00:38 28 Juni 2017
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    Iraner feiern Rouhanis Sieg bei Präsidentschaftswahlen auf den Straßen von Teheran (Archivbild)

    Syrien-Regelung: Russland und USA uneins über Iran

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    Die Syrien-Regelung droht wegen der unversöhnlichen Position Washingtons gegenüber Teheran zu scheitern. Das schreibt die Zeitung Iswestija am Freitag.

    Die Positionen Russlands und der USA gehen in Bezug auf die Rolle Irans bei der Syrien-Regelung weit auseinander. Das betrifft unter anderem die Deeskalationszonen, die auf Vorschlag Moskaus, Teherans und Ankaras geschaffen werden sollen. Das berichteten die Quellen im russischen Außenministerium. Ihnen zufolge bremst der fehlende Wunsch Washingtons, mit dem Iran zu kooperieren und in Kontakt zu treten, ernsthaft den syrischen Friedensprozess. Experten zufolge werden sich die USA unter der jetzigen Administration an antiiranische Positionen halten. Es sei schwierig, mit einem realen Durchbruch bei der Konfliktregelung zu rechnen.

    Russland und die USA können sich bei Fragen der syrischen Regelung wegen verschiedener Herangehensweisen zur Rolle Irans bei diesem Prozess nicht einigen, so Quellen im russischen Außenministerium.

    „In Bezug auf die Rolle Irans bei der Syrien-Regelung lassen die USA keine Kooperation mit Teheran zu“, so eine Quelle. „Ihnen folgt automatisch Saudi-Arabien.“ Es handele sich unter anderem um eine konkrete Besprechung der Deeskalationszonen.

    Die Schaffung von vier solcher Zonen wurde beim Treffen in Astana Anfang Mai von Russland, dem Iran und der Türkei abgestimmt. Dabei haben die USA das Erreichen dieser Vereinbarungen begrüßt. Doch einige Tage später betrachteten die US-Amerikaner die Deeskalationszonen mit Skepsis.

    Trotz einer prinzipiellen Zustimmung Russlands, Irans und der Türkei erfordern die erwähnten Zonen, viele Details zu erörtern (darunter konkreter Grenzen). Dazu wurden alle interessierten Seiten eingeladen. Wie der russische Außenminister Sergej Lawrow zuvor zu verstehen gegeben hatte, bleiben die USA abseits dieser Prozesse. „Alles hätte effektiver verlaufen können, wenn sich die USA der Arbeit zur Abstimmung der Parameter der Deeskalationszonen anschließen würden“, sagte Lawrow am 30. Mai.

    Laut Lawrow war das Ergebnis der verschiedenen Positionen der USA und Russlands zu Deeskalationszonen, dass Washington das Abkommen zwischen Moskau, Teheran und Ankara frei auslegte. Das zeigte sich unter anderem durch die Angriffe der US-geführten Koalition gegen syrische Truppen im Süden Syriens am 18. Mai und 6. Juni.

    Laut dem russischen Orient-Wissenschaftler Boris Dolgow wollen die USA im Prinzip keine Kontakte zum Iran: „Das ist damit verbunden, dass der Iran sowohl unter Obama als auch unter Trump zumindest als Opponent der US-Interessen sowohl global als auch im Syrien-Konflikt wahrgenommen wird. Man darf zudem nicht den Hauptverbündeten der USA in der Region, Israel, das den Iran als Hauptbedrohung ansieht, vergessen. Natürlich kommt dabei nichts Produktives heraus, weil die Regelung des Syrien-Konfliktes ohne die Teilnahme Irans unmöglich ist.“

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    Tags:
    Konfliktlösung, Schutzzonen, Regelung, Sergej Lawrow, Syrien, Iran, USA, Russland