01:19 12 Dezember 2018
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    Slowakischer Aktivist mit dem Plakat Nein NATO (Archivbild)

    Slowakei: „Lebender Schild“ gegen Nato-Transit

    © AP Photo / Anton Fric
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    Iswestija
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    Slowakische Aktivisten, darunter ein Ex-Premier, wollen den für Juli anberaumten Transit der Nato-Truppen durch ihr Land verhindern und einen „lebenden Schild“ auf ihrem Weg aufstellen. Darüber berichtet die Zeitung "Iswestija" am Donnerstag.

    Im Juli führt die Nato eine große Übung am Schwarzen Meer durch. Die Slowakei, durch die die Kräfte der Allianz befördert werden, wird quasi im Mittelpunkt des Manövers liegen.

    Der einstige Ministerpräsident der Slowakei, Ján Čarnogurský, Vorsitzender der Slowakisch-Russischen Gemeinschaft, kündigte an, seine Organisation plane eine Massenaktion am Tag des geplanten Nato-Transits. Mehrere Hunderte Menschen werden nach seinen Worten den Weg für die Nato-Militärs sperren.

    „Je mehr Menschen wir versammeln können, desto besser. Wir sind nicht imstande, der Polizei wirklich zu widerstehen“, so Čarnogurský, „aber unsere Handlungen werden ein politisches Signal an die slowakische Führung und auch an die Nato-Führung sein. Wir sind mit der Politik der Allianz sehr unzufrieden.“

    Der Nato-Pressedienst bestätigte, dass im Juli in Rumänien, Bulgarien und Ungarn das Manöver „Saber Guardian 2017“ ausgetragen wird. Daran werden sich nahezu 25 000 Soldaten aus 23 Ländern beteiligen. Es wird das größte Manöver unter allen im Schwarzmeerraum für dieses Jahr geplanten 18 Übungen sein.

    Die Slowakei ist seit 2004 Nato-Mitglied. Offiziell unterstützt sie die Politik des Militärbündnisses. Slowakische Soldaten nehmen regelmäßig an Nato-Manövern teil. Im Januar wurde in Bratislava darüber hinaus ein Nato-Kommandozentrum eröffnet. Allerdings sind viele Slowaken gegen die Allianz. Immer wieder finden Anti-Nato-Kundgebungen statt.

    Vladimir Mali, ein Aktivist der Protestbewegung, teilte mit, dass die nächste Aktion am 6. Juli in der Hauptstadt veranstaltet werde. Er sagte: „Viele unsere Bürger wollen nicht, dass die Slowakei ein Transitland wird, durch das Soldaten und Militärtechnik befördert werden. Die Nato-Übungen in den baltischen Ländern und in Südosteuropa sind eine Demonstration der Stärke, die nur weiteres Konfliktpotenzial zwischen den Mitgliedern der Allianz und Russland schaffen wird. Leider bekommen die Einwohner unseres Landes keine objektiven Informationen über die Nato-Aktivitäten. Deshalb organisieren wir unsere Aktionen und versuchen, den Menschen möglichst ausgewogene Informationen zu vermitteln.“

    Mit der Nato-Politik ist auch die im Parlament präsente „Volkspartei Unsere Slowakei“ unzufrieden. Im vergangenen Monat begann sie Unterschriften für die Initiative zur Organisation eines Referendums über den Austritt des Landes aus der Allianz zu sammeln.

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    Tags:
    Transit, Proteste, NATO, Ján Čarnogurský, Slowakei, Ungarn, Bulgarien, Russland