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08:35 18 Juli 2019
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    Rex Tillerson (noch als ExxonMobil-Chef) und Wladimir Putin (Archivbild)

    Petersburger Wirtschaftsforum: Putins Schwerpunkt für Amerikaner

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    St. Petersburger Internationales Wirtschaftsforum (SPIEF) 2017 (43)
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    Am Donnerstag wird in St. Petersburg das internationale Wirtschaftsforum eröffnet, an dem der russische Präsident Wladimir Putin teilnehmen wird.

    Dem russischen Staatschef stehen vier Geschäftstreffen bevor: mit großen Fonds, mit ausländischen Unternehmen und insbesondere mit Vertretern der USA und Indiens. Zudem wird Putin an einer Podiumsdikussion zum Thema „Business-Dialog Russland-USA“ teilnehmen, wie sein Sprecher Dmitri Peskow ankündigte.

    Zu den Teilnehmern des Treffens mit dem Kremlchef gehören unter anderem Vertreter von Unternehmen wie Hyperloop Transportation Technologies, MSD International, Boeing International, OneWeb, Philip Morris International, Caterpillar, Abbott Laboratories, Chevron Corporation und AbbVie.

    US-Unternehmer zeigten viel Interesse für Geschäfte in Russland und haben selbst um das Treffen mit Putin gebeten, so Peskow. „Die Amerikaner kamen zum Petersburger Wirtschaftsforum selbst in Zeiten, als das US-Außenministerium sie einem großen Druck aussetzte – wenn auch inkognito. Und jetzt kommen viele nicht inkognito. Dafür müssen wir uns bei ihnen bedanken und ihnen unsere positive Einstellung zeigen“, so Putins Sprecher.

    Der Präsident des Russischen Industriellen- und Unternehmerverbandes (russ. Abk: RSPP), Alexander Schochin, führte an, dass Russlands Handelsumsatz mit den USA seit den Zeiten der geopolitischen Spannungen und der antirussischen Sanktionen nicht mehr zurückgehe, während der Umsatz mit den EU-Ländern um 30 bis 40 Prozent geschrumpft sei. Die geopolitische Rhetorik der Amerikaner sei zwar sehr hart, aber wenn es um Business gehe, seien sie sehr pragmatisch, betonte Schochin. Im Rahmen des bevorstehenden Rundtischgesprächs wird es nach seiner Auffassung keine Debatte über die Sanktionen geben.

    US-Offizielle außer dem Botschafter würden nicht kommen, so der RSPP-Chef weiter. Russland verfolgt ihm zufolge das Ziel, den US-Unternehmern zu zeigen, dass die gegenseitigen Kontakte aufrechterhalten werden sollten. „Warum ausgerechnet den Amerikanern? Weil ausgerechnet die US-Behörden ihren Geschäftskreisen am meisten drohten. Sie müssen jetzt beruhigt werden, und wenn sich die Amerikaner beruhigen, wird das ein wichtiges Signal für die anderen sein“, so Schochin.

    Nach den Ereignissen des Jahres 2014 hatte das Petersburger Wirtschaftsforum  schwere Zeiten: Im ersten Jahr fürchtete man, dass westliche Unternehmer überhaupt nicht kommen würden, so dass Vertreter der freundschaftlichen Entwicklungsländer sie ersetzen würden. Im vorigen Jahr war die Situation schon viel besser: am Forum beteiligten sich Vertreter von mehr als 133 Ländern, Leiter von 600 russischen und 300 ausländischen Unternehmen.

    „Eine Woche vor dem Forum (…) wiederholt sich die Situation“, sagte ein Sprecher von Roskongress. „Traditionell gehören zu den Teilnehmern Firmen aus Europa, den USA, China, Japan und den GUS-Ländern.“

    Auf der Liste stehen aber auch Unternehmen aus Ländern wie Burundi, Venezuela, Simbabwe, El Salvador usw. Mehr als 100 Leiter von ausländischen Unternehmen aus 30 Ländern kommen zum ersten Mal nach St. Petersburg. Zum Treffen Putins mit unabhängigen und Investitionsfonds kommen mehr als 40 Teilnehmer aus mehr als 20 Ländern. Diese Investitionsfonds verwalten insgesamt mehr als elf Billionen US-Dollar.

    Zwischen 2014 und 2016 wollten Investoren aus dem Ausland wegen großer geopolitischer Risiken nicht nach Russland kommen. Aber selbst jetzt, wo diese nicht mehr so akut seien, stehe Russland nicht auf der Tagesordnung, bedauerte ein ausländischer Top-Manager. Wegen des geringen Wachstumstempos in Russland seien auch die potenziellen Profite eher gering, die die bestehenden Risiken nicht decken würden, stimmte ein anderer Vertreter eines ausländischen Investitionsfonds zu. In erster Linie seien für Ausländer die Landwirtschaft, die Infrastruktur, das Gesundheitswesen und verschiedene High-Tech-Branchen interessant. Für ein intensiveres Wachstumstempo sei eine möglichst intensive Modernisierung der Infrastruktur nötig, und dadurch würden gute Perspektiven für die Umsetzung des industriellen und technologischen Potenzials russischer Unternehmen entstehen.

    Russland könnte trotzdem ein interessanter Markt sein, äußerte der Ökonom weiter. Denn viele Entwicklungs- bzw. Schwellenländer haben eigene Probleme, während Russland auch Vorteile habe: einen riesigen Absatzmarkt, eine angemessene Haushalts- bzw. Finanzpolitik und politische Stabilität.

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    Unternehmen, Wirtschaftsforum, SPIEF, Wladimir Putin, St. Petersburg, USA, Russland