17:35 23 Juni 2017
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    Start der Rakete (Symbolbild)

    Moskau baut neuen Atomraketenschirm

    © Sputnik/ Konstantin Tschabalow
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    Nesawissimaja Gaseta
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    Russland verstärkt seine Bemühungen um die Vervollkommnung seines Raketenabwehrsystems, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Montag.

    Wie der stellvertretende Befehlshaber der Luft- und Raketenabwehrkräfte Russlands, Oberst Andrej  Prichodko, mitteilte, war am Freitag auf dem Übungsgelände Sary-Schagan in Kasachstan eine Anti-Raketen-Rakete erfolgreich getestet worden.

    Der Typ der Rakete wurde dabei nicht genannt, Experten vermuten jedoch, dass es sich um eine Kurzstrecken-Abfangrakete PRS-1M handelt, die aus einem Mehrweg-Raketenkomplex „Amur-P“ abgefeuert wurde.

    Der frühere Stabschef der Weltraumverteidigungstruppen, Generalleutnant Anatoli Skolotjany, verwies darauf, dass der „Amur-P“-Komplex schon zu Sowjetzeiten in Sary-Schagan stationiert worden sei. Dort seien hauptsächlich Raketenabwehrsysteme A-135 getestet worden.

    Mit diesen Raketen wird nämlich der Raum um Moskau und das Zentrale Industriegebiet vor Raketenangriffen geschützt. Wie der einstige Befehlshaber des Verbandes der Moskauer Raketenabwehr, Generalmajor Andrej Djomin, sagte, wird die Effizienz der Verteidigung des Gebiets Moskau auf 90 Prozent geschätzt.

    Kurz gesagt, 90 Prozent der Ziele würden im Falle eines Raketenangriffs auf Moskau erfolgreich abgeschossen. Im Zentralen Industriegebiet liege die Effizienz bei 60 Prozent.

    Der Militärexperte Michail Chodorenok, der einst im russischen Generalstab  für die Entwicklung der Luft- bzw. Raketenabwehrsysteme zuständig war, vermutete, dass der Test in Kasachstan das Ziel verfolgt haben könnte, „den technischen Zustand der Anti-Raketen-Raketen zu prüfen und ihre Betriebszeit möglicherweise zu verlängern“. Nicht auszuschließen sei auch, dass dabei eine modernisierte Rakete für das Raketenabwehrsystem A-235 getestet worden sein könnte, das in einigen Jahren das A-135-System ablösen soll.

    Beim Verteidigungsministerium teilte man mit, dass in Russland derzeit die neueste S-500-Fla-Rakete entwickelt werde, die sowohl für das A-135- als auch für das A-235-System geeignet sei.

    Laut Medienberichten sollen S-500-Raketensysteme russische Regionen und Großstädte sowie Industrieobjekte und strategische Ziele schützen. Ihre Reichweite werde 600 Kilometer betragen, und dieses System könne bis zu zehn ballistische Überschallziele, deren Geschwindigkeit sieben Kilometer pro Sekunde erreichen könne, gleichzeitig verfolgen.

    Wie Vizeverteidigungsminister Juri Borissow mitteilte, wird die russische Armee ab 2018 massenweise mit S-500-Raketen ausgestattet werden. Bis 2025 sollen fünf solche Komplexe für die Armee gekauft werden. Wann das A-235-Raketensystem in die Bewaffnung aufgenommen werden soll, ist noch unbekannt.

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    Tags:
    Fla-Raketensysteme, Modernisierung, Raketenabwehr, A-135 „Amur, Streitkräfte der Russischen Föderation, Kasachstan, Russland
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