08:59 24 August 2017
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    Russischer Soldat auf der Krim-Halbinsel 2014 (Archivbild)

    Russen glauben nicht an Krieg – aber an ihre Armee

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    Für Russland gibt es aktuell keine Kriegsgefahr – da sind sich die meisten Einwohner des Landes sicher. Wie die Zeitung "Iswestija" am Donnerstag unter Berufung auf eine Umfrage des Forschungszentrums „Öffentliche Meinung“ (WZIOM) schreibt, sind 54 Prozent der Russen davon überzeugt.

    Die Zahl der Menschen, die einen Überfall eines anderen Landes auf Russland nicht ausschließen, liegt bei 38 Prozent. 45 Prozent dieser Menschen vermuten, dann käme es zu „einem kleinen, lokalen Konflikt“, während 41 Prozent „einen großen Überfall aus allen Richtungen“ fürchten.

    WZIOM-Generaldirektor Konstantin Abramow teilte mit, dass das historische Maximum dieses „Gefahrenindexes“ im Februar 2015 registriert worden sei. „Vor dem Hintergrund der aggressiven Rhetorik der westlichen Länder, des bewaffneten Konflikts im Donezbecken und der antirussischen Sanktionen spürten 68 Prozent der Russen eine reale Gefahr eines militärischen Überfalls. Aber schon im Oktober 2015, nach dem Beginn des Syrien-Einsatzes der russischen Luft- und Weltraumtruppen, wurden diese Befürchtungen immer geringer.“

    In den 1990er Jahren hatten 34 Prozent der Einwohner des Landes auf die Überlegenheit der ausländischen Armeen gegenüber den sowjetischen bzw. russischen Streitkräften verwiesen. Im Juni 2017 zeigten sich schon 47 Prozent überzeugt, die russische Armee sei in der Lage, das Land effizient zu verteidigen. 36 Prozent glauben sogar, die russische Armee sei die beste und schlagkräftigste weltweit. Nur zehn Prozent finden immer noch, Russlands Streitkräfte wären schwächer als die von anderen Ländern.

    „Die Vorstellung von der Schlagkraft der Streitkräfte besteht aus mehreren Aspekten“, sagte dazu der Präsident der Stiftung „Petersburger Politik“, Michail Winogradow. „Historisch besteht die Vorstellung davon, dass Russland alle Kriege gewann, an denen es teilnahm, und nie jemanden selbst überfiel. Zudem wird das Vertrauen zu den Streitkräften durch die größere Finanzierung, die PR-Aktivitäten und die objektiven Ergebnisse der Armeereformen gefördert.“

    Der Leiter der „Politischen Expertengruppe“, Konstantin Kalatschow, führte seinerseits das wachsende Vertrauen der Russen zu ihren Streitkräften auf die Ernennung Sergej Schoigus zum Verteidigungsminister und auf die intensive Beleuchtung der Aktivitäten der Militärbehörde zurück. Dabei glaubten die Russen nicht an einen Krieg, weil sie daran einfach nicht glauben wollten, zeigte sich der Experte überzeugt. „Es gibt Dinge, an die man glauben könnte, dann aber keine Lust aufs Leben hätte. Man würde dann weder heiraten noch zur Arbeit gehen, noch Wohnungen oder Autos kaufen wollen. Alle würde sich einfach auf die Apokalypse gefasst machen“, so der Politologe.

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    Tags:
    Krieg, Einstellung, Armee, Umfrage, WZIOM, Russland
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