21:38 11 Dezember 2018
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    Syrians Flüchtlinge melden sich an, um Türkei-Syrien Grenze zu passieren (Archivbild)

    Zurück nach Syrien – Türkei nimmt keine Flüchtlinge mehr auf

    © AFP 2018 / Nazeer al-Khatib
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    Die Türkei kann keine syrischen Flüchtlinge mehr aufnehmen. Im Falle einer neuen humanitären Krise im Nachbarland wird Ankara die Zwangsumsiedler in Sicherheitsräume auf syrischem Boden schicken, die nach einem von Russland, der Türkei und dem Iran Anfang Mai vereinbarten Memorandum eingerichtet wurden, schreibt die Zeitung „Iswestija“ am Freitag.

    Wie der Leiter der türkischen Agentur AFAD, Mehmet Bilden, sagte, seien Ankaras Möglichkeiten auf diesem Gebiet erschöpft, so dass es jetzt Maßnahmen ergreifen muss, um neue Flüchtlingswellen aus Syrien zu verhindern.

    Eine Mauer an der türkisch-syrischen Grenze
    © REUTERS / Murad Sezer
    Unter anderem gehe es um die Wiederherstellung der Infrastruktur in der Nähe der Städte Al-Bab und Dscharablus, die im Laufe des im August 2016 gestarteten Einsatzes „Euphrat-Schild“ vom IS befreit wurden. Derzeit wird dieser etwa 2000 Quadratkilometer große Sektor von der türkischen Armee und ihren Verbündeten aus den Freien Syrischen Armee (FSA) kontrolliert. In letzter Zeit sind etwa 65.000 Syrer aus der Türkei in diese Gegend zurückgekehrt.

    Gleichzeitig bemüht sich Ankara um diplomatische Schritte, um Angriffe der syrischen Regierungstruppen gegen die Oppositionsenklave in Idlib zu verhindern, die eine gemeinsame Grenze mit der Türkei hat. Mit den zuständigen Gesprächen ist das Außenministerium beauftragt. Das ist eine sehr wichtige Frage, denn nach Idlib wurden IS-Kämpfer aus Aleppo evakuiert, und bei einem großen Einsatz gegen sie könnten bis zu eine Million Menschen zur Grenze flüchten.

    Große Besorgnisse bestehen auch bezüglich eines möglichen Flüchtlingsansturms wegen der Kämpfe bei Rakka, das aktuell von kurdischen Abteilungen erstürmt wird, die dabei die Unterstützung der Amerikaner genießen. Diese Gebiete sind von der Türkei durch den kurdischen Kanton Rojava getrennt; die Grenze zu den syrischen Territorien, die von den Kurden kontrolliert werden, bleibt für die Flüchtlinge geschlossen.

    US-Panzerkraftwagen als Militärunterstützung den Kurden
    © AFP 2018 / Delil Souleiman
    Die Situation mit den Flüchtlingen in der Türkei ist sehr schwierig: Alle 23 Flüchtlingslager, wo insgesamt etwa 260.000 Menschen leben, sind überfüllt. Fast drei Millionen Syrer leben auf dem ganzen türkischen Territorium. Besonders viele Flüchtlinge gibt es in Istanbul (fast 500.000) sowie im Südosten des Landes, nahe der Grenze zu Syrien.

    Die Versorgung der Flüchtlinge kostet den türkischen Staatshaushalt etwa fünf Milliarden Dollar jährlich. Seit dem Ausbruch des Syrien-Konflikts 2011 hat Ankara dafür ungefähr 25 Milliarden Dollar ausgegeben. Die Uno konnte der Türkei aber nur 526 Millionen Dollar zur Verfügung stellen; von der EU bekamen die Türken 811 Millionen Euro statt der zuvor versprochenen mehreren Milliarden.

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    Probleme, Flüchtlinge, Uno, Freie Syrische Armee (FSA), IS, Syrien, Türkei