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09:24 15 Oktober 2019
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    Russischer Verteidigungsminister Sergej Schoigu auf dem Bildschirm im Gebäude des Generalstabs (Archivbild)

    Schoigu bereitet Vergeltungsschlag vor

    © Sputnik / Sergej Bobylew
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    Am Dienstag hat der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu die Stadt Jenissejsk (Region Krasnojarsk) besucht, wo eine Radarstation der jüngsten Generation – Woronesch-DM – getestet wird, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Mittwoch.

    Bis Ende dieses Jahres soll sie in die Bewaffnung der russischen Streitkräfte aufgenommen werden. Wie der Befehlshaber der Weltraumtruppen, Generalleutnant Alexander Golowko, berichtete, hat die neue Radaranlage, die sich von älteren Modellen (Dnepr, Darjal) stark unterscheidet, die Erwartungen der Militärbehörde voll und ganz gerechtfertigt. Unter anderem seien in letzter Zeit sechs Starts von ballistischen Interkontinentalraketen in verschiedenen Ländern registriert worden.

    US-Raketenabwehrsystemen THAAD
    © REUTERS / U.S. Department of Defense, Missile Defense Agency/Handout
    Die neue Radarstation in der Region Krasnojarsk wird für den nordöstlichen Teil des Pazifiks und den Hohen Norden verantwortlich sein. Aus dieser Richtung muss Russland also keine Raketenschläge fürchten.

    Ebenfalls Ende 2017 sollen zwei weitere Woronesch-Radare in die Bewaffnung aufgenommen werden, die derzeit getestet werden: in der Region Altai und im Gebiet Orenburg. Aktuell verfügt Russland über vier Radare des Typs Woronesch-DM.

    Nach dem Zerfall der Sowjetunion hatte Russland nur noch vier Radare: bei Moskau, bei Olenegorsk (Gebiet Murmansk), in Petschora (Republik Komi) und Irkutsk. Weitere fünf Anlagen befanden sich in anderen Ex-Sowjetrepubliken. Diese „Lücke“ wurde erst im Jahr 2016 wieder geschlossen.

    In Krasnojarsk wurde der Verteidigungsminister darüber informiert, dass 2016 mehr als 40 Starts von ausländischen und russischen ballistischen sowie Luftraketen registriert wurden.

    Äußerst wichtig ist, dass die Einsatzmöglichkeiten des russischen Raketenfrühwarnsystems maximal schnell ausgebaut werden können, weil neue Woronesch-Radarstationen aus einzelnen einsatzbereiten Elementen zusammengebaut werden – quasi nach dem LEGO-Prinzip. Deshalb nimmt die Entfaltung einer Woronesch-DM-Station höchstens anderthalb Jahre in Anspruch – im Unterschied zu Darjal-Radaren (beispielsweise in Gabala, Aserbaidschan), bei denen dafür fünf bis sechs Jahre nötig waren.

    Zudem kostet die Aufstellung einer Woronesch-Station etwa 1,5 Milliarden Rubel (umgerechnet etwa 25 Millionen Dollar); bei der Darjal-Station lag diese Summe bei einer Milliarde Dollar.

    Außerdem wurde der Verteidigungsminister darüber informiert, dass vom Weltraumbahnhof Plessezk Ende Mai bereits der zweite Satellit des Typs Tundra gestartet wurde. Das gleichnamige Satellitensystem kann nicht nur Flüge, sondern auch Starts von ballistischen Raketen registrieren. Vorerst wird es getestet. Der erste stellvertretende Befehlshaber der Luft- und Weltraumtruppen, General Pawel Kuratschenko, informierte, dass bis 2020 etwa zehn Tundra-Satelliten gestartet werden sollen.

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    Tags:
    Radarsystem, Raketenabwehr, Waffen, Streitkräfte der Russischen Föderation, Pawel Kuratschenko, Sergej Schoigu, Russland