17:27 23 Juni 2017
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    Das dieselelektrische U-Boot Sankt-Petersburg des Typs Lada (Symbolbild)

    Russische U-Boote müssen nicht mehr Luft schnappen

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    Das dieselelektrische nichtatomgetriebene U-Boot Kronstadt des Typs Lada wird das erste russische U-Boot mit einer außenluftunabhängigen Antriebsanlage sein. Dank dem neuen Triebwerk kann sich das U-Boot mehrere Wochen lang unter Wasser aufhalten. Das U-Boot soll 2018 vom Stapel laufen, schreibt die Zeitung „Iswestija“ am Montag.

    Der Bau eines U-Boots mit einer außenluftunabhängigen Antriebsanlage werde ein Durchbruch bei der Entwicklung der nichtatomaren U-Boote für die Marine sein, hieß es beim Krylow-Forschungszentrum für Schiffbau in Sankt Petersburg. „Es wurde eine Anlage mit Dampfreformierung mit elektrochemischer Antriebsanlage mit Festkörperelementen konzipiert. Es wurde ein Industriemodell entwickelt. Von den prinzipiellen Technologien wurden darin das Gewinnen von Wasserstoff aus Dieselkraftstoff umgesetzt, die Entwicklung einer elektrochemischen Antriebsanlage, die Wasserstoff bei der Stromerzeugung nutzt, sowie die Entsorgung der Abfälle der Lebenstätigkeit des ersten Zyklus, d.h. dessen, was bei der Reaktion des Kohlendioxids entsteht“, sagte der Exekutivchef des Wissenschaftszentrums Krylow, Michail Sagorodnikow.

    Als Pionier bei der Entwicklung außenluftunabhängiger Antriebsanlagen gilt Deutschland mit dem U-Boot des Projekts U-212/214. Im Jahr 2014 meldete auch die französische Firma DCNS Erfolge bei der Entwicklung ähnlicher Systeme für die U-Boote Scorpene. Ein größeres U-Boot der DCNS – als SMX Ocean und Shortfin Barracuda bekannt – wurde von der Marine Australiens für sein Programm SEA-1000 gewählt. Auch Indien arbeitet an der Entwicklung einer außenluftunabhängigen Antriebsanlage für seine U-Boote des Typs Kalvari.

    Die russischen außenluftunabhängigen Antriebsanlagen unterscheiden sich prinzipiell von ausländischen Analoga durch die Methode der Wasserstofferzeugung. So brauchen die Wasserstoffvorräte nicht an Bord gelagert zu werden, sondern können unmittelbar in der Anlage mithilfe der Reformierung aus Dieselkraftstoff erzeugt werden.

    Laut dem Waffenexperten Wladimir Schtscherbakow haben die U-Boote mit außenluftunabhängigen Antriebsanlagen Vorteile in Gewässern, die intensiv vom Gegner kontrolliert werden.

    „Die Möglichkeit, nicht aufzutauchen, ist dort wichtig, wo gegnerische Kräfte aktiv vorgehen. Man sollte sich daran erinnern, welch leichter Fang sowjetische U-Boote in der Ostsee für die Deutschen während des Großen Vaterländischen Kriegs waren. Ähnlich war die Situation auch für deutsche U-Boote in Nordatlantik zum Ende des Krieges“, so der Experte.

    Laut dem Experten sind Diesel-U-Boote mit einer außenluftunabhängigen Antriebsanlage besonders für jene Länder wichtig, die keine eigene Atom-U-Boot-Flotte haben. „Deswegen besitzen solche U-Boote ein gutes Export-Potential. Jetzt werden sie von Indien und Australien bei den Franzosen gekauft. Angesichts der hohen Kosten würden Russland derzeit ein paar U-Boote des Projekts Lada ausreichen, um die Technologien zu konzipieren und Fachkräfte auszubilden. Der Schutz von Stützpunkten und der Küste vor gegnerischen U-Booten wird momentan gut von den U-Booten Warschawjanka gewährleistet“, so der Experte.

    Das U-Boot des Typs Lada wurde vom Petersburger Konstruktionsbüro Rubin entwickelt. Die Wasserverdrängung dieser U-Boote liegt bei 17.500 Tonnen. Die Länge beträgt 67 Meter, die Breite – 7,1 Meter, die Unterwassergeschwindigkeit – 21 Knoten, die Ausdauer unter Wasser – 45 Tage. Das U-Boot soll mit Langstrecken-Marschflugkörpern Kalibr und Antischiffs-Überschall-Marschflugkörpern Onyx ausgerüstet werden. Zurzeit werden in der Admiralitätswerft zwei U-Boote des Typs Lada gebaut – Kronstadt und Welikije Luki.

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    Tags:
    Modernisierung, U-Boote, Streitkräfte der Russischen Föderation, Russland
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