20:24 05 August 2020
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    So einfach kommt Maltas Regierungschef dem Kreml nicht davon: Glaubt man CIA und MI6 ist Moskau schon dabei, sich an Premier Joseph Muscat zu rächen. Die russische Zeitung „Kommersant“ berichtet.

    Maltas Premierminister Joseph Muscat steckt bis zum Hals in Schwierigkeiten: Wegen Korruptionsvorwürfen gegen seine Ehefrau musste er Neuwahlen ankündigen. Bei den Vorwürfen geht es um Briefkastenfirmen, die durch die Panama Papers bekannt geworden waren. Die russische Zeitung „Kommersant“ hat sich den Fall genauer angesehen.

    Angesichts einer möglichen Wahlniederlage dürfte es der maltesischen Regierung nun nicht ungelegen kommen, dass die CIA und der britische Geheimdienst MI6 vor einer „möglichen Einmischung“ Russlands in den Wahlkampf auf der Inselrepublik warnen. Den entsprechenden Bericht hat laut dem russischen Blatt das Portal „Intelligence Online“ veröffentlicht.

    Demnach gehen beide Geheimdienste davon aus, dass Moskau sich an Muscat rächen will. Warum Moskau das tun sollte, erklärt Muscat selbst:

    Erstens: Malta hat der russischen Marine eine Absage erteilt, als diese im Oktober 2016 ihren Flugzeugträger auf der Insel auftanken wollte.

    Zweitens: Das Europäische Parlament hat jüngst die EU-Visafreiheit für ukrainische Bürger ermöglicht. Möglich wurde dies größtenteils auf Maltas Betreiben als EU-Ratsvorsitzender.

    Da kann Moskau doch nicht ruhig bleiben, oder doch? Durchgeführt der mögliche Racheakt wird von einer gewissen Maria und ihrem US-amerikanischen Freund. CIA und MI6 gehen davon aus, dass das Pärchen die Korruptionsaffäre gegen den maltesischen Premier richten werde. Allerdings konnten dem Paar keine Verbindungen zur russischen Führung nachgewiesen werden, wie Muscat laut der Zeitung selbst eingeräumt hat. Er beruft sich bei seinen Vorwürfen gegen Moskau also ausschließlich auf Berichte von CIA und MI6.

    Lächerlich und absurd seien Muscats Erklärungen, sagte dazu der maltesische Oppositionspolitiker Simon Busuttil, Vorsitzender der Nationalistischen Partei Maltas und Mitglied des Europäischen Parlaments: „Ich weiß nicht, ob ich lachen oder weinen soll“, sagte er laut dem russischen Blatt. Anzunehmen, dass Russland hinter den Korruptionsvorwürfen stecken könne, sei absurd. „Muscat hätte schlau genug sein müssen, um zu begreifen: Wladimir Putin ist es völlig egal, wer Malta regiert. Zu solch törichten Aussagen treibt Muscat die verzweifelte Lage, in die er hineingeraten ist. Er hat den Bezug zur Realität ganz und gar verloren.“

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    Tags:
    Einmischung, Einfluss, Russophobie, Britischer Geheimdienst MI6, CIA, Joseph Muscat, Wladimir Putin, Malta, Russland