14:02 18 Februar 2020
SNA Radio
    Zeitungen
    Zum Kurzlink
    Von
    3700
    Abonnieren

    Der russische Energieriese Gazprom hat sich mit dem iranischen Konzern NIOC darauf geeinigt, sich an der Erschließung von drei weiteren Gasfeldern im Iran zu beteiligen, schreibt die Zeitung "Kommersant" am Dienstag.

    Es geht dabei um die Vorkommen Farzad-B, South Pars und Kish. Die Unterzeichnung des diesbezüglichen Basisabkommens wurde offenbar nach einem Treffen des Gazprom-Chefs Alexej Miller mit dem iranischen Ölminister Bijan Namdar-Zanganeh am 26. Mai in Wien möglich.

    Laut einer NIOC-Mitteilung könnte Russland im Projekt Farzad-B im Persischen Golf die indische Firma ONGC Videsh ablösen, deren Angebot Teheran abgelehnt hat. Dieses Gasfeld wird auf etwa 600 Milliarden Kubikmeter Gas geschätzt. Aber wie eine Quelle behauptete, ist das Zusammenwirken mit dem Iran für Gazprom nicht nur eine politische Frage, sondern die Russen seien tatsächlich an der Erschließung von Vorkommen in Zentralasien interessiert.

    Zuvor hatte Gazprom gemeinsam mit den Konzernen Total (Frankreich, 40 Prozent) und Petronas (Malaysia, 30 Prozent) an der zweiten und dritten Baureihe des benachbarten South-Pars-Gasfeldes teilgenommen. Wegen der 2010 gegen Teheran verhängten internationalen Sanktionen musste diese Arbeit jedoch eingestellt werden.

    Das sind die ersten Vereinbarungen Gazproms mit dem Iran nach der Aufhebung der Restriktionen Anfang 2016. Damals verkündete Teheran seine Pläne, ausländische Investitionen in Höhe von 85 Milliarden Dollar für die Ausbeutung von 29 Öl- und 23 Gasvorkommen heranzuziehen. Neben Gazprom zeigten auch die russischen Konzerne Lukoil, Rosneft, Gazprom Neft, Tatneft und Sarubeschneft Interesse daran. Es wurden Absichtsverträge abgeschlossen, und jetzt warten die Russen auf vollwertige Verträge eines neuen Typs (Iranian Petroleum Contract, IPC), denen zufolge ausländische Investoren nicht nur Auftragnehmer, sondern auch quasi Mitbesitzer der jeweiligen Öl- bzw. Gasfelder werden dürften. Dafür ist allerdings die Zustimmung des iranischen Parlaments nötig, und diese fehlt vorerst.

    VORSICHT GAS! Überschrift auf Rohr der russischen Gaspipline
    © Sputnik / Ewgenij Biyatow
    Russlands Vize-Energieminister Kyrill Molodzow sagte nach einer Sitzung der zuständigen russisch-iranischen Arbeitsgruppe am 1. Juni, Gazprom erwäge neben den Projekten im Iran auch mögliche Gaslieferungen durch Pakistan nach Indien. Indiens Bedarf liegt Experten zufolge bei etwa 25 Milliarden Kubikmeter Gas.

    Wjatscheslaw Mischtschenko (Argus Media) findet, dass für Gazprom solche Abkommen Teil einer langfristigen Strategie seien. Es sei für den Konzern wichtig, Präsenz in der zentralasiatischen Region zu zeigen, solange der politische Wille und das gegenseitige Interesse vorhanden seien. Hinzu komme, dass der Iran selbst ein großer Gaslieferant sei, und Gazprom müsse sich mit dortigen Unternehmen über künftige Absatzmärkte einigen. Im Rahmen dieses Zusammenwirkens könnten die Seiten eine gemeinsame Flüssiggasproduktion einigen, so der Branchenkenner. Und für Teheran sei die Kooperation mit Moskau wichtig, weil die westlichen Sanktionen noch nicht vollständig abgeschafft worden seien, sodass die Russen zusätzliche Investitionen mitbringen könnten.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    US-Bomber bei Gas-Pipeline Nord Stream 2 in Ostsee entdeckt – VIDEO
    Ukraine will Transitgebühr für russisches Gas drastisch senken
    Zerstörung Syriens für westliches Interesse an Öl und Gas – Deutsche Politik dabei
    Fachmann ist baff: TV-Sender zeigt Irans stärkste Rakete aus nächster Nähe
    Tags:
    Wirtschaft, Energie, Gasfeld, Gas, Nationale iranische Ölgesellschaft (NIOC), Gazprom, Alexej Miller, Bijan Namdar Zanganeh, Michail Mischtschenko, Kirill Molodzow, Russland, Iran