit nichtmilitärischen Operationen befassen, der Ausbildung der afghanischen Armee und beratenden Funktionen, so die Quelle. Laut Pentagon-Sprecher Adam Stamp ist eine genaue Zahl der Truppenstärke noch nicht bestimmt.

    In Moskau hat diese Nachricht allerdings keine Freudenstürme ausgelöst. Der Sonderbeauftragte des russischen Präsidenten für Afghanistan, Samir Kabulow, sagte, dass die Zahl der US- und Nato-Truppen in Afghanistan zuletzt noch bei fast 150.000 Mann lag. Die Situation im Lande werde sich nicht verbessern, wenn Washington nochmal 3000 bis 5000 Soldaten und die Nato weitere Tausend schickt.

    „Die militärpolitische Lage wird sich nicht verbessern. Auch wenn 50.000 Mann nach Afghanistan geschickt werden, wird sich nichts ändern. Der Westen befürchtet, dass die afghanische Armee den Angriffen der Taliban nicht standhält und noch mehr Gebiete verliert. Der Ausbau der Truppenpräsenz nur ist notwendig, um ein Scheitern zu verhindern“, so Kabulow. Aber Afghanistan brauche keinen neuen Truppen, sondern eine ernsthafte Suche nach politischen Kompromissen.

    „Unseres Erachtens kann nur der Beginn einer nationalen Versöhnung die Situation ändern. Die Taliban können nicht alle Kräfte bekämpfen, die ihr Widerstand leisten. Kabul ist, selbst zusammen mit ausländischen Truppen, auch nicht imstande zu gewinnen. Es gibt nur einen Ausweg – nationale Versöhnung und politische Verhandlungen zwischen der Taliban und Kabul“, so Kabulow.

    Laut Stoltenberg soll der endgültige Beschluss im Laufe des kommenden Monats getroffen werden.

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    Tags:
    Verstärkung, NATO, Jens Stoltenberg, Afghanistan