03:09 20 August 2018
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    Proteste gegen Regierung in Skopje, Mazedonien (Archivbild)

    USA rüsten sich zu Balkan-Hybrid-Krieg gegen Russland

    © AFP 2018 / Robert Atanasovski
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    Nesawissimaja Gaseta
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    Die Interessen Moskaus und Washingtons kreuzen sich nicht nur im Nahen Osten, sondern auch auf dem Balkan. Russland baut die Militärkooperation mit Serbien aus. Die USA schaffen neue Aufklärungseinheiten für die Balkan-Länder und Osteuropa. Das schreibt die russische Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Mittwoch.

    Neben dem Kampf gegen den Terrorismus, Cyber-Bedrohungen und Instabilität sollen die neuen militärischen Aufklärungseinheiten Gegenmaßnahmen gegen ein angebliches russisches Vorgehen auf dem Balkan und in anderen Regionen Europas vorbereiten, sagte der stellvertretende Assistent des US-Außenministers für Europa und Eurasien, Hoyt Brian Yee.

    Die „Spur Russlands“ sei bereits bei mehreren Ereignissen in letzter Zeit auf dem Balkan zu erkennen. Der Westen warf Moskau einen versuchten Staatsstreich in Montenegro, die Unterstützung von Aktivitäten serbischer Nationalisten bei der Präsidentschaftswahl in dem Land sowie Aktionen von Radikalen gegen die muslimische Minderheit in Mazedonien vor. Laut Yee müssen die USA aufmerksam verfolgen, was Russland weiter unternehme. Deshalb entstünden neue US-Aufklärungsstrukturen für den Balkan.

    „Ein Unternehmen soll die Leistungen zur technischen Versorgung der Aufklärungstätigkeit leisten, indem die Aufgaben der Aufklärungsstruktur der Landstreitkräfte der USA in Europa in Deutschland (Wiesbaden, Darmstadt, Grafenwöhr), Italien (Vicenza) und Kosovo (Militärstützpunkt Camp Bondsteel) erfüllt werden“, heißt es in dem Dokument auf der Webseite für Staatsankäufe der USA.

    Allerdings wird die technische Versorgung darin breit gedeutet. Neben der technischen Begleitung sollen Aufklärungsangaben gesammelt und analysiert sowie verschiedene Operationen zur Unterstützung der Verteidigungskräfte in Deutschland und Italien und Kriseneinsätze auf dem Balkan durchgeführt werden. Krisenoperationen sind offenbar notwendig, wenn eine militärische Antwort auf Handlungen des Gegners geplant ist. Dieser Gegner ist für die USA in Europa vor allem Russland sowie verschiedene politische Kräfte der Balkan- und Osteuropa-Länder, die nicht den Interessen der USA folgen.

    Laut dem Militärexperten Juri Netkatschew handelt es sich bei der Vorbereitung und Durchführung verschiedener außerordentlicher Operationen um Formen eines Hybrid-Kriegs, der auf die Umsetzung geopolitischer und militärstrategischer Ziele der USA zielt. Ein Hybrid-Krieg könnte sich in Form von Informationskampagnen in den Medien, das Schüren von Massenunruhen u.a. zeigen. Das Hauptziel der USA in diesem Krieg sei wohl Serbien, das ja seine wirtschaftlichen und militärischen Verbindungen zu Russland ausbaut und dessen Einwohner weitgehend gegen einen Nato-Beitritt sind. Als Beweis dieser Pläne führt der Experte ein Dokument an, das vor einer Woche ebenfalls auf der Webseite für Staatsankäufe der USA auftauchte. Demnach wurde von der USAID Geld für die Reform der serbischen Medien bereitgestellt und vorgeschlagen, in Serbien bzw. den USA ein Unternehmen zu finden, das Personen und Organisationen einsetzen wird, die für Medienfreiheit eintreten. Hinter dieser Absicht stecke die Vorbereitung einer weiteren bunten Revolution, diesmal in Serbien, so Netkatschew.

    Ähnlicher Meinung ist auch der serbische Abgeordnete und Vizechef der Serbischen Radikalen Partei, Dejan Mirovic. Ihm zufolge sind die Gelder Washingtons für die Lobbyarbeit der serbischen Medien mit Druck auf Präsident Alexandar Vucic verbunden. Die Amerikaner wollen der serbischen Bevölkerung einen positiven Eindruck von der Nato vermitteln  – also Moskau negativ darstellen. Mirovic zufolge kann der US-Druck auf Vucic auch mit den Plänen zur Stationierung eines russischen Militärstützpunktes in Nis verbunden sein.

    Serbische Medien berichteten, dass Russland angeblich die Einrichtung eines Stützpunktes in Serbien plant. Bislang gab es keine offiziellen Bestätigungen. Die serbische Zeitung „Alo!“ schrieb bereits 2014, dass der russische Präsident Wladimir Putin und der damalige Präsident Serbiens, Tomislav Nikolic, ein Geheimprotokoll über die Stationierung eines russischen Militärstützpunktes in Serbien ab 2017 unterzeichneten. Zum Jahresende sollen sich in Serbien rund 5000 russische Soldaten aufhalten. Nicht ausgeschlossen ist, dass der Beschluss Pentagons, seine Aufklärungseinheiten auf dem Balkan auszubauen, gerade mit diesem Aspekt verbunden ist.

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    Tags:
    Vorbereitung, Hybrid-Krieg, Provokation, Konflikt, NATO, USAID, Osteuropa, Balkan, Serbien, Russland, USA
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