08:35 14 Dezember 2019
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    Tschechische Brauereie in Plsen (Archivbild)

    Russland-Sanktionen - kein Hindernis für tschechisches Bier

    © Sputnik / Yuriy Abramotschkin
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    Tschechische Brauereien wollen bis Ende 2018 zusammen mit russischen Firmen ein Gemeinschaftsunternehmen auf der Krim starten, schreibt die Zeitung „Iswestija“ am Montag.

    Die erste Etappe der Abstimmungen des Vertrages dazu fand bei einem Treffen in Moskau statt, wie Teilnehmer der Gespräche berichteten. Ein Deal mit russischen Unternehmern würde den tschechischen Brauereien helfen, die EU-Sanktionen zu umgehen, die 2014 wegen der Krim eingeführt wurden und der Branche einen großen Schaden zufügten.

    Laut den Unternehmern wird derzeit aktiv an zwei Projekten gearbeitet, die unter Teilnahme russischer Handelsfirmen und tschechischer Brauereien umgesetzt werden. Es handelt sich um Unternehmen aus den Regionen Pardubice, Olmütz und der Region Hochland. „Die Kooperation soll mit den Lieferungen von zwei bzw. drei Sorten tschechischen Original-Flaschenbiers mit einer Haltbarkeit ab sechs Monaten beginnen. Wir rechnen damit, dass dies bereits bis Jahresende geschieht. Zudem sind wir an der Schaffung einer Brauerei auf der Krim unter Verwendung tschechischer Zutaten interessiert. Die Brauerei kann ihre Arbeit 2018 aufnehmen“, so eine Quelle.

    Laut dem Krim-Chef Sergej Aksjonow ist die Republik offen für aussichtsreiche Projekte mit ausländischen Partnern. „Falls ein Gemeinschaftsunternehmen qualitative Produkte herstellen wird, werden von einer solchen Kooperation alle Seiten profitieren“, sagte Aksjonow.

    Wie der ständige Vertreter der Republik Krim beim russischen Präsidenten, Georgi Muradow sagte, sind auf der Krim ausländische Investitionen willkommen, allen voran in der Lebensmittelindustrie.

    „Das ist gewinnbringend und nützlich für die Krim. Solche Projekte können tatsächlich auf der Ebene der Geschäftskooperation ohne Einbeziehung des Staates umgesetzt werden“, so Muradow.

    Der Handelsumsatz zwischen Russland und Tschechien lag im ersten Quartal 2017 bei 1,6 Milliarden US-Dollar, was 42 Prozent mehr als in der Vergleichsperiode des Vorjahres ist. Deswegen forderten der tschechische Präsident Milos Zeman sowie mehrere Parlamentsparteien die Aufhebung der Einschränkungen, die die tschechischen Exporteure betreffen.

    Angler in Balaklawa, Krim
    © Sputnik / Konstantin Tschalabow
    Gemeinsame Investitionsprojekte auf der Krim zeigen zudem, dass die Politik Brüssels zur Blockade der Halbinsel den Interessen des europäischen Geschäfts widerspricht. „Einige tschechische Unternehmen umgehen bereits jetzt die antirussischen Sanktionen, weil ihr Geschäft auf den russischen Markt ausgerichtet ist. Viele Unternehmen sehen Möglichkeiten ihrer weiteren Geschäftsentwicklung auf der Krim. Deswegen bin ich mir sicher, dass der Bedarf nach der Handelskooperation allmählich die politische Elite der EU beeinflussen wird, die mithilfe der Sanktionen die Konfliktbeziehungen zu Moskau künstlich aufrechterhält“, sagte der tschechische Abgeordnete von der Partei „Europa der Freiheit und der direkten Demokratie“ Jaroslav Holik.

    Zuvor hatte die „Iswestija“ über Geschäftsprojekte italienischer Baufirmen berichtet, die am Bau des „Italienischen Dorfes“ an der westlichen Krim-Küste teilnehmen. Der Vizevorsitzende des Ausschusses des EU-Parlaments für die Beziehungen zu Russland, Jiri Mastalka, sagte, dass die Umgehung der Restriktionen durch ausländische Unternehmen die Politiker in Brüssel dazu bewegen könnte, die Beziehungen zu Moskau zu revidieren.

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    Investitionen, Bier, Sanktionen, Sergej Aksjonow, Tschechien, Krim, Russland