00:26 23 Februar 2020
SNA Radio
    Zeitungen
    Zum Kurzlink
    Von
    5325
    Abonnieren

    Südkoreas Staatschef Moon Jae In hat seinen Assistenten in die USA geschickt, um die Umstände der Stationierung von THAAD-Systemen in seinem Land zu klären, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Freitag.

    Einige Tage zuvor wurden vier Startanlagen ohne Kenntnis des Präsidenten, jedoch mit Zustimmung des Verteidigungsministers, der dies dem Präsidenten bewusst nicht mitteilte, nach Südkorea gebracht. Die Raketensysteme können nicht zurückgeschickt werden, weil dies zur Erschwerung der Beziehungen mit den USA führen könnte, von denen in vielerlei Hinsicht die Sicherheit Südkoreas abhängt.

    „Mein Befehl, die Umstände der Geschichte mit den THAAD-Systemen zu klären, ist ausschließlich innenpolitischer Natur, und ich will betonen, dass dies nicht bedeutet, die Stationierung zu revidieren“, sagte Moon Jae In dem US-Senator Dick Durbin.

    Am Donnerstag reiste der Sicherheitsberater des südkoreanischen Präsidenten nach Washington. Er teilte den Journalisten mit, dass seine Hauptaufgabe darin bestehe, zusammen mit dem Berater des US-Präsidenten, Herbert McMaster, das erste Treffen der Staatschefs vorzubereiten, das in der nächsten Zeit stattfinden soll.

    „Diese Geschichte mit den THAAD-Komplexen wird unsere Allianz auf keinen Fall beeinflussen“, sagte der südkoreanische Berater.

    Die südkoreanische Präsidialverwaltung teilte am Mittwoch mit, dass ohne Kenntnis des Präsidenten vier THAAD-Systeme nach Südkorea geschickt wurden. Zuvor hatte Südkoreas Präsident nur der Entsendung von zwei Systemen zugestimmt. Das war im März, noch vor der Wahl Moon Jae Ins, der sein Amt am 10. Mai antrat.

    US-Raketenabwehrsystemen THAAD
    © REUTERS / U.S. Department of Defense, Missile Defense Agency/Handout
    Moon hat es noch nicht geschafft, sein Ministerkabinett komplett zu bilden. Verteidigungsminister Han Min-goo erbte er von der früheren Präsidentin, die Ende 2016 ihren Posten nach einem Amtsenthebungsverfahren verlassen musste. Die Details der Gespräche des Präsidenten und des Verteidigungsministers werden nicht offengelegt. Südkoreanische Militärs sind traditionell auf eine engere Kooperation mit den USA gerichtet, während der jetzige Präsident auf einen außenpolitischen Multivektoren-Kurs setzt.

    Während des Wahlkampfes enthielt er sich der Unterstützung des Beschlusses über die Stationierung von THAAD-Komplexen, doch nach seinem Amtsantritt unterstützte er die Vereinbarungen der früheren Regierung. Laut Umfragen wird die Stationierung der THAAD-Systeme in Südkorea von mehr als der Hälfte der Einwohner befürwortet.

    Laut dem russischen Fernostexperten Roman Lobow ist die entstandene Situation das Ergebnis von Intrigen, die mit dem innenpolitischen Kampf in Südkorea zusammenhängen. Der Präsident erwies sich als Geisel der Situation und kann die bereits eingeführten Systeme nicht zurückschicken.

    „Kann sein, dass es nach dem Skandal sogar zu Entlassungen im Ministerium kommt“, so der Experte.

    Der Skandal würde kaum zur Demontage der THAAD-Systeme führen, die Stationierung der Systeme wäre ein guter Anlass gewesen, die Treue Südkoreas zur Militärallianz mit den USA zu zeigen, von der in vielerlei Hinsicht die Sicherheit des Landes abhängt. Angesichts des einzigartigen Verhaltens Trumps wird es nicht gelingen, die Systeme zurückzuschicken – das könnte zur Erschwerung der Beziehungen führen, so der Experte.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Neue chinesische Raketen können US-Flugzeugträger und THAAD vernichten – Experte
    Peking und Moskau gegen THAAD-Raketenabwehr in Südkorea
    US-THAAD-Raketenschild macht China nervös
    Tags:
    Kampf, Skandal, THAAD, Herbert McMaster, Moon Jae-in, USA, Südkorea